DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2
6511906
Fax +972 2 6514820
http://www.machonmeir.org.il
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:http://www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi"
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WA'ERA
Nr. 288
3. Schwat 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Ex. 6,2 - 9,35):
G~tt erinnert Moscheh
an seinen Bund mit den Vorvätern und
das Versprechen,
ihren Nachkommen das Land Kanaan zu
geben; schickt ihn
zu den Kindern Israels, den Auszug
anzukündigen,
doch sie wollen nichts davon hören; kleine
Stammeskunde; Moscheh
und Aharon wieder bei Pharao;
Wunderzeichen, Pharaos
Zauberer machen es nach; die ersten
7 der 10 Plagen.
| Frage
und Antwort
Landesstärkung Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Wie kommt es, daß der Aufbau des Landes, die
Gründung des Staates Israel und überhaupt der Ablauf unserer
Erlösung auf so viele Schwierigkeiten stoßen?
Antwort: Das ist gar nicht verwunderlich. Die talmudischen
Weisen lehrten uns: "Vier Dinge benötigen der Stärkung,
und
zwar: die Tora, die guten Werke, das Gebet und die Landessitte
(Derech Erez)" (Brachot 32b), d.h. die Landes-Israel-Sitte.
Welche Art Stärkung ist hier gemeint?
Manche Dinge im Leben sind nicht von Erfolg gekrönt. Meistens
hat es keinen Sinn, sich auf sie zu versteifen, und man läßt
besser davon ab. Ein Student der Mathematik, der mit dem
Thema nicht klarkommt, ist vielleicht für dieses Fach ungeeignet
und sollte lieber Medizin studieren. Es besteht ja keine
Veranlassung, ausgerechnet Mathematik zu lernen.
Das Schloß ist kaputt, und du versuchst schon eine
geschlagene Stunde, es zu reparieren. Schade um die Zeit und
die Anstrengung. Wirf es weg und kauf ein neues, für wenig
Geld. Mit manchen Dingen sollte man sich nicht besonders
aufhalten. Klappt nicht? - laß nach. Vergeude keine Energien
auf zwecklose Dinge.
Bei manchen Dingen muß man aber doch hartnäckig bleiben,
auch wenn es nicht auf Anhieb klappt. Und warum? Weil es
unter den gegebenen Umständen gar nicht klappen kann, und
darum braucht man "Stärkung", d.h. Selbstbestärkung.
1. Das Torastudium ist keine leichte Angelegenheit. Manche
glauben, man braucht sich bloß in eine Jeschiwa zu setzen, und
schon nach kurzer Zeit verwandelt man sich in einen Rabbiner.
So läuft das aber nicht. Der Lehrstoff ist schwer zu verstehen
und schwer zu behalten. Man muß viel Mühe und Ausdauer
aufbringen. Man darf nicht sagen: 'Ich lerne schon einige Jahre
und bin immer noch kein Toragelehrter'. Hier ist
Selbstbestärkung angebracht.
2. Auch ein Mensch, der gute Taten vollbringt und anderen hilft,
erntet dafür häufig nichts als Undank. Er will darum aufgeben.
Gib nicht auf, mach weiter mit deinen guten Taten und leide die
Schattenseiten. "Nur sei sehr stark und fest, zu tun ganz nach
dieser Lehre" (Jehoschua 1,7), durch Torastudium und gute
Werke.
3. Beten fällt nicht immer leicht. Mancher betet inbrünstig
um
etwas, und sein Gebet erfüllt sich nicht. Dann muß er halt
weiterbeten. "Hoffe auf den Ewigen!" (Psalm 27,14). Ich hoffte
auf G~tt - aber ohne Resultat. Dann "sei stark und mutig dein
Herz, ja, hoffe auf den Ewigen" (ebda.). Ebenso erreicht man
nicht mit Leichtigkeit die innere Erleuchtung des großen
Vergnügens des Gebetes.
4. Die vierte Objekt ist das Land Israel, wie es heißt: "Sei fest
und laß uns stark sein für unser Volk, und für die
Städte
unseres G~ttes" (Schmu'el II, 10,12), nach den Worten Joaws
ben Zeruja, Anführer der Truppen König Davids. Das Land
Israel ist nicht leicht zu erlangen, es liegen viele Stolpersteine
auf den Wegen, die zu ihm hinführen, doch davon darf man sich
nicht abschrecken lassen, im Gegenteil, man muß sich dadurch
bestärkt sehen. Das ist ein langwieriger Prozeß.
