DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT EMOR
Nr. 353
15. Ijar 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in der Tora (Lev. 21,1-24,23):
Besondere Vorschriften für die Nachkommen
Aharons, die
Priester: Verbot der Leichenunreinheit,
Heiratsvorschriften,
Dienstuntauglichkeit durch Gebrechen oder
Unreinheit, Strafen;
Vorschriften für Mitglieder der Priesterfamilie;
Regelungen über
die Tauglichkeit von Opfertieren; Schabbat
und Festtage und
ihre Gebote; Leuchter und Brottisch im
Heiligtum/Tempel; Strafe
des Gotteslästerers; div. Gesetze
von Schädigungen.
| Am
Schabbes-Tisch...
Bnej Rabbi Akiva Rav Asri'el Ari'el
|
Der Ursprung des Feiertages Lag Ba'omer scheint
einigermaßen verschwommen. Warum wurden an diesem Tag
Lagerfeuer angezündet? Warum spielten die Kinder an diesem
Tag mit Pfeil und Bogen? Warum und wofür werden an ihm die
Trauersitten der Omerzeit unterbrochen? Die volkstümliche
Tradition verbindet Lag Ba'omer mit dem Bar-Kochba-Aufstand
als einen Tag, an dem ein großer Sieg über die Römer
errungen
wurde; allerdings bleiben die wahren Ursprünge weiterhin
verborgen und geheimnisvoll - was diesem Tag voll gerecht
wird, ist es doch der große Feiertag der Lehre der verborgenen
Dinge, Torat hanistar [Todestag des Rabbi Schimon bar Jochai,
Autor des Sohar].
Früher galt Bar-Kochba als Symbol für jüdisches Heldentum,
für
die jüdische Hartnäckigkeit, die Herrschaft des Bösen
zu
bekämpfen. Im heutigen Zeitalter des "post-Zionismus" machten
einige Forscher Bar-Kochba zu einem abschreckenden Beispiel
für Lügenmessianismus, der der Nation eine Katastrophe und
dem Land die Zerstörung brachte. Von hier gelangten sie dann
zur Schlußfolgerung als Lehre für alle Generationen, daß
jede
geplante Aktion ausschließlich nach "realen" Kriterien
abgewogen werden darf, auf keinen Fall aber - gottbehüte! -
glaubensbezogene Aspekte in die Entscheidung einfließen
dürfen. Wir aber, die Schüler von Rabbi Akiva, "der
Waffenträger von König Ben-Kosiba [=Bar-Kochba] war", nach
den Worten unseres Lehrers Rabbiner Moscheh ben Maimon
("Maimonides", Gesetze von Königen und Kriegen 11.Kap., §3),
wir folgen den Erklärungen der talmudischen Weisen und
werden sehen, welche Lehren sie aus den Taten Bar-Kochbas
zogen.
Nach den talmudischen Weisen bestand der Fehler Bar-
Kochbas nicht gerade darin, daß er ein Übermaß an
glaubensbezogenen Aspekten in seine Entscheidungen
einfließen ließ. Das Gegenteil traf zu. Bar-Kochba hielt
sich für
einen Realisten. Er war dagegen, die göttliche Vorsehung in
seine Überlegungen einzubeziehen. Die Weisen beschrieben
sein Vorgehen wie folgt: "80.000 Hornbläser belagerten Bitther,
und dort war Ben-Kosiba... und wenn sie [Bar-Kochba und seine
Soldaten] zum Kampfe auszogen, sprachen sie [zu G~tt]: 'Hilf
weder uns noch unseren Feinden', wie geschrieben steht: 'Nicht
du, o G~tt, der du uns verstoßen und nicht auszogst, G~tt, mit
unseren Heeren' (Psalm 60,12)"... (Midrasch Ejcha rabba 2,4)
Bar-Kochba wollte Lehren aus dem vorigen Aufstand ziehen, als
Jerusalem und der Tempel zerstört wurden. Er versuchte sich
als praxisorientierter Realist. Er befürchtete, Vertrauen auf
G~tt
könnte die Kämpfer zu Nachlässigkeit und ungenügendem
Einsatz verleiten. Darum wählte er ein sozusagen säkulares
Motto. Doch genau darin bestand sein Irrtum. So wird im Ozar
Hamidraschim erzählt: "Zu jener Stunde kam ein Kutäer
in die
Stadt und fand Rabbi Elasar aus Modaim im Lehrhaus sitzen
und Folgendes beten: Herr der Welten, sitze nicht mit Ben-
Kosiba zu Gericht, weil Ben-Kosiba zum Kampf auszog und
sagte 'Nicht du, o G~tt, der du uns verstoßen und nicht
auszogst, G~tt, mit unseren Heeren'". Bar-Kochba, der nicht
verstand, worin das Geheimnis seiner Kraft lag, verdächtigte
Rabbi Elasar der Kollaboration mit den Römern und tötete
ihn.
