DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MATTOT-MASS'EH
Nr. 363
26. Tammus 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in der Tora (Num. 30,2-36,13):
Selbstauferlegte Verbote, Vernichtung
der Midjaniter,
Landzuteilung an die Stämme Gad und
Re'uwen, Liste aller
Reisestationen während der Wüstenwanderung,
Gebot der
Austreibung der Ka'aniter, die 6 Levitenstädte,
Gesetz von der
Zuflucht des Totschlägers, Bodenerbrecht
für Frauen; Ende des
4. Buches Moscheh.
| Am
Schabbes-Tisch
Beiderseits des Jordan Rav Jakov Ari'el
|
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Der Krieg gegen Sichon und Og war eigentlich im Zuge der
Eroberung des Landes Israel nicht eingeplant gewesen, und
diese Gebiete waren zu diesem Zeitpunkt nicht zur Einnahme
vorgesehen. Zwar gehören beide Ufer des Jordan zum Lande
Israel, das sich jedoch in zehn Stufen der Heiligkeit aufgliedert.
Dabei unterscheidet sich das Ostufer vom Westufer: das
Westufer ist von wesentlich bedeutender Heiligkeit, dort ruht die
göttliche Präsenz (Schechina) und dort muß der
Tempel gebaut
werden. Die Gebiete östlich des Jordans waren für israelitische
Besiedlung erst im messianischen Zeitalter bestimmt, und
hätten Sichon und Og sich nicht hartnäckig und vollkommen
sinnlos dem Durchzug des jüdischen Volkes entgegengestellt,
wären die Israeliten zum westlichen Teil des Landes Israel
gezogen, ohne ihnen ein Haar zu krümmen. Es handelte sich
also um einen notwendigen Verteidigungskrieg.
Die Beweggründe für die Stämme Gad und Re'uwen, diese
Gebiete hinterher zu besiedeln, waren rein wirtschaftlicher und
nicht ideeller Natur. Nicht die Pflicht des Landes brachte sie
dazu, sondern die Notwendigkeit der Sicherung ihres
Eigentums. Sie hatten zwar mit ihrer Behauptung recht, ihr
zahlreiches Vieh benötige besondere Gebiete, doch die Wurzel
des Übels war ihre Bereitschaft, sich nur wegen ihres
Vermögens von der Gemeinschaft Israels abzusetzen und sich
an einem weniger geheiligten Ort anzusiedeln. Dies erregte
Moschehs Zorn, der sie daraufhin mit den Kundschaftern
verglich, die ebenfalls das Land Israel eher mit den Augen von
Touristen oder Grundstücksmaklern betrachteten, und als sie
die beiden Seiten gegeneinander abwogen - den Nutzen aus
der Besiedlung des Landes Israel gegenüber den
Schwierigkeiten - zogen sie es vor, in der Wüste zu bleiben.
Allerdings waren die Stämme Gad und Re'uwen auch
wagemutige Pioniere. Sie meldeten sich freiwillig für den
Stoßtrupp der israelischen Armee. Sie waren bereit, die
Grenzgebiete mit ihren Frauen und Kindern zu besiedeln.
Allerdings war ihr Verhältnis zu Sicherheit, Besiedlung, Land
und Volk nur von national-existenziellem Charakter. Nicht die
große Idee vom Heraufziehen G~ttes' Volkes in Heiligkeit in das
Land der Heiligkeit und die Erlösung der ganzen Welt schwebte
ihnen vor Augen, sondern ihr Viehzeug, die Schafe und die
Rinder und deren Weideflächen. Moscheh, der treue Hirte,
wußte den feinen Klängen der Seelen zu lauschen. Er trug
auch
die Verantwortung für die kommenden Generationen. Wenn erst
die Stunde der Erlösung für das Ostufer des Jordans
herannahte, wäre es angebracht, wenn nicht die Beweggründe
der Stämme Gad und Re'uwen die Richtung wiesen, sondern
die erhabenen Ideale. Darum ließ er den halben Stamm
Menasche mit ihnen siedeln. Menasche, einer der Söhne
Josefs, trägt in seinem Namen die verborgenen Sehnsüchte
seines Vaters in fremdem Lande, der es nicht zuließ, daß
ihn
seine Größe im Ausland vom Lande Israel ablenkte und es
ihn
vergessen ließ. Er machte kein Geheimnis daraus, aus dem
Lande der Hebräer geraubt worden zu sein, und dorthin befahl
er, seine sterblichen Überreste zurückzubringen. Seine
Verbindung zum Lande war von tiefer seelischer Natur.
Moscheh wollte eine jüdische Exilmentalität im Lande Israel
vermeiden. Darum verband er beide Jordanufer mit den
Nachkommen Menasches ben Josef.
