DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJERA
Nr. 278
20. Marcheschwan 5761
AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Gen. 18,1-22,24):
Besuch der 3 Engel
bei Awraham, Ankündigung Saras Sohn,
Verhandlung mit
G~tt über Sdom, Engel bei Lot, Vernichtung
von Sdom und Amora,
Lot und seine Töchter, Awraham und
Sara bei Awimelech,
Geburt Jizchaks, Vertreibung Hagars und
Jischma'els, Bündnis
mit Awimelech, Opferung
Jizchaks/Widder,
göttliches Versprechen zahlreicher
Nachkommenschaft
und Segen für alle Völker der Erde.
| Frage
und Antwort
Wann wird endlich Frieden sein? Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: In den letzten Jahren redet man viel vom Frieden, doch
scheint er in immer weitere Ferne zu rücken. Wann wird endlich
Frieden sein?
Antwort: Der Frieden stellt ein großes Ideal dar. Gleichzeitig
werden wir seit Gründung des Staates Israel gegen unseren
Willen und nicht auf unsere Initiative in Kriege verwickelt, weder
auf Initiative der Armee noch der Regierung - sondern auf
Initiative des Herrn der Welt, der die Geschichte auf diese
Weise vorantreibt. Auch dadurch wird sein Name geheiligt: "Und
ich erweise mich groß und heilig, und tue mich kund vor den
Augen vieler Völker" (Jecheskel 38,23), durch unsere Siege.
Viele reden davon, wie wichtig der Frieden sei. Natürlich ist er
wichtig und natürlich wäre es bestimmt gut, wenn unsere Leute
nicht getötet werden. Doch fast alle Quellen, die den Frieden
erwähnen, sowohl die prophetischen als auch die talmudischen,
meinen den Frieden unter uns selber, den Frieden zwischen
Juden. Doch in Bezug auf die Völker, die uns angreifen, heißt
es: "Kein Friede - spricht der Ewige - den Frevlern" (Jeschajahu
48,22). Sie sind zum Frieden nicht bereit, sie schäumen vor
Bosheit und schwelgen in ihrem Haß uns gegenüber. Sie
betreiben unsere endgültige Vernichtung. Sie lassen sich nur
von Zahal überzeugen, den israelischen
Verteidigungsstreitkräften, von Panzern und von Granaten.
Zur Zeit des Jom-Kippur-Krieges schrieb ein Rabbiner, man
müsse den gegen uns kämpfenden Arabern Verständnis
entgegenbringen, so wie den jüdischen Nichtreligiösen, die
als
"in Kindheit in nichtjüdische Gefangenschaft Geratene" gelten,
d.h., nichts für ihre Ignoranz in jüdischen Dingen können,
die
nicht den Wert der Tora ermessen können - ebenso verstünden
unsere Feinde nicht unsere Größe und unsere Verbundenheit
mit dem Lande Israel.
Unser Lehrer, Rabbiner Zwi Jehuda Kuk erwiderte darauf: Diese
Worte sind wirklich furchtbar, erschütternd und
himmelschreiend, ja todbringend. Wenn jemand sie ins
Arabische übersetzte und den Arabern zuspielte, würden sie
sich darauf wie auf ein gefundenes Fressen stürzen. Wie kann
man eine Parallele zwischen Unreligiösen des jüdischen Volkes
und Nichtjuden ziehen, die uns ermorden wollen?! Einfach
unglaublich! Das hat alles überhaupt nichts mit der Belehrung
der Nichtjuden und ihrem Verständnis von der Wahrheit
unseres Standpunktes zu tun. Jene müssen wir mit Panzern
überzeugen! Der Himmel möge uns vor Inschutznahme von
Leuten bewahren, die uns zu morden daherkommen! Der Hüter
Israels bewahre und errette uns vor der Verbreitung solch
schädlicher Ansichten.
Manchmal hat man eben keine andere Wahl als zu kämpfen.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges war die Rede von
Friedensverhandlungen zwischen den Nazis und den Alliierten.
Die Amerikaner waren entschieden dagegen - mit solchen
Leuten redet man nicht über Frieden! Ebenso verhält es sich
mit
den Arabern, die gar keinen Frieden wollen, sondern nach
unserer Vernichtung streben.
