DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi"
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJIKRA
Nr. 297
7. Nissan 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
aktuell
zu Pessach:
-Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
-Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Lev. 1,1 - 5,26)
Der Opferdienst: welche Tiere oder Nahrung,
wer, wo, wie und
wofür; die zentrale Bedeutung der
Kohanim (Priester) und des
Wüstenheiligtums (Vorläufer
des Tempels in Jerusalem).
| Am
Schabbes-Tisch...
Mehr oder weniger Rav Asri'el Ari'el
|
Ein Opfertier soll weder als Talisman noch als Glücksbringer
dienen, sondern einzig seinem Namen gerecht werden (Opfer =
Korban, vom gleichen Wortstamm kuf-resch-bet leitet sich
auch
Nähern, Annähern ab); es soll den Menschen, der es darbringt,
seinem Vater im Himmel näherbringen. Weil nun dieser Mensch
das Opfer aus freien Stücken im Namen G~ttes darbringt, zeigt
sich ihm G~tt auf gleiche Weise erkenntlich und nimmt das
Opfer an. Diese Akzeptierung kommt in den Schriftworten "ein
Feueropfer angenehmen Geruches dem Ewigen" zum
Ausdruck, wie auch die aramäische Übersetzung ("Targum
Onkelos") zur Stelle jeweils anführt.
Man könnte nun annehmen, daß die Qualität des Opfers
die
Qualität der göttlichen Reaktion bestimmt. Die Tora läßt
uns
allerdings wissen, daß dies nicht der Fall ist. In der Liste
der
Feueropfer endet die Beschreibung jedes einzelnen Opfers mit
den gleichen Worten, sowohl beim teuren Vieh-Brandopfer als
auch bei den billigeren Opfern vom Kleinvieh, Geflügel oder
Getreide, bei allen heißt es: "ein Feueropfer angenehmen
Geruches". Der Raschikommentar (Lev. 1,17) vermerkt dazu,
die talmudischen Weisen zitierend: "Beim Geflügel heißt
es
'angenehmen Geruches' und beim Kleinvieh heißt es
'angenehmen Geruches' - um dir zu sagen: ob viel oder wenig,
wenn er nur sein Herz zum Himmel richtet".
Nehmen wir dies als Stichwort zu genau entgegengesetzter
Denkweise. Wenn wir davon ausgehen, daß G~tt mehr an der
Herzensabsicht als an gemästeten Rindern, Ganz- und
Schlachtopfern liegt, so ist vielleicht gerade das Opfer eines
armen Menschen zu bevorzugen. Vielleicht sollte jeder nur ein
kleines und bescheidenes Geflügelopfer darbringen und sich
nicht mit einem pompösen Rindopfer hervortun. Wenn dem so
wäre, hätte es in der Tora allerdings nur beim Geflügel-
oder
Mehlopfer "angenehmen Geruches" heißen dürfen. Warum
steht das demnach auch bei den Tieropfern? Anscheinend will
uns G~tt damit andeuten, daß selbstverordnete "Armut" uns
G~tt kein Stück näherbringt. Wer ein respektables Opfer
bringen kann und sich mit der Gabe eines Armen begnügt,
demonstriert damit keine Bescheidenheit oder Unterwürfigkeit
gegenüber G~tt, sondern große Verachtung. Wer bei sich
zuhause Braten, Fisch und alle möglichen Delikatessen
auftischt, für den Tisch G~ttes aber nur ein mickriges Hühnchen
übrig hat, wird nicht Diener G~ttes genannt, sondern Verachter
G~ttes (siehe Maleachi 1.Kap.). Und die Moral von der
Geschichte: Es besteht nicht nur keine Bevorzugung dessen,
der mehr als das Verlangte darbringt, sondern auch keine
Bevorzugung dessen, der weniger als das Verlangte darbringt.
Es kommt vor allem auf die Absicht des Herzens an. Wenn
jemand in reiner Absicht das beste Geschenk bringt, das er sich
leisten kann, wenn er ein Opfer nach allen Regeln und
Feinheiten des jüdischen Gesetzes darbringt, so wie es G~tt
befohlen hat - wisse, daß es ihm angerechnet wird, als hätte
er
sich selber geopfert/genähert: "Wenn eine Seele darbringt"
(Lev. 2,1) - "..darum spricht der Heilige, gelobt sei Er, ich rechne
es ihm an, als hätte er sein Leben dargebracht" (Raschi).