"Es wird gelehrt: Rabbi Schimon bar Jochai sagte: Drei gute
Gaben schenkte der Heilige, gepriesen sei er, Israel; alle aber
wurden nur durch Leiden erworben. Und zwar: die Tora, das
Land Israel und die kommende Welt" (Brachot 5a). Nicht
unbedingt Leiden im Sinne von Schmerzen, sondern Probleme.
Hier wird Überwindung erwartet. Die kommende Welt ist eine
andere Welt, ein anderes Universum. Desgleichen Tora und
das Land Israel.
Wenn es demnach ein Projekt namens Erez Israel gibt, das auf
Schwierigkeiten stößt, heißt das nicht, daß
das Projekt nichts
taugt, vielmehr wollen sie uns andeuten, daß wir uns noch mehr
stärken müssen.
Wenn es zur Zeit Probleme in unserem Land gibt, so hat sich
prinzipiell nichts geändert, es ist halt nur etwas schwerer
geworden, und darum müssen wir uns mehr anstrengen, mehr
Stärkung hinzufügen.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
| Am
Schabbes-Tisch
Moscheh und Aharon Rav Jakov Halevi Filber |
Seit der Geburt der ersten Brüder Kain und Hewel ("Abel") ist
immer noch kein Ende von Eifersucht und Bruderhaß in Sicht.
So war es bei Jischma'el und Jizchak, ebenso zwischen Jakov
und Eßaw und auch bei Josef und seinen Brüdern. Zwischen
Kain und Hewel kam es tatsächlich zum Blutvergießen, doch
bestand ebenso höchste Mordgefahr auch bei den anderen
genannten Brüdern. Jischma'el versuchte, Jizchak mit Pfeilen
zu töten, die er "aus Spaß" auf ihn abschoß (siehe
Raschikommentar zu Gen. 21,9). Über Eßaw heißt es
ausdrücklich: "Und Eßaw sprach in seinem Herzen: Es werden
die Tage der Trauer um meinen Vater herankommen, dann will
ich meinen Bruder Jakov erschlagen" (Gen. 27,41), und auch
Josefs Brüder sprachen einer zum andern: "Laßt uns ihn
erschlagen und ihn in eine der Gruben werfen, und wir sagen
dann, ein wildes Tier hat ihn gefressen" (Gen. 37,20). Einen
Ausnahmefall in Sachen Brüderlichkeit bilden daher Moscheh
und Aharon, die in vollkommener Harmonie unter gegenseitiger
Wertschätzung und Respekt miteinander umgingen. So
schildert der Midrasch (Tanchuma Schemot §27, leicht gekürzt)
das Verhältnis der beiden: "'O daß du mein Bruder wärest'
(Hohelied 8,1) - wie welcher Bruder? Wie Moscheh und Aharon,
wie es heißt: 'Siehe, wie schön und lieblich ist es, wenn
Brüder
zusammenwohnen' (Psalm 133,1), die sich liebten und
verehrten, einer freute sich über die Größe des anderen.
Wisse,
zur Stunde als G~tt zu Moscheh redete, damit er in Seinem
Auftrag zu Pharao gehe, antwortete er: 'Bitte, Herr, sende,
durch wen du sonst senden magst!' (Ex. 4,13) - vielleicht meinst
du, Moscheh zögerte, weil er nicht gehen wollte? Dem ist jedoch
nicht so, vielmehr tat er es wegen der Ehre Aharons. Moscheh
sagte: Bevor ich in Erscheinung trat, war mein Bruder Aharon
schon achtzig Jahre ihr Prophet in Ägypten gewesen, und jetzt
dringe ich in das Gebiet meines Bruders ein, was ihn quälen
wird, darum wollte er nicht gehen. Da sprach G~tt zu Moscheh:
Das macht Aharon nichts aus, nicht nur, daß es ihn nicht quält,
er freut sich sogar darüber. - Und wisse, so sprach G~tt: 'Siehe,
er wird ausziehen dir entgegen, und dich sehen und sich freuen
in seinem Herzen' (Ex. 4,14). Nicht 'mit Worten freuen', und
nicht nur 'freuen', sondern 'in seinem Herzen freuen'; Als er so
gesprochen hatte, beschloß Moscheh zu gehen. Sogleich
offenbarte sich G~tt dem Aharon und sagte ihm: Gehe Moscheh
entgegen".