Schon Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") schrieb
über sie: "...doch je mehr wir litten und dennoch bevorzugten,
mit ihnen [den Ischma'eliten=Arabern] in Frieden zu leben,
fangen sie Streitereien und Kriege an, so wie König David es
schon schilderte: 'Ich bin für Frieden, und ob ich auch rede,
sie
wollen Krieg'" (Psalm 120,7; aus dem Sendschreiben an die
jemenitischen Juden "Igeret Teman").
Wenn man zu kämpfen gezwungen ist, erfüllt man damit ein
Gebot der Tora, und man muß mit Mut und Stärke darangehen.
Zwar handelt es sich dabei um ein nicht gerade angenehmes
Gebot, doch auch die unangenehmen Gebote erfüllen wir. Was
können wir schon daran ändern; unsere Feinde wollen keinen
Frieden, sondern in unserem Blut waten. Sie sind sowohl Diebe,
die unser Land gestohlen haben - und noch mehr davon stehlen
wollen - als auch Mörder. In so einer Situation heißt es
Realist
bleiben und verstehen, daß hier Mut, Stärke und Nachdruck
am
Platze sind.
Man muß innerlich zum Kampfe bereit sein. Wenn man
Kampfbereitschaft an den Tag legt, spart einem das einen
großen Teil der Auseinandersetzung. Wenn man unter
Drohungen und politischem Druck Schwäche und
Nachgiebigkeit ausstrahlt, bestärkt das unsere Feinde in ihren
kriegerischen Absichten. Je mehr wir Mut und Stärke
ausstrahlen, desto eher werden wir Frieden erzielen.
"Der Ewige gibt Macht seinem Volke, der Ewige segnet sein
Volk mit Frieden" (Psalm 29,11).
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
| Am
Schabbes-Tisch
Keine G~ttesfurcht hier Rav Jakov Halevi Filber |
Als Rabbi Jochanan ben Sakai im Sterben lag und seine
Schüler ihn um einen Segen baten, sprach er zu ihnen: "Möge
es Sein Wille sein, daß die Furcht vor dem Himmel in euch so
sei, wie die Furcht vor [einem Menschen aus] Fleisch und Blut.
Seine Schüler sprachen zu ihm: Nur so weit?! Er erwiderte
ihnen: O, wenn dem doch so wäre! Merket, wenn der Mensch
eine Sünde begeht, spricht er: daß mich doch niemand sehe!"
(Brachot 28b). In diesen Worten klingt an, daß die
Himmelsfurcht allein noch keine Garantie bietet, nicht zu
sündigen, wo sogar die Elite der Schüler Rabbi Jochanan ben
Sakais, einem der führenden Weisen zur Zeit der
Tempelzerstörung (vor 1930 Jahren), solch einen Segen nötig
hatten, obwohl sie sehr himmelsfürchtig waren und wußten,
mit
Sündengefahr fertig zu werden. Andererseits fragte Awimelech
unseren Vorvater Awraham: "Was hast du denn bei uns
gesehen, daß du dies getan hast?", und er antwortete: "Ich
dachte, es ist nur keine G~ttesfurcht an diesem Orte, und man
wird mich töten um meiner Frau willen" (Gen. 20,10-11). Von
hier läßt sich doch wohl entnehmen, daß ein G~ttesfürchtiger
ja
vor der Sünde gefeit ist, und wer keine G~ttesfurcht besitzt,
sich
des Verdachtes der Bereitschaft zu jeder Schandtat,
einschließlich Blutvergießens, ausgesetzt sieht. Diese
Annahme
finden wir auch im "Midrasch Hagadol": "Bedeutend ist die
Furcht, denn jeder Himmelsfürchtige gilt als frei von Sünde,
und
wer nicht himmelsfürchtig ist, gilt als jemand, der zu jeder Sünde
fähig ist, wie es heißt: 'damit die Ehrfurcht vor Ihm stets
auf
euch ruhe, daß ihr nicht sündigt' (Ex. 20,17), und über
die
Bösewichte: 'Es spricht der Niederträchtige in seinem Herzen:
Es ist kein G~tt! Verderbt, greuelvoll handeln sie. Niemand tut
Gutes' (Psalm 14,1)". Hier scheint also ein Widerspruch zu
existieren, ob nämlich Himmelsfurcht vor Sünde schützt
oder
nicht.
