DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BESCHALLACH
Nr. 340
13. Schwat 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in
der Tora (Ex. 13,17 - 17,16)
Ägypter verfolgen die Kinder Israels
nach dem Auszug;
Spaltung des Schilfmeeres; Übergang
der Israeliten, Untergang
der Ägypter; 2 Lobgesänge; erste
Beschwerden; Man
("Manna"); freitags doppelte Menge, reicht
auch für Schabbat;
wiederum Zank um Trinkwasser; Moscheh
schlägt den Felsen;
Überfall der Amalekiter; Gebot, Amalek
in allen Generationen zu
bekämpfen.
Der
Stand der Dinge...
|
Der erste Krieg, der dem jüdischen Volk in seiner langen
Geschichte aufgezwungen wurde, war der Krieg gegen Amalek:
"Da kam Amalek und stritt gegen Israel in Refidim" (Ex. 28,17).
Es gibt ein besonderes Gebot, diesen Krieg zu erinnern, wie es
heißt: "Gedenke, was dir Amalek getan hat auf dem Wege bei
eurem Auszug aus Ägypten" (Dt. 25,17), "lösche aus das
Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel - vergiß nicht!" (25,19).
Warum sollen wir daran erinnern und nicht vergessen? Weil es
deswegen heißt: "Krieg des Ewigen wider Amalek von
Geschlecht zu Geschlecht" (Ex. 17,16). Die Amalekiter waren
die Ersten, die über das jüdische Volk ohne ersichtlichen
Grund
herfielen, nur weil sie Juden waren, und weil sie eine gewisse
Schwäche zeigten: "Der dich traf auf dem Wege und deinen
Nachtrab erschlug, all die Schwachen hinter dir" (Dt. 25,18). So
wie ein Raubtier sein Opfer anfällt, wenn es an ihm eine
Schwäche entdeckt, so waren die Amalekiter die Ersten, die
über die Juden herfielen und damit den Nationen der Welt und
den Antisemiten aller Zeiten den Weg wiesen. Zu Anfang
herrschte allgemeine Zurückhaltung, sich mit dem Volk Israel
anzulegen, das sich vor aller Augen beim Auszug aus Ägypten
als geliebter und erwählter Sohn des Ewigen offenbarte - "mein
erstgeborener Sohn ist Israel" (Ex. 4,22). Jeder, der Israel
Schaden zufügt, erhält von G~tt Strafe wie die zehn
ägyptischen Plagen und wie bei der Durchquerung des
Schilfmeeres. Amalek ließ sich jedoch durch all dies nicht
abhalten, und schwächte so ganz allgemein die
Abschreckungsfähigkeit Israels.
Nachdem Stand der Dinge befinden wir uns mitten in einem
Krieg, der uns von den Arabern aufgezwungen wurde, die uns
aus dem Lande Israel vertreiben wollen. Das wird ihnen niemals
gelingen. Dieser Kampf wird zu unserem Leidwesen von einer
antisemitischen Greuelpropaganda übelster Sorte begleitet, wie
wir sie seit dem Holocaust nicht erlebt haben. Mit G~ttes Hilfe
werden wir diesen Kampf gewinnen, so wie während aller
Generationen die Hasser Israels besiegt wurden und schließlich
weichen mußten - von Amalek über Haman bis zu den Nazis.
Um unsere Kampfmoral zu stärken, müssen wir von unserem
Lehrer Moscheh lernen: "Und es geschah, sobald Moscheh
seine Hand erhob, siegte Israel, und sobald er seine Hand
ruhen ließ, obsiegte Amalek" (Ex.17,11). "Konnten denn die
Hände Moschehs den Krieg fördern oder den Krieg abbrechen?
Dies besagt vielmehr, daß, wenn Israel nach oben schaut und
sie ihr Herz ihrem Vater im Himmel unterwerfen, sie siegen,
wenn aber nicht, sie unterliegen" (Rosch Haschana 29a), was
bedeutet: "Wenn die Israeliten ihre Blicke nur gen Himmel
richteten, d.h., wenn das Flehen ihrer Gebete vor G~tt nicht ihr
Leid zum Inhalt hatte, sondern nur die Entweihung des Namens
ihres Vaters im Himmel - dann siegten sie" (Nefesch Hachajim).
