DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT EKEW
Nr. 366
18. Aw 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Dt. 7,12-11,25):
Die Segnungen des Gehorsams, Heranziehung
der Geschichte
als Motivation zur Erfüllung der
fundamentalen Pflicht, G~tt zu
lieben und seine Gesetze zu halten, persönliches
Erleben der
Wunder zu Gunsten Israels sollen zu Liebe
und Gehorsam
führen, Belohnung und Strafe im Judentum
(Mittelteil des
Schma-Gebetes).
| Am
Schabbes-Tisch...
Brot und Segen Rav Asri'el Ari'el
|
Eines der 613 Gebote der Tora verlangt von uns, G~tt für jede
Mahlzeit zu segnen, die wir essen, wie es in unserem
Wochenabschnitt heißt: "Und du wirst essen und satt werden
und du sollst segnen den Ewigen deinen G~tt" (Dt. 8,10). Diese
Worte reden vom nach dem Essen zu sprechenden Tischgebet,
und auf dieser Basis ordneten die talmudischen Weisen die
Segenssprüche vor dem Verzehr an. Die Bedeutung dieser
Segenssprüche (Brachot) erstreckt sich auf verschiedene
Ebenen.
Der Segensspruch läßt sich auf einfache Weise als
Danksagung erklären. Wer von der Welt des Ewigen genießt,
ohne wenigstens Danke zu sagen, ist eben - undankbar. Mit
dem Segensspruch bedankt sich der Mensch beim Schöpfer.
Diese Erklärung paßt allerdings eher zum Tischgebet, nach
dem Erhalt des Genusses. Der Segensspruch vor dem Genuß
läßt sich eher als eine Bitte um Erlaubnis erklären.
Vor dem
Segensspruch gilt das Prinzip "dem Ewigen ist die Erde und
was sie füllet" (Psalm 24,1), und nachher "die Erde aber hat er
gegeben den Menschenkindern" (Psalm 115,16). Nach dieser
Erlärung gilt jemand, der von G~ttes Welt ohne Segensspruch
genießt, einfach als Dieb oder Räuber.
Die Worte der Weisen im Traktat Brachot weisen auf eine
weitere Ebene, die der MaHaRaL (der "hohe Rabbi Löw" aus
Prag) erläuterte: Alles, was der Heilige, gelobt sei er, in seiner
Welt erschaffen hat, kann als "Hekdesch" (dem Tempel
Geheiligtes) angesehen werden. So gilt der Segensspruch nicht
nur als Bitte um Erlaunis, sondern als Auslösung zum
profanen Gebrauch.
Nach den Worten von Rabbi Jehuda Halevi im Buche "Kusari"
läßt sich eine noch fundamentalere Bedeutung ausmachen.
Wir
bringen die Früchte nicht von ihrer Heiligkeit auf die profane
Ebene herunter, im Gegenteil, durch den Segensspruch erhebt
sich der Profane auf ein Niveau, das ihm erlaubt, von diesen
Früchten zu genießen. Der Segen erhebt das Essen von der
Ebene der tierischen Bedürfnisbefriedigung zu einem spirituellen
Genuß. Der Segensspruch verwandelt sozusagen den
einfachen Menschen in einen Kohen (Priester), der von den
priesterlichen Abgaben oder vom Opferfleisch ißt, oder läßt
den
einfachen Juden nach Jerusalem zur Zeit des Tempels
aufsteigen, wo er den zweiten Zehnt, die Viertjahrsfrucht und
Schlamim-Opfer in Heiligkeit essen darf.
Aus den Worten des Talmud Jeruschalmi läßt sich eine noch
tiefschürfendere Interpretation dieser Erklärung entnehmen.
Jeder kennt den Unterschied zwischen den Segenssprüchen
über Nahrungsmittel und denen über eine Gebotsausübung.
