DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJIGASCH
Nr. 285
11. Tewet 5761

AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online;
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 44,18 - 47,27):
Konfrontation Jehuda-Josef; Josef gibt sich seinen Brüdern zu
erkennen; beauftragt sie, Jakov und die ganze Familie nach
Ägypten zu holen und dort zu siedeln; göttliches Versprechen
an Jakov, ihn dort zu einem großen Volk zu machen;
Wiedersehen mit Josef; Begegnung mit Pharao; Ansiedlung im
Lande Goschen; Josefs Bodenreform; führt allgemeine
Einkommensteuer von 20% ein.
 
 
 
Frage und Antwort

Die Alternative

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Können Sie eigentlich eine Alternative bieten, da Sie
doch nicht bereit sind, ein Drittel des Landes Israel an die
Araber abzugeben? Was schlagen Sie stattdessen vor? Es
reicht doch nicht, "Nein!" zu sagen, man muß auch eine
realistische Alternative bieten. "Soll denn immerwährend das
Schwert zehren" (Schemu'el II 2,26)? Laßt uns nachgeben, und
dann haben wir ein für allemal Ruhe!

Antwort: Sicher gibt es eine Alternative, und zwar eine ganz
grundsätzliche. Wenn der Zionismus überhaupt, die Rückkehr
nach Zion und der Aufbau des Landes nur dazu dienten, uns
geordneten Kommerz und Sicherheit zu bringen, kann man sich
einen Gedankengang vorstellen, der zu diesem Zwecke ins
lebendige Fleisch schneidet. "Zweie ziehen an einem Tallit... -
teilen" (Baba Mezia, 1.Mischna); als gehe es hier um einen
unbewohnten Streifen Landes, den zwei Völker beanspruchen;
so ist er eben zwischen ihnen aufzuteilen. Es gibt hier einige
Millionen Araber, auch sie, könnte man meinen, haben
Anspruch auf ein eigenes Land, das scheint nur logisch. Die
Wahrheit sieht jedoch anders aus. Wir hatten ein Land, wir
wurden angegriffen, und das Land wurde uns gestohlen. Das ist
die eigentliche Frage: Gehört uns dieses Land, oder gehört es
uns nicht?!

Es stimmt, wir waren dann lange Zeit gezwungenermaßen
abwesend, doch das ändert nichts an den Tatsachen; das Land
gehört uns. Der Herr der Welt hat es uns gegeben. Laßt uns die
Hauptsache nicht vergessen. Wenn jemand um sein Eigentum
kämpft, kämpft er mit vollem Einsatz. Dann fängt auch der
Angreifer an zu zögern und läßt schließlich von ihm ab.
Dieser Umstand schlägt sich in folgender halachischer
Grundregel nieder: "Dem Stärkeren - die Oberhand" (z.B. Baba
batra 34b). Den Richtern gelang es nicht, anhand der
Beweislage die Besitzverhältnisse zu entscheiden, und stellen
fest: der Stärkere nehme das Streitobjekt. Ist das nicht äußerst
seltsam? Die Stärke entscheidet das Recht?! Das erklärte
Rabenu Ascher (religionsgesetzliche Autorität aus der Periode
der Rischonim vor etwa 750 Jahren) wie folgt: Der wahre
Eigentümer kämpft bis zur Selbstaufgabe, und der Lügner wird
sich sagen, es lohnt nicht, sich für etwas übermäßig
anzustrengen, was ihm gar nicht gehört; so wird am Ende die
Wahrheit ans Tageslicht kommen. Die Stärke ist demnach nicht
die Grundlage des Besitzverhältnisses, sondern ein Anzeichen
dafür.

Von hier aus führte Rabbiner Ruben Margoliot die Deutung
einen Schritt weiter: In der Diaspora waren wir ständigen
Verfolgungen durch die Nichtjuden ausgesetzt, ohne daß wir
dem etwas entgegenzusetzen hatten, weil wir bewußt oder
unterbewußt fühlten, daß sie mit ihren Rufen recht hatten:
Dreckiger Jude, geh' hier weg in dein eigenes Land! Doch jetzt
sind wir in unserem eigenen Land. Darum kämpfen wir mit
ganzem Einsatz und siegen.

