DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MIKEZ
Nr. 334
30. Kislev 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in
der Tora (Gen. 41,1 - 44,17)
Pharaos Träume und Josefs Deutung:
7 fette und 7
Hungerjahre, Josef Vizekönig,
Anlage von Vorratsspeichern,
Neuordnung der ägyptischen Wirtschaft,
Josefs Brüder
kommen, Getreide zu kaufen, erkennen ihn
aber nicht.
Schabbat+Rosch Chodesch+Chanukka!
Chanukka ssame'ach!
>>Midrasch
"Ma'asse Chanukka"<<
Der
Stand der Dinge...
|
Zwei Arten Wunder machen wir an Chanukka bekannt - ein
übernatürliches Wunder und ein natürliches Wunder. Das
übernatürliche Wunder ist das Wunder des Ölkruges, dessen
Inhalt gegen die Regeln der Natur statt für einen für acht
Tage
reichte. Das natürliche Wunder bestand im Sieg der
chaschmonäischen Armee über die Griechen - obwohl die
Chaschmonäer Wenige und schwach waren, besiegten sie die
viel stärkeren und zahlreicheren Griechen.
Das übernatürliche Wunder lehrt uns, daß es trotz der
Naturgesetze einen Gesetzgeber gibt, der über ihnen steht und
sie nach seinem Willen ändern kann, weil er nicht beschränkt
ist, weder in Hinsicht auf Zeit noch auf Raum, "es gibt keinen
sonst außer ihm" (Dt. 4,35), und wegen seiner Liebe zum Volke
Israel unterwirft er die Natur seinem Willen und erwirkt uns
Zeichen und Wunder.
Das natürliche Wunder soll uns lehren, daß G~tt demjenigen
hilft, der sich mit ganzer Seele für das jüdische Volk einsetzt,
daß G~tt ihm Kraft gibt weit über dessen beschränkte
Mittel
hinaus, so wie beim Sieg der Chaschmonäer über die Griechen.
Nach dem Stand der Dinge müssen wir das Chanukka-Wunder
unserer Generation bekanntmachen, das Wiedererstehen des
Volkes Israel im Lande Israel nach dem Exil. Das jüdische Volk
im Exil gleicht "verdorrten Gebeinen", wie es beim Propheten
Jecheskel heißt, "können diese Gebeine aufleben?" (37,3).
Dieses Wunder ist an Selbstaufopferung gebunden, an Kämpfe
und lange und schwere Kriege, wie den Unabhängigkeitskrieg,
den Sechstagekrieg und die übrigen Kriege, bis hin zum
heutigen Krieg. Und genau so, wie uns die himmlische Hilfe in
der Vergangenheit zur Seite stand, verhält es sich auch jetzt,
und auch in Zukunft werden wir das Wunder erleben, wie wir
gegen unsere Feinde standhalten und sie besiegen, und wir
werden mit eigenen Augen die Vollendung der Vision der
verdorrten Gebeine sehen, "und ich gebe meinen Geist in euch,
daß ihr lebet, und schaffe euch nach eurem Boden, und ihr sollt
erkennen, daß ich der Ewige es gesagt und getan habe; das ist
der Spruch des Ewigen" (Jecheskel 37,14).
Mit Segenswünschen zu Chanukka
und in Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Über die
Vorsehung
Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: In den vorigen Folgen lernten wir, daß von der
allergrößten Sache bis hin zum kleinsten Detail alles
entsprechend der göttlichen Vorsehung geschieht. - Warum
also zum Arzt gehen, denn wenn G~tt dem Menschen
vorbestimmt hat, zu leben, wird er auch ohne Arzt leben, und
wenn er dem Tode geweiht ist, nützt ihm auch der beste Arzt
nichts!
Antwort: Natürlich funktioniert das nicht so. Wenn wir diese
Argumentation nämlich logisch weiterverfolgen, schrieb
Maimonides, bräuchten wir auch nicht zu essen. Wenn G~tt
jemandem zu leben bestimmt hätte, würde er ja auch ohne
Nahrung leben, und wenn jemand sterben müsse, täte er dies
auch mit vollem Bauche. "Genauso, wie ich G~tt danke zur Zeit
des Essens, womit er uns versorgt hat, unseren Hunger zu
stillen, uns zu beleben und am Leben zu erhalten, werden wir
ihm danken für die Bereitstellung von Heilmitteln, meine
Krankheit zu heilen, wenn ich mich ihrer bediene"
(Mischnakommentar Pessachim 4.Kap.,10).