Die auf Nutzen und Lebensunterhalt ausgerichtete Denkweise
hat einige bemerkenswerte pädagogische Konsequenzen. Die
Stämme Gad und Re'uwen sagten: "Schafhürden wollen wir hier
bauen für unsere Herden, und Städte für unsere Kinder"
(Num.
32,16) - das Vieh kam vor den Kindern. Moscheh drehte die
Reihenfolge um: "Bauet euch Städte für eure Kinder und
Hürden für eure Schafe" (ebda.24). Die Wertordnung unterliegt
nicht dem Zufall. Wessen Einstellung zum Lande Israel nur vom
aktuellen Existenzbedürfnis abhängt, dessen Einstellung zu
Erziehungsfragen dürfte wohl abwegig sein. Er ist fähig,
die
Kindererziehung auf dem Altar des Wohlstandes zu opfern, und
selbst wenn man ihnen prächtige Schulen baute, würden
Erfolgsdenken und wirtschaftlicher Nutzen die erzieherischen
und sittlichen Werte überwiegen. Stundenzahl, Prüfungen,
Preise und Ehrungen für gute Leistungen zielen auf die
leistungsorientierten und "nützlichen" Fächer und drücken
die
geistigen und grundwerteorientierten Fächer an den Rand, denn
eine Gesellschaft von Vieh und Handel braucht einen
Viehhirten, und nicht spirituelle Führer.
In den folgenden Generationen hatte das auch Auswirkungen
auf die Landessicherheit. Die Nachkommen jener mutigen
Pioniereinheiten waren nach Besiedlung des östlichen
Jordanufers schon fähig, "zwischen den Hürden zu sitzen und
auf das Pfeifen der Herden zu horchen" (siehe Deboralied,
Richter 5,16), anstatt "zum Beistande des Ewigen unter den
Helden" (ebda.23) zu eilen. Spätere Generationen, die sich
noch weiter von den Grundsätzen ihrer Vorväter entfernten,
werden die Ersten sein, die bei Krisen das Land verlassen,
wenn der assyrische Eroberer das Land einnimmt.
Trotzdem wäre es ungerecht, die Stämme Gad und Re'uwen
einseitig und in negativem Lichte zu betrachten. Sie wollten
keine Spaltung im Volk durch künstliche Unterscheidung zweier
Arten der Besiedlung verursachen. Es machte ihnen schon
etwas aus, ob die werteorientierten Siedler auf dem Westufer
des Jordans ihren Söhnen zuriefen: "Ihr habt keinen Teil an
dem Ewigen" (Jehoschua 22,25). Darum bauten sie einen
großen Altar am Jordan, der die Einheit des Volkes in allen
seinen Siedlungen bezeugen sollte. Der Jordan sollte die beiden
Siedlungsarten verbinden, nicht trennen.
Das vollkommene Land Israel mit beiden Ufern sieht das
vollkommene Volk Israel mit allen seinen Stämmen vor. Die
werteorientierten Siedlungen benötigen auch die wirtschaftlich
orientierten Siedlungen, und umgekehrt. Man darf nicht trennen,
was zusammengehört, das Volk und das Land brauchen beide.
"Gemeinsam, Stämme Israels!" (Dt. 33,5).
| Frage
und Antwort
Der Traum vom Zaun Rav Schlomo Aviner
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Frage: Neuerdings spricht man über den Vorschlag, einen
langen Zaun quer durchs ganze Land zu ziehen, der uns die
Mörder vom Leibe halten soll. Ich habe Angst vor ihnen, darum
scheint mir das eine gute Idee zu sein. Oder gibt es vielleicht
eine bessere Lösung?
Antwort: Das ist eine ganz schlechte Idee. Hat es so etwas
schon in der Menschheitsgeschichte in irgendeinem Land
gegeben, daß die Regierung mitten im Staat einen Zaun baute,
der ein Gebiet von einem anderen trennte?! Ist dies doch unser
Land bis hin zu allen seinen Grenzen. Das ist doch Hochverrat,
das Land durchzuschneiden!
Worin besteht vielmehr die Lösung? Wofür haben wir denn
Armee und Polizei?! Doch wohl, um Verbrechen zu bekämpfen
und für Ordnung zu sorgen. Wir hassen keinen einzigen
Menschen um seiner selbst willen. Das Verbrechen muß jedoch
mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden, um die unschuldigen
Menschen zu retten, und auch um die Verbrecher
abzuschrecken, die die Konsequenzen ihrer Taten zu sehen
bekommen und von weiteren Untaten ablassen. Wir lieben die
gesamte Menschheit, aber nicht den Abschaum der Menschheit,
zu dem der Begriff "Mensch" nicht mehr paßt, wie z.B. ein
Heckenschütze, der einen Säugling ins Fadenkreuz nimmt. Am
Anfang des Buches "Führer der Unschlüssigen" erklärte
Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") den Begriff
"Sched" (Dämon) so: Ein Geschöpf, das nach außen
hin wie ein
Mensch aussieht, innerlich aber ein reißendes Tier ist. -
Natürlich bezeichnen wir nicht alle Araber so, sondern nur die,
die es verdienen.