So auch in unseren Tagen: Wir müssen erkennen und
verstehen, daß ein Angriff auf Juden und das Volk Israel eine
Entweihung des göttlichen Namens bedeutet, und der Kampf
der israelischen Verteidigungsstreitkräfte gegen die
Widersacher Israels ein Krieg zur Heiligung des göttlichen
Namens; ein Kampf zwischen dem Volk, das zu erleuchten und
das göttliche Licht der Welt zu bringen kam, und den Kräften
der Finsternis.
Durch unseren Sieg in diesem Kampf wird der göttliche Schwur
bewahrheitet, wonach Sein Name und Sein Thron erst durch
Israels Sieg vollkommen sein werden (Raschi zu Ex. 17,16,
nach Psalm 9,8: "Aber der Ewige wird ewig thronen, gestellt hat
er zum Gericht seinen Thron").
In Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Die Macht der Triebe Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Ich bin zwar noch recht jung, fühle mich aber schon
wie
ein Greis am Ende seiner Tage. Viele Jahre schon machen mir
meine Triebe zu schaffen, alle möglichen ekelhafte und
furchtbare Sünden, die ich mich schäme, hier zu Papier zu
bringen. Tausend Mal schon habe ich mich überwunden, und
jedesmal fing ich wieder an. Ich bin verzweifelt. Ich wage nicht
einmal, ein heiliges Buch in meine unreinen Hände zu nehmen
und Tora zu lernen und werde wohl mein Lebtag nicht heiraten.
Ich bin vollkommen am Ende. Ich war schon bei -zig
Psychologen, die mir kein bißchen weiterhalfen. Der letzte sagte
mir, daß es bei mir schon eine Sucht ist, und da könne er
nicht
mehr helfen, ich sei nicht mehr zu retten. Ich glaube, er hat
recht. Ich kann schon nicht mehr ohne die Befriedigung meiner
Triebe leben. Ich habe auch niemanden, mit dem ich mich
aussprechen könnte, jemand, der mich verstehen würde. Sicher
widert es den Herrn der Welt vor mir, und er hat auch kein
Interesse mehr an mir.
Antwort: Es ist schon mal ein gutes Zeichen, daß du dich
schämst, ein Zeichen für eine reine Seele. Und deine
Verzweiflung ist ein noch besseres Zeichen, und zwar dafür,
daß es tief in deinem Innern einen Funken gibt, der nicht
befallen ist, eine reine Seele - und mit ihrer Hilfe wird es möglich
sein, zum Urzustand zurückzukehren, zu einem Garten Eden
der Normalität. Allein die Tatsache deines Briefes zeigt ja, daß
du dich nicht mit deinem Zustand abfindest, daß du nicht die
Waffen streckst - und darum wirst du am Ende siegen.
In der Tat befindest du dich in einem schweren Kampf mit dem
bösen Trieb. Wisse jedoch, daß du in diesem Kampf nicht
alleine dastehst. Wir alle sind mit dir. Jeder muß mit
seinen
eigenen Trieben fertigwerden. "Wer ist stark? Der seinen Trieb
bezwingt" (Mischna "Sprüche der Väter", 4.Kap.,M.1) - seinen
Trieb, und nicht den Trieb seines Nächsten, den er nicht hat.
Darum darf man nicht überheblich von seinem Nächsten reden,
der nicht mit seinen Trieben klarkommt, denn das zeugt nicht
von großer Weisheit. Wäre er in der Lage des Anderen, mit
dessen Komplexen und seelischen Problemen - vielleicht würde
er noch viel tiefer sinken als jener. Darum verurteile Niemanden,
bis du nicht selber so etwas durchgemacht hast.
Der Geschlechtstrieb gehört zu den stärksten Trieben des
Menschen, vielleicht ist er sogar der stärkste. Dieser Trieb ist
auch notwendig, denn er fördert den Zusammenhalt von Mann
und Frau. Sei darum stark in deinem Werk, wir werden noch
viel zusammen kämpfen, jeder auf seiner Wacht.
Sicher liebt dich der Herr der Welt und versteht dich auch. - In
der Nacht von Jom Kippur war der Hohepriester die ganze Zeit
wach. "Abba Scha'ul sagte: Zur Erinnerung an den Tempel
taten sie das auch in der Provinz", die Leute blieben die ganze
Nacht auf, "nur sündigten sie dabei" (Joma 19b). Im
Raschikommentar heißt es dazu: "Männer und Frauen trieben
während der Zeit allerlei Kurzweil und kamen so zu sündigen".
Um Himmels Willen! In der Nacht des heiligen und furchtbaren
Tages, der uns von allen Sünden reinigen soll, wurde auf so
widerliche Weise gesündigt?! Und wo? Im babylonischen
Nehardea, dem Torazentrum.