Mit anderen Worten: In der Welt sind Kräfte am Werke, die man
nicht ignorieren kann. G~tt tritt nicht immer als direkter
Verursacher auf, sondern steht häufig in einiger Entfernung
hinter den Dingen als ursprünglicher Verursacher am Anfang
der Kette von Ursache und Wirkung. Er läßt den Wind wehen
und den Regen fallen, unter Gebrauch der Naturgesetze. Der
Zahlenwert des Wortes "Elohim" (einer der G~ttesnamen)
entspricht dem Zahlenwert des Wortes "Hateva" (die Natur;
diese Methode wird häufig zum Aufzeigen von
Sinnverwandtschaft benutzt). Ein Rabbiner in London, Rav
David Netto, Autor des Buches "Der zweite Kusari", behauptete,
G~tt sei die Natur, worüber sich die anderen Rabbiner
aufregten, weil so eine Äußerung leicht auf ketzerisch-
spinosistische Weise mißverstanden werden konnte.
Er verdeutlichte daraufhin seine Äußerungen dahingehend,
daß
der Herr der Welt der Herrscher über die Natur sei, woraufhin
man die Angelegenheit vor den "Chacham Zwi" (Rabbiner Zwi
Aschkenasi, Vater des Rabbiners Jakov Emden) zur
endgültigen Entscheidung brachte. Dieser bestätigte die Worte
Rabbiner Nettos.
Rabbiner Nissim Gerondi (aus der Zeitperiode der Rischonim)
erklärte, man dürfe sagen: "Meine Kraft und die Stärke
meiner
Hand hat mir all dies Vermögen geschafft" (Dt. 8,17), wenn man
auch die Fortsetzung dieses Verses im Sinn hat: "denn der
Ewige, dein G~tt ist es, der dir Kraft gibt, Vermögen zu
schaffen" (18). Wir behaupten nicht, daß G~tt dir das Vermögen
direkt gibt, sondern die Kraft, Vermögen zu erwerben, als
zwischengeschaltete Ursache.
Auch Rabbiner Jizchak Abarbanell (lebte vor etwa 500 Jahren in
Spanien) erklärte: "Die mittelbaren Ursachen lassen sich nicht
verleugnen, denn wir erkennen sie mit unseren Sinnen.
Vielmehr besagt [der Vers]: Du bist wirklich der Grund für die
Sache [das Vermögen], doch seid ihr [die Menschen] nichts
anderes als mittelbare Ursachen, aber keine unmittelbaren
Ursachen".
Der Herr der Welt ist die "erste Ursache", doch wirkt er durch
mittelbare Ursachen wie die Naturgesetze und den
Menschenverstand. Darum erklärte Rabbiner Moscheh Chajim
Luzatto, daß eine konsequente Beachtung der Regel "hütet
sehr
eure Seelen" (Dt. 4,15) nicht dem unbedingten G~ttvertrauen
zuwiderlaufe. "Denn siehe, der Herr, gelobt sei er, schuf den
Menschen als ein Wesen mit klarem Verstand und rechtem
Urteilsvermögen, daß er sich auf gute Weise verhalte und
sich
vor den schädlichen Dingen hüte, die geschaffen wurden, um
die Bösewichte zu strafen, und wer sich demnach nicht auf gute
Weise verhalten möchte und sich leichtsinnig Gefahren
aussetzt, zeigt damit kein G~ttvertrauen, sondern Übermut. Er
sündigt durch diese seine Taten gegen den Willen des
Schöpfers, gelobt sei sein Name, der möchte, daß der
Mensch
sich schütze. Es ergibt sich demnach, daß er neben der der
Sache inhärenten Gefahr, der er sich durch Mangel an Vorsicht
aussetzt, seine Seele durch Begehen dieser Sünde strafwürdig
macht, und diese Sünde selbst ist es, die ihm die Strafe bringt"
("Messilat Jescharim", Ende des 9.Kap.).
