DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi"
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TRUMA
Nr. 293
8. Adar 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Ex. 25,1 - 27,19):
Sachspendenaktion zum Bau des Wüstenheiligtums
(Bundeslade, Tisch der Schaubrote, Leuchter,
Stiftszelt,
umgebende Trennwand, Vorhänge, Altar),
Maße und
Anordnung der einzelnen Teile.
Schabbat Sachor
Der
Stand der Dinge...
|
Amalek verfolgte zwei Ziele, die im Grunde genommen eines
waren, als dieses Volk bei unserem Auszuge aus Ägypten über
uns herfiel. Mit dieser Tat ebneten sie den Weg für alle Hasser
Israels, alle "Hamänner" dieser Welt, die sich in jeder
Generation aufmachen und über die Juden herfallen.
Das erste Ziel bestand in der physischen Vernichtung des
jüdischen Volkes, G~tt behüte, und das zweite im Verschleiern
der jüdischen Besonderheit und Identität als das von G~tt
auserwähltem Volke, das der ganzen Welt das Gute und das
Licht bringen soll.
Wenn wir also zur Gebotserfüllung aufgerufen sind zu
gedenken, was uns Amalek angetan hat, dürfen wir nicht
seine
niederträchtigen Ziele vergessen, um diesen amalekitischen
Geist bekämpfen und sein Andenken unter dem Himmel
auslöschen zu können.
Nach dem Stand der Dinge ist dieses niedere Ansinnen
Ameleks noch nicht aus der Welt verschwunden. Es gibt noch
genug Antisemitismus und Judenhaß, und noch immer stehen
sie gegen uns auf, um das ewige Volk, das Volk G~ttes
auszulöschen und zu vernichten.
Das wird ihnen nicht gelingen!
Wir müssen uns im Angesichte dieser amalekitischen
Bestrebungen nicht nur militärisch und wirtschaftlich stärken,
sondern auch im Hinblick auf unsere jüdische Identität und
lernen, die historische Bestimmung des jüdischen Volkes in
seinen Generationen zu erkennen - nämlich der Welt das Gute
und Erleuchtung zu bringen. Der Krieg der Söhne der Finsternis
gegen die Söhne des Lichtes dauert immer noch in voller Stärke
an. "Bis der Tag heranbricht und die Schatten fliehen" (Hohelied
2,17), und es möge uns vergönnt sein, ein "neues Licht auf
Zion" zu sehen (Morgengebet).
| Am
Schabbes-Tisch
Tempel und Erlösung Rav Jakov Ari'el
|
![]() |
"Und sie sollen mir ein Heiligtum machen" (Ex. 25,8) - dieser
Vers bildet die Ausgangsbasis für das Gebot (Mitzwa), den
Tempel zu bauen. Zur Erfüllung dieses Gebotes ist das jüdische
Volk gemeinschaftlich verpflichtet. Die Hauptlast ruht zwar
auf
dem König, der höchsten gemeinschaftlichen Autorität;
doch
wissen wir vom zweiten Tempel her, daß das Volk Israel den
Tempel auch ohne König zu bauen vermochte, d.h. durch die
politischen Führer jener Epoche. Diese Mitzwa bindet nicht
den
Einzelnen, auch nicht eine bestimmte Gruppierung, sondern die
Gemeinschaft in ihrer Gänze. Darum kann der Tempel nur dann
gebaut werden, wenn sich das ganze jüdische Volk in der
Bestrebung zu seinem Bau vereint.
Es lohnt sich zu wissen, daß der historische Prozeß der
Erlösung in unserer Generation mit der Idee der Erfüllung
des
Tempelgebotes begann. Rabbiner Zwi Hirsch Kalischer, einer
der ersten Vertreter der zionistischen Bewegung, stellte am
Anfang den Gedanken zur Diskussion, wieder das
Pessachopfer in Jerusalem darzubringen. Er war der Ansicht,
die Sache sei sowohl von halachischer, religionsgesetzlicher
Seite als auch in Hinblick auf die praktische Durchführung
möglich. Darüberhinaus erklärte er, diese Mitzwa
müssen wir
eigenhändig ausüben und nicht erwarten, daß sie sich
durch ein
Wunder erfülle. Er wandte sich an seinen Lehrmeister, Rabbiner
Akiva Eger, mit der Frage, ob es nach dessen Ansicht
Hinderungsgründe für die Verwirklichung seiner Idee gebe.