"Moscheh und Aharon sind von gleicher Wichtigkeit" (Bereschit
rabba 1,15), doch ihre Harmonie beruhte nicht etwa auf
Ähnlichkeit, im Gegenteil, sie waren in ihren Wesenszügen
voneinander verschieden. Über den Vers "Huld und Treue
begegnen, Gerechtigkeit und Frieden küssen sich" (Psalm
85,11) heißt es im Midrasch (Schemot rabba 5,10): "'Gnade'
-
damit ist Aharon gemeint, wie es heißt: 'Und von Lewi sprach
er: Deine Urim und Tummim [die priesterlichen Abzeichen]
gebühren deinem frommen Manne' (Dt. 33,8). Und mit 'Treue'
ist
Moscheh gemeint, wie es heißt: 'Nicht so mein Knecht
Moscheh, in meinem ganzen Hause ist er bewährt' (Num. 12,7);
soweit 'Gnade und Treue begegnen'. 'Gerechtigkeit', damit ist
Moscheh gemeint, wie es heißt: 'das Recht des Ewigen führt
er
aus' (Dt. 33,21), und mit 'Frieden' ist Aharon gemeint,
wie es
heißt: 'In Frieden und in Geradheit wandelte er mit mir'
(Maleachi 2,6). 'küssen sich' - 'und küßte
ihn' (Ex. 4,27)". Aus
ihren unterschiedlichen Charakterzügen resultierte
unterschiedliches Verhalten: "Ebenso sagte auch Moscheh, das
Recht durchbohre den Berg; Aharon aber liebte den Frieden,
jagte nach Frieden und stiftete Frieden zwischen den
Menschen, wie es heißt: 'Wahrhaftige Weisung war in seinem
Munde, und kein Falsch auf seinen Lippen zu finden; in Frieden
und Geradheit wandelte er mit mir und hielt viele vor Sünden
zurück'" (Sanhedrin 6b; Maleachi s.o.). Der Raschikommentar
vermerkt dazu: "jagte nach Frieden - sobald er von einem Streit
hörte und bevor die beiden Parteien bei ihm vor Gericht
erschienen, lief er ihnen nach und ließ sie Frieden miteinander
schließen". Diese unterschiedlichen Eigenschaften ergänzten
einander. Moscheh richtete Israel und ermahnte sie, "wie ein
König auf dem Throne sitzend, und alle stehen bei ihm an"
(Mechilta), so wie wir Moscheh im Krieg gegen Amalek sahen,
als ihm seine Hände schwer wurden und man ihm einen großen
Stein zum Sitzen gab, um seine Hände hochzuhalten;
Raschikommentar: "Er setzte sich aber nicht auf Polster oder
Kissen, indem er sagte, Israel befindet sich in der Bedrängnis,
so will auch ich an ihrer Bedrängnis anteilnehmen". Und gerade
wegen seiner Liebe zu Israel führte er sie mit der Strenge der
Gerechtigkeit, damit sich die jüdische Gesellschaft von Anfang
an das Waltenlassen von Gerechtigkeit gewöhne. Doch eine
Gesellschaft, die nur nach dem strikten Gesetz geleitet wird,
kann daran zugrundegehen, wie die talmudischen Weisen
sagten: "Jerusalem wurde erst zerstört, als man nur nach dem
Buchstaben der Tora urteilte und niemals Gnade vor Recht
ergehen ließ" (Jalkut Schimoni, Jitro). Darum war der
ergänzende, vermittelnde Einfluß von Aharon in der Führung
des Volkes nötig. Darüber heißt es im Talmud: "Du hast
ja
keinen bewährteren [Richter] als unseren Meister Moscheh,
dennoch sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: nur wenn
Aharon bei dir ist" (Rosch Haschana 25b).
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige
Anschrift von
Machon Meir
SPENDENKONTO
Postal Bank, Jerusalem, "Machon Meir", Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an obige Anschrift
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 16.31/17.46
Tel Aviv: 16.49/17.48
Haifa: 16.39/17.45