Ebenso schrieb Rabbiner A.J.Kuk in Kürze: "Das G~ttvertrauen
beginnt dort, wo wir mit den uns gegebenen Möglichkeiten die
äußerste Grenze der eigenen Bemühungen erreicht haben,
und
dort, wo unsere eigene Kraft nicht hinreicht, da ist der Platz fürs
G~ttvertrauen. Denn dort, wo sich die Fähigkeit offenbart, darf
man sich g~ttbehüte nicht des G~ttvertrauens bedienen, denn
dies ist gar kein G~ttvertrauen, sondern Leichtsinn und eine
Herausforderung gegen den Himmel" ("Ejn Aja" zu Brachot
9.Kap., §120).
Wer also die große Mitzwa erfüllt, in einer Eliteeinheit
zu dienen,
oder in Teilen unseres Landes zu wohnen, die als etwas
gefährdeter gelten, wird die möglichen Vorsichtsmaßnahmen
ergreifen.
Ebenso schrieb Maimonides, müsse, wer ein neues Haus baut,
ein Geländer ums Dach machen, man müsse für die
unabsichtlichen Totschläger Zufluchtsstädte einrichten und
die
furchtsamen Soldaten nach Hause entlassen - und man sagt in
allen diesen Fällen nicht, 'es sei doch möglich, die Gefahren
einzugehen, denn was G~tt vorbestimmt habe, werde so oder
so geschehen, und die Anzahl der Lebensjahre sei genau
vorbestimmt' - nein, denn "die Furcht des Ewigen mehret die
Tage, aber die Jahre der Frevler werden verkürzt" (Sprüche
10,27; "Igrot HaRaMbaM").
Vielleicht möge man annehmen, der Herr der Welt sei wohl die
Ursache aller Ursachen, doch nachdem er die Lenkung den
Zwischenursachen übergab, bestimmten diese die Abläufe und
unterliegen nicht mehr der göttlichen Oberlenkung? Dem ist
jedoch nicht so. Zu jeder Zeit hat der Herr der Welt alle
Ursachen fest unter Kontrolle. So schrieb Rabbiner Luzatto:
"Kein Ding, sei es klein oder groß, von den materiellen Dingen,
das weder Ursache noch Ursprung in den metaphysischen
Kräften hätte, entsprechend ihren Eigenschaften; und der
Herr,
gelobt sei er, wacht über alle diese Dinge, je nach ihrem
Schöpfungszweck, das heißt, zuerst über die metaphysischen
Kräfte, und dann über alle ihre Umformungen durch die
Sphären, so wie es wirklich passiert, und ebenso wacht er über
die Beauftragten, die er über die Befindlichen eingesetzt hat"
(Derech Haschem, 2.Teil, 1.Kap.§2).
Daneben setzte der Herr der Welt himmlische Gerichtshöfe ein,
die alle Dinge der unteren Welt bestimmen, "und siehe, er,
gelobt sei sein Name, erscheint in all diesen Gerichtshöfen,
beeinflußt sie und richtet sie auf die Dinge aus, wie sie in
Wirklichkeit sind, damit ein wahres Urteil herauskomme"
(ebda.,9.Kap.,§2).
Das ist die Regel: Es gibt keine Zufälle auf der Welt, wie
Maimonides am Anfang der Fastengesetze schrieb, vielmehr
stammt alles von G~tt. Ebenso schrieb Rabbi Pinchas Elijahu
aus Wilna: "Nach dem richtig Erhaltenen und der glaubwürdigen
Überlieferung kannst du sicher sein, daß der Heilige, gelobt
sei
er, auf der Stätte seines Sitzes über die kleinsten Einzelheiten
bei den Menschen wacht, und es gibt keine kleine oder große
Sache, die dir auf dem Wege oder in der Stadt, im Hause oder
auf dem Felde passierte, die nicht der genauesten wunderbaren
Oberaufsicht G~ttes unterläge; er schaut durch die Fenster, lugt
durch die Gitter und die Pforten des Himmels auf alle Details
der Dinge, klein wie groß" (Sefer Habrit).
Und Rabbiner A.J.Kuk schrieb: "Selbst mit dem Aufgehen in der
ganzen gewaltig großen Allgemeinheit ohne Ende und Ziel, der
gesamten Existenz, mindert das doch kein Jota von der
Vorsehung für den Einzelnen, und er, der Herr der Welt, G~tt,
ist mein privater Lenker, als gäbe es in seiner Welt nichts außer
mir" (Olat Ra'aja I S.48-49).
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