Der
Segen über den Genuß soll uns wie gesagt den Genuß
von
dieser Welt erlauben bzw. Dank ausdrücken gegenüber dem,
der diesen Genuß schuf. Der Segen über die Gebote soll
demgegenüber der tieferen Bedeutung des Ausführens eines
der göttlichen Gebote Ausdruck verleihen. Wenn ein Jude, der
einen Segen spricht und ißt, als Kohen angesehen wird,
der von
den Abgaben oder Opfern ißt, dann müßte er darüber
doch den
Segen über die entsprechenden Gebote sagen, und so, wie der
Kohen "...der uns durch seine Gebote geheiligt und uns die
priesterliche Abgabe zu essen befohlen hat" oder "...vom
Schlachtopfer zu essen..." u.ä. sprechen. Dadurch kommen wir
zu einem überraschenden Ergebnis: Ein Jude, der von G~ttes
Welt genießt, übt damit ein Gebot aus. Auch liebt G~tt jeden
Einzelnen von uns und möchte ihm daher Gutes tun. Und weil
dem so ist, bereitet jeder, der von G~ttes Geschenken genießt,
damit seinem Schöpfer Annehmlichkeit. Entsprechend steht am
Ende des Traktates Kiduschin im Talmud Jeruschalmi, daß in
der Zukunft jeder Mensch Rechenschaft über eine Sache
ablegen muß, die seine Augen sahen und von der er nicht
genoß. Das ist die Tora des Landes Israel. Darum verbindet die
Tora mit inniger Verknüpfung das Tischgebet mit dem Lande
Israel: "...und du sollst segnen den Ewigen deinen G~tt für
das
schöne Land, das er dir gegeben" (s.o.).
Doch die Natur des Menschen - auch wenn er im Lande Israel
lebt - sieht so aus, daß er nicht mit einem Mal das höchste
spirituelle Niveau erreichen kann, auf dem sein Speisetisch
wahrlich dem Tempelaltar gleicht, und sein Essen dem der
Kohanim. Davon handelt das letzte Kapitel des Buches "Der
Weg der Frommen" (Messilat Jescharim, Rabbiner Moscheh
Chajim Luzatto), das Kapitel der Heiligkeit. Vorher aber muß
man den ganzen Weg mit allen seinen Stationen zurücklegen,
die in diesem Buch erläutert werden. Auf diese Weise wandelt
sich der Mensch langsam, aber sicher von jemandem, der
"segnet, um zu essen", zu jemandem, der "ißt, um zu segnen"...
| Frage
und Antwort
Wie man seine Frau verwöhnt Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Mein Mann ist mir zwar lieb und teuer, aber leider
verwöhnt er mich nicht besonders. Er kauft mir z.B. kein
Geschenk zum Geburtstag, selbst nicht bei meiner Niederkunft,
mit der Ausrede: "Ich weiß nicht, was ich Dir kaufen soll, und
außerdem habe ich keine Zeit. Ich bin ein beschäftigter
Mensch". Das stimmt wirklich, er ist ein beschäftigter Mensch.
Er hat eine wichtige Position und leistet bedeutende Arbeit.
Darum hat er keine Zeit. Wenn ich selber das Geschenk kaufte,
einpackte und ein nettes Zettelchen beilegte, würde er es mir
sicher geben, denn er liebt mich ja. Aber was kann ich machen,
er ist ein vielbeschäftigter Mensch, und mir tut die Sache weh.
Antwort: Weil er ein wichtiger Mensch ist, der wichtige Sachen
tut - muß er wissen, daß das Wichtigste auf der Welt seine
Frau ist.
Das lernen wir von einem der wichtigsten und einem der mit
wichtigen Dingen beschäftigsten Menschen in unserer
Geschichte: König David, der das israelische Königtum auf
feste
Füße stellte. Zu unserer Schande ging dem ein Bürgerkrieg
zwischen dem Hause Scha'uls und dem Hause Davids voran.
Am Ende sandte Avner ben Ner [Scha'uls Feldherr] eine
Nachricht an David: Ich werde dafür sorgen, daß das ganze
Haus Scha'ul dich als König akzeptiert. - Wir hätten nun
die
folgende Antwort von David erwartet: 'Ich danke euch für das in
mich gesetzte Vertrauen, ich werde mich mit ganzer Kraft
bemühen, das Volk Israel zu retten'. Doch sagte er nichts
dergleichen, sondern: Wenn ihr mir nicht meine Frau Michal [die
Tochter Scha'uls] zurückgebt, die mir widerrechtlich genommen
und einem Anderen gegeben wurde, stehe ich nicht als König
zur Verfügung (Schmu'el II, 3,13).