"So sprach [der Prophet] Elijahu zu Rabbi Jehuda, dem Bruder
Rabbi Sala des Frommen: Ihr beklagt euch, weshalb denn der
Maschiach ["Messias"] nicht komme; heute ist ja
Versöhnungstag, und wie viele Jungfrauen wurden in Nehardea
beschlafen!" (Joma ebda.). Dann ist das gar kein Wunder, wenn
der Maschiach unter solchen Bedingungen nicht kommen will.
Da fragte Rabbi Jehuda den Elijahu: "Was sagt der Heilige,
gepriesen sei er, dazu? Jener erwiderte: 'Die Sünde lauert vor
der Tür' (Gen. 4,7)" (Joma 20a). Raschi: "Der böse Trieb
zwingt
sie dazu".
Das soll keine Rechtfertigung und keine Legitimation sein, denn
der Mensch muß gegen seine Triebe bis hin zur
Selbstaufopferung ankämpfen. Aber es gibt hier Verständnis
und Liebe, und dadurch Hoffnung und Zuversicht.
Darum kämpfe, mein Freund, und am Ende wirst du den Sieg
davontragen. Dann wirst du erkennen, daß du ohne das alles
auskommen kannst. Wie die Geschichte von einem Armen, der
sich von Haustür zu Haustür durchbettelte und mühsam
ein
paar Groschen für seine hungernden Kinder zusammenbrachte.
Er erzählte: Heute nacht träumte ich, ich wäre König
- war das
furchtbar; als König mußte ich für den Unterhalt von
zehn
Millionen Menschen sorgen, und ich habe doch schon mit fünf
Seelen solche Probleme! Da sagte man ihm: Dummkopf, als
König bist du doch von viel höherem Rang!
So wird es auch dir ergehen: Je mehr du deine Triebe
überwindest, auf ein umso höheres Niveau wirst du gelangen,
desto weniger wirst du deine Triebe spüren. Am Ende wirst du
ein vollkommener Baal Tschuwa [reumütiger Umkehrer] sein,
rein und unbefleckt. Du wirst heiraten und glücklich sein. Deiner
Frau aber erzähle niemals etwas von alledem. Du hast dich
doch gebessert und dein Sündenregister wurde ausgelöscht,
als
hätte es nie existiert, als wäre nichts geschehen, zu Asche
verbrannt und fortgeblasen.
Lerne Tora, lies Bücher der Charakterbesserung und über die
Fundamente des Glaubens, ohne Unterlaß. Daraus wirst du
Kraft schöpfen. "Worte der Tora nehmen keine Unreinheit an"
(Brachot 22a). Im Gegenteil, sie beseitigen alle Unreinheit und
bringen Reinheit. Worte der Tora sind wie Feuer, das alles
verbrennt.
Du mußt dir Kampfgenossen suchen, dich einer
Selbsthilfegruppe anschließen, die nach der "12-Schritte"-
Methode arbeitet. Leute, die wie du in der Tinte stecken, die
dich genau verstehen. Sie werden dir helfen, und du wirst ihnen
helfen, "Einer dem anderen stehen sie bei, und zum Bruder
spricht jeder: Sei stark" (Jeschajahu 41,6).
Du solltest auch die neue rabbanitische Telefon-Hilfe
konsultieren, wo du für deine Probleme immer ein offenes Ohr
und ein hilfreiches Wort finden wirst.
Das ist ein langer Kampf, aber strebe immer zum Licht, gehe
immer voran, "weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht
erniedrigt" (Joma 12b). Bezwinge den Trieb hartnäckig, langsam
aber sicher, Tag um Tag, jeden Moment. - Hier, ein Gedicht für
dich, von einem anonymen Autor:
"Ich wollt' es käme schon der Tag,
an dem ich mir vornehme,
daß ich - was auch immer geschehen möge -
ein besserer Mensch werde.
Nicht besser als meine Freunde und Bekannten,
aber besser als ich selber!
Jede Minute, jede Stunde, jeden Tag,
besser sein als ich war
vor einer Minute, vor einer Stunde, vor einem Tag.
Ja, schon hab' ich mich so entschieden
ein paar Male
aber es klappt nicht.
Ich wollt' es käme schon der Tag
an dem ich mir vornehme, besser zu sein
und es wäre das letzte Mal, daß ich es mir vornehme,
denn es wird das erste Mal sein, daß ich wirklich
- was auch immer geschehen möge -
anfange, ein besserer Mensch zu sein".
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