Was wirklich politische und militärische Stärke gibt, ist das
Bewußtsein um das moralische Recht. Das Bewußtsein, daß
dies unser Land ist, strahlt Macht, Entschlossenheit und
Unnachgiebigkeit aus. Diese Einstellung bringt die Gegenseite
von ihren Wunschvorstellungen ab. Hier sitzen einige
hunderttausend Araber, die aus purer Gewöhnung Ambitionen
auf das Land entwickelten. Wie zum Beispiel ein Prinz, der in
fremdem Lande gefangensitzt und währenddessen sein Diener
nach Belieben im Palast schaltet und waltet, der sich schließlich
einbildet, er sei der Prinz und der Palast seiner. Je
entschlossener der Prinz klarmacht, der Hausherr zu sein, umso
eher wird der Diener von seiner Einbildung ablassen.

Vielleicht möge jemand einwenden, es sei ja gut und schön
davon zu reden, daß G~tt uns dieses Land gab, wie im
Raschikommentar am Anfang der Bibel zur
Schöpfungsgeschichte steht: "Wenn die Völker der Welt zu
Israel sprechen sollten, ihr seid Räuber, denn ihr habt die
Länder der sieben Nationen eingenommen, so antworten sie
ihnen, die ganze Erde gehört dem Heiligen, gelobt sei Er. Er hat
sie erschaffen und dem gegeben, der gerecht in Seinen Augen
(Jirmijahu 27,5); nach Seinem Willen hat Er sie jenen gegeben
und nach Seinem Willen sie ihnen genommen und uns
gegeben" - aber das soll die Welt überzeugen?! Jawohl! Wir
haben es ja schließlich nicht mit Japanern und Chinesen zu tun,
sondern mit Christen und Moslems, die an die Göttlichkeit der
Bibel glauben. In der Tora steht unzählige Male, daß G~tt
dieses Land den Vorvätern Awraham, Jizchak und Jakov und
ihren Nachkommen auf Ewigkeit gegeben hat. Ich möchte den
Christ oder Moslem sehen, der dies als Lüge hinzustellen wagt!
Soll er doch aufstehen und laut heraussagen, daß dies eine
Lüge sei!

Rabbiner Dr. Jakov David Herzog, der Sohn des früheren
Oberrabbiners Herzog und Bruder des ehemaligen israelischen
Staatspräsidenten Chajim Herzog, einer der begabtesteten
Politiker, den der Staat Israel je hatte, schrieb in seinem Buch
"Ein Volk das für sich wohnt" (nach Num. 23,9): Der einzige
Weg, die Nichtjuden davon zu überzeugen, daß dieses Land
uns gehört, führt über den ersten Raschikommentar zur Tora:
G~tt gab uns dieses Land. Wer behauptet, dies sei nicht
realistisch, dem kann ich nur sagen, als jemand, der sich die
letzten 20 Jahre mit Außenpolitik beschäftigt und die
Hauptstädte der Welt bereist hat, daß es nichts Realistischeres
gibt als genau das, und nichts überzeugt besser wie dies, daß
nämlich G~tt uns dieses Land in frühester Zeit gegeben hat,
und als Folge davon lebten wir hier viele Generationen lang.

Das Land gehört uns nicht, weil wir hier gesiedelt haben - was
nur Anderen das gleiche Argument gestatten würde - sondern
wir siedelten hier, weil es unser Land ist. Die Besiedlung
erzeugt kein Anrecht, vielmehr ist sie das Resultat des
Anrechtes und der biblischen Pflicht.

Wenn jemand um etwas kämpft, das ihm gehört, zeigt er
größere Macht und Entschlossenheit, und der Gegner schreckt
zurück.