Ein Angehöriger einer Minderheit in unserem Lande muß sich
entscheiden: Entweder verhält er sich wie ein Ger Toschaw
(Beisaßproselyt) und hält sich an die allgemeinen ethischen
Regeln im Lande, d.h. die sieben noachidischen Gebote, und
akzeptiert die Oberhoheit des Staates Israel - oder daß er von
hier verschwindet. Wir reden hier nicht über die Einzelheiten
der
praktischen Umsetzung dieser moralischen Pflicht, sondern auf
prinzipieller Ebene. Wenn erst alle das Prinzip akzeptieren,
finden sich auch Wege der Durchführung.
Doch so ein Zaun ist nicht nur ein Verbrechen gegen das Land,
gegen die Nation, gegen die Tora und gegen den Herrn der
Welt, er nützt auch überhaupt nicht, ein absoluter Unsinn.
Sind
doch diese finsteren Mörder nicht an einem Platz konzentriert,
sondern ihr Todesschatten breitet sich überall aus, dringt in
jeden Spalt, reicht von Stadt zu Stadt, von Straße zu Straße,
von Haus zu Haus.
Man muß das ein für alle Mal verstehen: ohne Mut werden wir
bei diesem Werk keinen Erfolg haben. Der Mut, der uns durch
die Dauer und die Schwere unserer Zerstreuung verlorenging.
Er wird in den Büchern der ethischen Erbauung und der
Besserung der persönlichen Eigenschaften fast niemals
erwähnt, außer in dem Buch "Tikun Midot Hanefesch"
von
Rabbiner Schlomo Ibn-Gvirol. Natürlich gab es immer den
passiven Mut der heiligen Gemeindemitglieder, die sich lieber in
Heiligung des göttlichen Namens töten ließen, als ihre
Seele
durch Götzendienst zu beflecken. Jetzt aber ist die Zeit
gekommen für den aktiven Mut im Kriege.
Wir befinden uns zur Zeit im Kriege. Das ist zwar nicht
angenehm, aber göttliches Gebot: "Alles, was der Ewige
geredet, wollen wir tun und gehorchen" (Ex. 24,7), ob es
angenehm ist oder ob es nicht angenehm ist. Und weil es um
G~ttes Wort geht, freuen wir uns, es auszuführen (siehe
Maimonides "Mischne Tora", Ende der Gesetze von Sukka und
Lulaw). Der Krieg kann in vielen Formen erscheinen, mal in
dieser, mal in jener, und heute präsentiert er sich, wie wir
gewahr werden, und wir brauchen Mut. G~ttseidank haben wir
Mut. Rabbiner Awraham Jizchak Kuk (erster Oberrabbiner
Israels) schrieb, daß die besondere Eigenschaft der jüdischen
Seele, die sich in Unterwerfung und Disziplin gegenüber dem
Herrn der Welt offenbart, heute in Stärke und Mut zutagetritt
("Orot"). Wir haben schon Mut, aber wir brauchen noch mehr.
Im Laufe der Zeit lernen wir, mutiger zu sein. Maimonides
erklärte im "Führer der Unschlüssigen", daß die
40jährige
Wüstenwanderung dazu diente, das Volk [nach der
Unterdrückung im ägyptischen Exil] zur Mutigkeit zu erziehen.
Auch wir gewöhnen uns langsam aber sicher wieder Mutigkeit
an.
Man muß sich darüber im Klaren sein, daß der gegenwärtige
Zustand noch lange andauern kann. Wir lieben den Frieden, die
Araber aber nicht. Wir sind nicht zum ersten Mal in so einer
Lage: "Es war keine Stadt, die sich friedlich ergab an die Kinder
Israels, außer dem Chiwi, den Bewohnern von Givon. Alles
nahmen sie im Kriege. Denn von dem Ewigen [gefügt] war es,
ihr Herz fest zu machen zum Kriege mit Israel, um sie zu
bannen" (Jehoschua 11,19-20; siehe dort).
Wir fahren unterdessen fort, unser Land zu erbauen und in ihm
erbaut zu werden, wir machen weiter mit Nerven von Stahl und
Kupfer, und vor allem - Nerven des Glaubens.
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