Daraufhin ertönte eine Hallstimme: "Wehe dem nichtsnutzigen
Hirten, dem Vernachlässiger der Herde; Verderben über seinen
Arm und über sein rechtes Auge..." (Secharja 11,17).
Der Midrasch fährt fort: "In jener Stunde schickte der Heilige,
gelobt sei er, eine Giftschlange zu Ben-Kosiba, die ihn tötete.
Sofort fiel das Land in die Hände von Adrianus... Da sprach
jener: Wenn ihn nicht sein Hort ausgeliefert hätte - wer hätte
ihm beikommen können?! Wie geschrieben steht: 'Wie kann
einer Tausend verfolgen..., wär es nicht, daß ihr Hort sie
verkauft und der Ewige sie ausgeliefert?' (Dt. 32,30)"...
Das ist die Lehre aus der Geschichte von Bar-Kochba. Man
muß sein Wirken und Werken darauf ausrichten, die Erlösung
auf natürlichem Wege herbeizuführen, unter sorgfältiger
Bereitstellung der nötigen militärischen und politischen,
wirtschaftlichen und logistischen Mittel; doch eins müssen wir
dabei wissen: Daß die stärkste Armee des Nahen Ostens nur
mit göttlicher Hilfe Erfolge erzielt. "Dann gedenke des Ewigen,
deines G~ttes; denn er ist es, der dir Kraft gibt, Mächtiges zu
tun" (Dt. 8,18).
Diese Lehre lehrte auch Rabbiner A.J.Kuk den "Bnej Akiva"
unserer Generation: "Die besondere Eigenschaft Rabbi Akivas,
die in der heutigen Zeit des Sprossens der Errettung erwacht,
uns ein ewiges Licht zu sein, Begeisterung und Hingabe, jede
Vision der Erlösung und der Wiedererstehung Israels und
seines Landes zu stärken [wie Rabbi Akiva bei Bar-Kochba;
Maimonides s.o.). Und gerade, weil diese Vision seinerzeit
scheiterte, Bar-Kochba fiel und mit ihm Israel hinsichtlich seiner
nationalen Freiheit, sind wir sicher, daß die Reihe an die wahre
Tora in heiligem Munde kommen wird, und diese Gelegenheit
kommt immer näher, 'nicht zweimal entsteht die Not' (Nachum
1,9), und nicht umsonst kämpfte Israel seinen Existenzkampf
und siegte bis zur letzten Generation, einschließlich" (Ma'amarej
Hara'aja S.202-203).
Zwar war Bar-Kochba seinerzeit nicht der gewünschte Erfolg
beschieden, doch sein Erbe und seine Erfahrungen leben in
unserer Mitte weiter, im Lichte seines großen Lehrers Rabbi
Akiva. "Haus Jakov, auf!, und lasset uns wandeln im Lichte des
Ewigen" (Jeschajahu 2,5).
| Frage
und Antwort
Das Recht auf Rückkehr Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Der Zionismus ist eine ethische Bewegung, die ein
furchtbares Unrecht beseitigen kommt, das an einem von
seinem Land vertriebenen Volk begangen wurde, das nun in
seine Heimat zurückkehrt. Darum müssen wir sensibel sein
für
die Araber, die sich in einem ähnlichen Zustand befinden. Der
Aufbau unseres Landes auf den Grundfesten der Ethik ist das
Faustpfand für seinen Bestand und seinen Erfolg. Darum würde
ich gerne wissen, ob das Recht auf Rückkehr auch der übrigen
Völker eine Basis in der Tora hat.
Antwort: Aber sicher - ebenso, wie geschrieben steht: "Und ich
werde zurückführen die Gefangenen meines Volkes Israel"
(Amos 9,14), heißt es gleichfalls: "Aber nachher bringe ich
zurück die Gefangenen der Söhne Ammon" (Jirmijahu 49,6).
Einerseits: "So wird der Ewige dein G~tt zurückführen deine
Gefangenen und sich dein erbarmen und dich wieder sammeln
aus all den Völkern" (Dt. 30,3), andererseits: "und ich bringe
zurück die Gefangenen Ägyptens" (Jecheskel 29,14).
Diese Gegenüberstellung stammt von keinem Geringeren als
Raschi (zu Dt. 30,3): "Ferner kann man sagen, daß groß
[ist]
der Tag der Sammlung der Verbannten und schwierig, als ob Er
selbst wörtlich mit Seinen Händen einen jeden an seinem Orte
anfassen müßte; wie es heißt (Jesch.27,12), und
ihr werdet
einzeln gesammelt werden, Kinder Israel". Die Einsammlung der
Verstreuten ist von so großer Wichtigkeit, daß der Herr
der Welt
sozusagen das ganze Volk Israel einen nach dem anderen
einzeln in sein Land zurückbringt. Und dann fügt Raschi hinzu:
"und auch bei den Verbannten der anderen Völker finden wir so
(Jirm. 48,47), ich führe zurück die Verbannten Moaws".