Auch in Bezug auf die Araber gibt es einige simple Tatsachen,
die Vielen unbekannt sind. Zum Islam gehört das Gebot des
"heiligen Krieges", Dschihad, nämlich die ganze Welt zu
erobern. Die Zählung der Jahre nach dem moslemischen
Kalender beginnt mit der Eroberung Medinas. Danach zogen sie
aus, die ganze Welt zu beherrschen, und ihr Ansturm wurde
schließlich von Russen, Chinesen und in Nordfrankreich zum
Halten gebracht. Da fragten sie ihre Gelehrten, was nun zu tun
sei. Die Antwort: Verharrt bis auf weiteres im Zustand des
undefinierten Waffenstillstandes. Ein Friedensvertrag kommt
nicht infrage, weil er im Sinne des Islam einen Verrat bedeutete.
In unserem Friedensvertrag mit Ägypten ist immer die Rede von
"Sala'am", d.h. Waffenstillstand, und nicht von "Sulach",
Frieden.

Sie haben das Gebot, die ganze Welt zu erobern, und erst recht
das Land Israel, und erst recht Jerusalem, den drittheiligsten Ort
des Islam und die zweite Gebetsrichtung, doch wenn sie ihr Ziel
gerade nicht erreichen können, sind sie von der Pflicht frei. Die
Unmöglichkeit der Ausführung befreit von der Gebotserfüllung.
Wenn es nicht geht, verhalten sie sich ruhig. Sobald sich jedoch
die kleinste Chance ergibt, fangen sie sofort Krieg an.

Wenn wir Schwäche und Verzichtsbereitschaft ausstrahlen,
müssen sie sofort den Kampf aufnehmen, wie es der Islam
vorschreibt, ob sie es nun in vollem Bewußtsein tun oder
entsprechend der islamischen Prägung ihrer Mentalität, selbst
wenn sie dafür teuer mit Menschenleben und
Einkommensverlusten zahlen müssen.

Wer ist an alledem schuld? Die israelische Regierung, die
lautstark verkündet, es gibt über etwas zu verhandeln, und die
Gebiete von Jehuda, Schomron und Asa ("Judäa / Samaria /
Gasastreifen") als Jetons im politischen Pokerspiel betrachtet.
Wenn wir nicht unsere Souveränität geltend machen und
stattdessen zu Gebietsverzichten bereit sind, flammt sofort
Krieg auf.

Von hier auch die Antwort an die Fragesteller: "Was bevorzugt
ihr, Territorien (so bezeichnen sie das Land Israel) oder
Frieden?". Diese Frage ist rein demagogischer Natur; die
beiden Begriffe gehören natürlich zusammen. Die jüngsten
"Friedens"abkommen haben bekanntlich zu erhöhtem
Blutvergießen geführt, möge G~tt sich unser erbarmen. Wenn
wir Entschlossenheit zeigen im Wissen, daß das Land Israel
uns gehört und wir keinen Millimeter davon aufgeben, wird der
Feind stillhalten, und wir haben Frieden.

Das Problem liegt nicht bei den Arabern. Alles hängt nur von
uns ab. Wenn wir die Entschlossenheit zeigen, daß es über
nichts zu reden oder zu verhandeln gibt, das ist unser Land und
von hier rücken wir nicht ab, dann werden die Araber ihre
Waffen in der Erkenntnis niederlegen, daß ihr Kampf keine
Erfolgsaussichten hat. Sie werden ihre Wahl treffen: Wenn sie
sich entscheiden sollten, daß es ihnen hier gut geht, werden sie
als Minderheit im Staate Israel bleiben, so wie es in jedem Staat
Minderheiten gibt. Und wenn sie lieber in einem eigenen Staat
wohnen wollen, so stehen ihnen dafür -zig arabische Staaten
zur Verfügung.

Das ist die Alternative: Das Land Israel gehört uns. Wir haben
das Recht darauf, und wir haben die Pflicht, da zu leben, und
wir sind dazu entschlossen. Dadurch beschämen wir unsere
Feinde zum Rückzug. In dem Glauben an unser Land und die
damit verbundene spirituelle Stärke wird uns nationale wie auch
militärische Stärke zuteil werden.

Das ist die Alternative: Die Macht des Volkes Israel.

"Der Ewige gibt Macht seinem Volke, der Ewige segnet sein
Volk mit Frieden" (Psalm 29,11).

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten aus Israel
 

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