Vielleicht lassen sich die beiden genannten Fälle gar nicht
vergleichen. Auch wenn sich die g~ttesfürchtigen Schüler
Rabbi
Jochanan ben Sakais nicht sicher waren, vor Sünde geschützt
zu sein, so meinten sie damit die kleinen Dinge, die man in der
Hast des täglichen Lebens leicht übersehen kann, aber nicht
die
Möglichkeit des Mordes an einem Mann, um sich seiner Frau zu
bemächtigen! So eine Sünde erwartet man nur an einem Ort,
wo keine G~ttesfurcht herrscht. Doch auch das Volk um
Awimelech war nicht ganz ohne Furcht, wie aus dem Midrasch
hervorgeht (Jalkut Schimoni, Noach §57): "Waren sie denn
ganz ohne G~ttesfurcht? So heißt es in der Lehre: 'nur',
sagen
wir also: solange sie nichts davon mit eigenen Ohren gehört
hatten, fürchteten sie nicht, wie sie mit eigenen Ohren gehört
hatten, fürchteten sie, und ebenso heißt es: 'da gerieten
die
Leute in große Furcht' (Gen. 20,8)". Und im "Midrasch Hagadol":
"'nur' schränkt ein - sie hatten doch ein wenig Furcht". Wenn
also Awimelechs Leute leidlich gesittet waren, woher wußte
Awraham demnach, daß an diesem Orte keine G~ttesfurcht
herrschte? Dazu erklärt der Raschikommentar (zu Gen. 20,11):
"Wenn ein Fremder in eine Stadt kommt, fragt man ihn betreffs
Speis und Trank - oder fragt man ihn über seine Frau, ist das
deine Frau oder ist das deine Schwester??". Dazu kommt, daß
zu der Zeit immer noch der warnend aufsteigende Qualm von
der Vernichtung Sdoms zu sehen war (Midrasch Bereschit raba
52,9). Das Problem mit Awimelechs Leuten erklärt der Malbim-
Kommentar: "Selbst wenn wir eine Person oder ein Volk vor uns
haben, das sich von philosophischen Prinzipien geleitet redliche
Gesetze gibt, sich gute Eigenschaften nach Maßgabe seines
Verstandes angewöhnt und Gerechtigkeit und Mildtätigkeit
übt,
wie es ihm nach bestem Verstand richtig zu sein scheint - trotz
alledem können wir uns dieses Menschen oder dieses Volkes
nicht sicher sein, daß in dem Moment, in dem ihn seine Triebe
zu bösen Taten anreizen, immer sein Verstand über seinen
Trieb siegen wird... Wenn sich die Seele mit der Furcht vor G~tt
füllt, der alles Offene und Verborgene beobachtet und alle seine
Taten sieht, nur dann wird er sich fürchten, wenn ihn sein Trieb
zu überwältigen droht, und sich schämen vor dem großen
König, der alle Taten sieht, und wird sich hüten, Böses
zu tun",
und so erklärt er Awrahams Worte an Awimelech: "Auch wenn
ich dein Volk sah, das gute Eigenschaften aufweist, das
Gerechtigkeit und Mildtätigkeit übt, und nichts Nachteiliges
feststellen konnte - außer einem Makel: es ist keine
G~ttesfurcht an diesem Ort, ... ich kann mich nicht auf sie
verlassen,... nur der Verstand und die rationalen Gesetze
werden dem langen Arm der Triebe nicht widerstehen". Diesen
Unterschied erläuterte auch Rabbiner Awraham Jizchak Kuk
(erster Oberrabbiner Israels; Mussar Hakodesch §1): "Die
weltliche Ethik hat keinen großen Tiefgang und reicht nicht in
das Innere der Seele, und obwohl der Mensch ihr zum Guten
nachfolgt, weil er die Geradlinigkeit in logischen Dingen erkennt,
so hat diese Unterweisung nicht die packende Kraft, die den
Stürmen der verschiedenen Triebe standhält, wenn sie sich
mit
aller Macht erheben. Erst recht kann dieses unverbindliche
Moralverständnis nicht die Allgemeinheit anleiten, die
menschliche Gemeinschaft in ihrer ganzen Tiefe und ihrem
ganzen Umfang, noch in die Tiefen ihrer Seele vordringen und
den Menschen in der Gemeinschaft wie auch dem Einzelnen ein
Herz aus Fleisch gegen das Herz aus Stein einzusetzen. Es gibt
keinen anderen Ratschluß als die Anleitung durch die göttliche
Ethik".
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