Beide Extreme begegnen sich am Sedertisch: Das Brot der
Armut - Matza, und die Speise des Reichtums - das
Pessachopfer. Sowohl die Armut als auch der Reichtum sind
eine Gabe G~ttes, und von dieser Gabe bringt der Mensch sein
Opfer zurück zu G~tt.
| Frage
und Antwort
Die Kriege der Erlösung Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Wie können wir behaupten, es sei die Zeit unserer
Erlösung angebrochen, "Atchalta deGe'ula", während
wir in
Kriegen gegen unsere Feinde von außen wie gegen Feinde von
innen bestehen müssen? Das ist keine Kleinigkeit! In der
messianischen Zeit soll doch "der Wolf mit dem Schaf" friedlich
nebeneinander leben und "Schwerter zu Pflugscharen"
geschmiedet werden - und seit Staatsgründung, und auch
schon vorher, werden wir ununterbrochen in Kriege verwickelt
und kein Ende ist in Sicht. Sowas nennt sich "Anfang der
Erlösung"? Keinesfalls haben wir schon die "vollkommene
Erlösung" erlangt, aber kann man den jetzigen Zustand
überhaupt als "Anfang der Erlösung" bezeichnen?
Antwort: Für eine ausführliche Antwort müssen
wir zunächst
den Ursprung des Begriffes "Atchalta deGe'ula" näher
betrachten. Die talmudischen Weisen definierten: "Auch Krieg
ist 'Anbeginn der Erlösung'" (Megilla 17b). Die einzige Stelle,
an
der dieser Begriff auftaucht, verbindet ihn mit Krieg. Und danach
haben wir uns in allen Generationen so sehr gesehnt?! Vielmehr
muß man sich über die Alternative klar sein. Und
die bedeutet,
das Leben als Asche im Feuerofen zu beenden. Gegen wen
führen wir denn Kriege? Wollen wir denn den Jemen oder
Afghanistan erobern?! Natürlich nicht! Wir verteidigen unser
Leben und unser Land, d.h. Verteidigungskriege. ZaHaL, Zwa
Hagana LeIsrael - die israelischen Verteidigungsstreitkräfte.
Die
Alternative lautet "Tod": Tod durch Kreuzzüge, Tod durch
Chmelnizkis Kosakenhorden, Tod durch Pogrome wie das in
Chevron ("Hebron") 5689 (1929), Tod durch Gaskammern.
Greifen wir etwa aus eigener Initiative friedlich lebende
Menschen an?! Vielmehr verteidigen wir uns.
In der Vergangenheit konnten wir uns nicht verteidigen, und so
wurden wir wie Schafe zur Schlachtbank geführt. Heute
verteidigen wir uns. Wir haben niemals jemanden angegriffen.
Wir haben immer das im Gesetzeskodex des Maimonides
verankerte Gesetz erfüllt: "Man führt keinen Krieg mit
irgendjemandem auf der Welt, ohne ihm vorher Frieden
angeboten zu haben" (Gesetze von Königen und Kriegen,
6.Kap.,§1). Auch beim Krieg gegen die sieben kana'anitischen
Völker boten wir vorher Frieden an. Wir suchen Frieden. Jiftach
haGil'adi führte langwierige Friedensverhandlungen (siehe Buch
der Richter, 11.Kap.). Doch wenn man uns angreift, müssen wir
uns verteidigen. Das ist der Beginn der Erlösung!
Einer der Maßstäbe zur Prüfung der Echtheit eines Maschiach
("Messias") besteht, wie Maimonides schreibt, in seiner
Eigenschaft als jemand, der "die Kriege G~ttes führt"
(Ges.v.K.u.K., 11.Kap.,§4). Nicht einfach nur so Kriege zum
Abreagieren triebhafter Angriffslust, sondern Kriege, die G~tt
geboten hat! Der Maschiach ist u.a. auch Kriegsherr - wenn
nötig, wie der Prophet Jeschajahu erwähnt: "..ich zertrat
sie in
meinem Zorne und zerstampfte sie in meinem Grimme" (63,3).
Und warum? Weil sie mich angreifen, und ich bin alleine, "..und
von den Völkern war niemand mit mir" (ebda.). Es hätte sich
gehört, daß die Menschheit feinfühliger wäre und
uns
respektierte. Leider sind wir auf uns alleine angewiesen. Wir
würden gerne nach dem Prinzip "Tora und Arbeit" (Tora
veAwoda) leben. Wir haben aber keine Wahl. "Warum ist Rot
an deinen Kleidern?" (ebda, 2) - Blutflecken? Sicher paßt das
nicht zu uns, aber wie sieht die Alternative aus? Sich töten
lassen? Wir halten aus, so gut es geht, doch am Ende sind wir
doch zu kämpfen gezwungen - und das ist der Beginn der
Erlösung!