Wir
lernen daraus, daß die Juden kein Monopol auf den Begriff
"Einsammlung der Verstreuten" haben, sondern daß dem Herrn
der Welt an einem parallelen Prozeß bei jedem Volk gelegen
ist.
Schließlich und endlich besteht eine Verbindung zwischen
einem Volk und seinem Land. Rabbiner Jehuda Löw ben
Bezalel (der "hohe Rabbi Löw" aus Prag) erklärte in seinem
Buch Nezach Israel, das vom Exil Israels und seiner Erlösung
handelt, ein Volk könne auf natürliche und auf unnatürliche
Weise existieren, und für das natürliche Leben seien drei
Bedingungen erforderlich: 1. Alle leben zusammen, 2. in ihrem
Land, und 3. in Selbständigkeit (1. Kapitel). Diese Analyse
bezieht sich nicht unbedingt nur auf das Volk Israel, sondern auf
alle Völker der Welt. So wie jeder Mensch auf Erden, der im
"Ebenbilde G~ttes" geschaffen wurde, das Recht und die
Berechtigung hat, auf eine seiner Natur und seinem Wesen am
besten angepaßte Weise zu leben, so verhält es sich auch
mit
jedem Volke. "Da der Höchste den Völkern Besitz gab, da er
abteilte die Menschensöhne, stellte er fest Grenzen der Völker"
(Dt.32,8).
Man kann sich das kaum vorstellen, daß wir uns um das
Wohlergehen und den Wohlstand der Araber sorgen, die
tagtäglich unser Blut vergießen und jeden unseren Schritt
seit
Beginn unserer Rückkehr in unser Land zu behindern suchen.
Doch unserem Wesen nach sind wir kein kriegslüsternes Volk,
wir sind nicht an der Zerstörung der Welt interessiert, noch nicht
einmal an der Zerstörung unserer Hasser.
Obwohl das Volk Israel durch alle Generationen so sehr durch
die Völker der Welt leiden mußte, gewaltige und furchtbare,
unbeschreibliche Leiden, ist es eigentlich erstaunlich, wie es
seine Gebete nicht mit der Bitte um deren Vernichtung endigte,
sondern im Ausdruck ehrlicher Sehnsucht nach dem Erfolg all
jener Nationen: "..die Welt gegründet wird auf das Reich des
Allmächtigen und alle Menschenkinder deinen Namen anrufen,
daß sich dir zuwenden alle Frevler der Erde, erkennen und
einsehen alle Bewohner der Welt, daß sich vor dir jedes Knie
beugen, jede Zunge schwören soll" (aus "Alenu leschabe'ach").
Noch mehr erstaunt, daß dieses Gebet der Tradition nach von
Jehoschua ben Nun verfaßt wurde, der das Land Israel
eroberte. Ebenso wir, die wir notgedrungen Kriege zur
Unabhängigkeit und zum Schutze unseres Landes führen
müssen; deshalb verlieren wir noch lange nicht unsere
universalistische Weltanschauung.
Natürlich müssen wir uns gegen unsere Feinde verteidigen,
gleichzeitig aber keinen ewigen Groll gegen die arabische
Nation bewahren, oder gegen arabische Nationen, sondern
vielmehr zur Verwirklichung ihres Rechtes auf Rückkehr
streben. Es versteht sich von selbst, daß sich so ein Projekt
nicht von einem Tag zum anderen in die Tat umsetzen läßt,
besonders in diesen Zeiten, aber je mehr wir selber
durchdrungen sind von der erhabenen Wichtigkeit dieser
"Einsammlung der Verstreuten", einer Wichtigkeit sowohl für die
Araber als auch für uns wie auch die gesamte Menschheit -
werden wir Wege zu ihrer Realisierung finden und die damit
verbundenen Schwierigkeiten überwinden, und wir sind sicher,
daß Idealisten aus aller Herren Länder uns zu diesem
erhabenen moralischen Bestreben ihre Hand leihen werden: ein
Volk in sein Land zurückkehren zu lassen. Wie groß doch
wird
jener Tag sein, wie schon Raschi erklärte: "groß der Tag
der
Sammlung der Verbannten... auch bei den Verbannten der
anderen Völker" (s.o.).
Laßt uns nunmehr das Recht auf Rückkehr verwirklichen,
lassen wir die Araber in Israel in ihre Ursprungsländer
zurückkehren. Ist dies doch das Land Israel, wie der Name
schon sagt, und die Araber zogen hier im Laufe der Zeit ein,
besonders in der Periode kurz vor dem Unabhängigkeitskrieg,
wie aus den Dokumenten der jüngsten Geschichte jedem
Interessierten ersichtlich ist (siehe dazu besonders das Buch
der amerikanischen Geschichtsforscherin Joan Peters "From
Time Immemorial").
Und groß ist der Tag der Einsammlung der verstreuten Araber,
die unter uns weilen, in ihre jeweiligen Heimatländer. Diese Tat
wäre von besonderer ethischer Größe, für sie,
für uns und für
die gesamte Menschheit.
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