Was soll das heißen, "meine Frau Michal"?! Das Schicksal der
Nation steht auf dem Spiel! Weiß er nicht, worum es geht?!
Versteht er denn nicht, daß es nichts wichtigeres gibt als das
Schicksal der jüdischen Nation?! Nein! Erstmal meine Frau
Michal!
Wenn Ihr Mann nicht versteht, was "meine Frau Michal"
bedeutet, dann weiß er auch nicht, was die jüdische
Gemeinschaft bedeutet, dann versteht er eigentlich überhaupt
nichts! Er kann dann auch nicht die Gemeinschaft retten, weil er
noch nicht einmal einen Einzelnen retten kann.
Ihr Mann ist eine bedeutende Persönlichkeit und mit wichtigen
Dingen beschäftigt, mögen sich solche im jüdischen Volke
mehren. Darum muß er wissen, daß das Wichtigste seine Frau
ist. Seine Frau - das ist er. Er und seine Frau gelten als ein
Körper.
Darum muß er ihr Geschenke kaufen. Das steht sogar im
Schulchan Aruch. Das ist ein sehr wichtiges Buch, das von
einem wichtigen Mann für wichtige Leute geschrieben wurde.
Dort steht, daß man seiner Frau zu den Feiertagen Geschenke
kaufen muß (O.C. §529,2).
Nicht nur das Kaufen ist wichtig, sondern auch die Einstellung
dazu, die Beziehung, das Lächeln. Das Geschenk ist wichtig für
die Frau.
- Er arbeitet aber schwer, um Geld für die Familie zu verdienen.
Ja, aber ein Geschenk ist wichtiger als Geld oder
Haushaltsgeräte. Natürlich soll er Ihnen weiter Haushaltsgeräte
kaufen, aber Geschenke sind für Sie wichtig wie die Luft zum
Atmen.
Wenn er keine Zeit für Sie hat, wozu hat er Sie dann erst
geheiratet? Und wo er Sie nun geheiratet hat, muß er auch die
Zeit finden, Sie zu erheitern.
- Er weiß nicht, was er mir kaufen soll.
Dann soll er sich den Kopf zerbrechen. Er ist doch ein wichtiger
Mensch, und als wichtiger Mensch zerbricht er sich den Kopf
über wichtige Dinge. Und wenn ihm partout nichts einfällt,
soll er
wenigstens Blumen kaufen oder ihnen ein Gedicht schreiben.
- Er hat aber keine Zeit.
Er hat Zeit. Er hat sogar viel Zeit. Soll er sich nur den Kopf
zerbrechen und was Schönes kaufen. Und wenn es erstmal nur
Blumen sind. Nur nicht ablassen. Das ist wichtig, sogar sehr
wichtig. Wenn er diese wichtige Sache tut, wird ihm G~tt allen
Segen für seine anderen wichtigen Beschäftigungen schicken.
Friede mit Ihnen, Friede Ihrem Hause, und Friede unserem
wichtigen Freunde.
Ein echter Zadik
Rabbiner Arje Levin sel.
Ein zerstrittenes Ehepaar kam einmal zu Rabbiner
Levin, damit
er zwischen ihnen schlichte und der Hausfrieden
zurückkehre.
Nachdem seine Bemühungen von Erfolg
gekrönt waren,
schickte ihm jener Ehemann eine Spende für
seine Jeschiwa.
Diese ließ er jedoch mit folgendem
Begleitschreiben
zurückgehen: "Anstatt der Jeschiwa zu
spenden, kauf lieber
deiner Frau von diesem Geld Kleider und Schmuck,
um sie zu
besänftigen".
In einem ähnlichen Fall nahm Rabbiner
Levin das Geld an,
kaufte selber ein schönes Geschenk und
überreichte es der
Frau "im Namen Ihres Gatten" um den Hausfrieden
zu stärken,
wie er sich ausdrückte.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
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