Einst beobachtete ein gewisser Dr. Herzl den Dreifuss-Prozeß
und hörte die Franzosen rufen: Tod den Juden! Da begriff er,
daß es keine andere Lösung gebe als einen eigenen Staat
-
dann können sie uns nicht mehr töten, sich nicht mehr an
uns
vergreifen, uns nicht mehr beschämen und uns erniedrigen; sich
auf die Nichtjuden zu verlassen, selbst auf die fortschrittlichen
und liberalen Franzosen - das war reines Wunschdenken.
Zudem ein gefährliches Wunschdenken, den wilden Völkern
um
uns herum vertrauen zu können, die ohne Unterlaß
Bruderkriege führen.
Ein Staat! Ein eigener Staat bringt Verteidigungskriege mit sich.
Ein Staat ohne Armee ist kein Staat. Maimonides war Realist
und drückte diesen Gedanken in der Überschrift aus: Gesetze
von Königen und Kriegen. Es gibt kein Volk auf Erden ohne
Krieg. Kämpfen oder Aufgeben. Auch Völker, die heute tiefsten
Frieden genießen, wie z.B. die Schweiz, führten in der
Vergangenheit Kriege, und auch heute wenden sie beachtliche
Teile des Steueraufkommens für Verteidigungsausgaben auf,
um für den Eventualfall gewappnet zu sein. Sie vertrauen ihren
Nachbarn nicht uneingeschränkt. Das ist die rauhe Wirklichkeit.
Gepriesen sei G~tt, der uns am Leben erhielt, der unsere
Existenz sicherte und uns bis in diese Zeit brachte
(schehechejanu...), daß wenn uns die Gojim schlagen
wollen,
wir dies zu verhindern wissen. Das ist der Beginn der Erlösung.
Zuallererst müssen wir leben können. Sein oder nicht sein!
Unsere heiligen Vorväter waren Männer des Krieges. Awraham
(Gen. 14.Kap.), Jakov "..da rang ein Mann mit ihm" (Gen.
32,25), ebenso drei schwere Kriege im Zusammenhang mit den
Vorgängen in Schechem (Entführung Dinas usw.); unser Lehrer
Moscheh führte Kriege gegen Sichon und Og, und Jehoschua
gegen Amalek und die sieben kana'anitischen Völker. Sie alle
hatten eine feinfühlige Seele, aber keine "schöne Seele"
im
Sinne des Philosophen Hegel. Eine "schöne Seele" hält
kämpfen weder für nett noch human. Und wer ist über
diesen
"Glauben" am glücklichsten? Der Bösewicht; er wünscht,
es
mögen sich die schönen Seelen mehren, denn dann kann er
ungestört sein Unwesen treiben, und die unschuldigen Opfer
zahlen die Zeche.
Darum begnügten sich die großen Lehrer der Ethik und der
Gerechtigkeit nicht mit Moralpredigten zum Thema Frieden in
ihren Lehrhäusern, sondern waren nebenbei auch große
Kämpfer für das Wohl der Benachteiligten.
Der Maschiach wird Kriege führen, er wird die Waffen der Welt
verschrotten und der Welt Frieden bringen. G~ttseidank gibt es
auf der Welt gute Menschen, die den Frieden lieben, aber leider
auch gewalttätige Menschen, die den Krieg lieben, und es nützt
nichts, ihnen Vorträge über den Frieden zu halten, vielmehr
muß man ihnen mit Waffen Furcht einjagen - für den Frieden.
In der traurigen Wirklichkeit unserer Welt wird der Schwache
immer noch unterdrückt, darum muß stark sein, wer überleben
will. Noch muß man sich mit Krieg befassen. Das ist eine
schwere und nicht angenehme Mitzwa, doch können wir nicht
zwischen den Geboten auswählen und sagen: diese Mitzwa
gefällt mir, und diese nicht.
Darum ist unsere Armee eine Armee des ganzen Volkes!
Historiker behaupten, daß unser Volk das erste war, dessen
Militär die Bezeichnung "Volksstreitkräfte" verdiente, und
nicht
"Söldner". Wenn kein Bedarf besteht, bleiben alle zuhause, und
wenn nötig, ziehen alle in den Kampf. Da gibt es keine
Freistellung. Lebensgefahr für Volk und Land - hier wird der
Name G~ttes durch die Gemeinschaft geheiligt.
Halten wir uns an den Beginn der Erlösung, und mit G~ttes Hilfe
wird uns Frieden zuteil werden.
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