Von
hohem Alter bereits sehr geschwächt, verwies ihn Rabbiner
Eger an seinen Schwiegersohn, den "Chatam Sofer" [Rabbi
Moses Sofer (Schreiber), Gründer der Preßburger Jeschiwa,
einer der scharfsinnigsten Talmudisten der neueren Zeit, lebte
vor ca. 200 Jahren], der in seiner Antwort mitteilte, er sehe
keinen halachischen Hinderungsgrund, den Opferdienst in
unserer Zeit wieder aufzunehmen; allerdings halte er die
praktische Ausführung unter den gegeben politischen
Umständen für ausgeschlossen (der türkische Sultan sei
ein
harter Mann und werde nicht zustimmen...; Responsen "Chatam
Sofer" J.D.§236). Der "Chatam Sofer" wies die Frage jedenfalls
nicht mit der Behauptung ab, der Tempel erbaue sich von
alleine. Er stimmte der Annahme zu, der Tempel sei durch
Menschenhand zu schaffen.
Rabbiner Zwi Kalischers Idee erregte großes Aufsehen und
provozierte eine rege Diskussion, sowohl Für als auch Wider.
Die Fragen konzentrierten sich auf den Punkt, ob der dritte
Tempel vom Himmel herniederschweben oder von
Menschenhand gebaut werde. Rabbiner Kalischer selber
verstand sehr wohl, daß seine Idee auf kurze Sicht keine
Chance der Verwirklichung hatte. Die Veröffentlichung seiner
Ideen hatte dennoch einige bedeutende Folgen:
1. Die Diskussion an sich hob dieses Thema ins Bewußtsein der
Öffentlichkeit und öffnete die Herzen für die großartige
Vision,
deren Verwirklichung schon nicht mehr in einer fernen,
undefinierten Zukunft liege, sondern anscheinend greifbar nahe
ist, und die Stunde der Erfüllung rücke unaufhaltsam, fühlbar
näher. Die "Erlösung" ist kein abstraktes Thema der Zukunft
am
Ende der Tage, sondern sehr, sehr nahe.
2. Die große Frage, ob der nächste Tempel vom Himmel fällt
oder von Menschen gebaut wird, weitete sich aus in die
Diskussion über den allgemeinen Ablauf der Erlösung, über
die
Einsammlung der Diaspora und die Urbarmachung des Landes,
und es wurde klar, daß wir uns wenigstens in dieser Hinsicht
selber aufraffen und die Sache in die Hand nehmen müssen,
und nicht, daß uns diese Dinge durch himmlische Wunder in
den Schoß fallen. G~tt will, daß wir unser Land besiedeln.
Von jenem Zeitpunkt an begann der aktive Prozeß der
Sammlung von Geldern, der Erwerb von Ländereien, die
Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule und der Beginn der
Besiedlung des Landes. Die zionistische Bewegung begann mit
der Mitzwa: "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen"; und
dazu strebt sie zur Verwirklichung des Verses: "..wird
aufgerichtet sein der Tempel des Herrn, hochragend über alle
Berge... denn von Zion geht die Lehre aus, und das Wort
G~ttes von Jeruschalajim" (Jeschajahu 2,2-3).
| Frage
und Antwort
Nur nicht nachgeben! (II) Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Ich beziehe mich auf Ihren Artikel "Nur nicht nachgeben!"
in den "Betrachtungen zum Wochenabschnitt" Nr. 280. Als
berufsmäßige Sozialhelferin beeindruckte mich besonders
der
eindeutige Standpunkt und die klare Linie des "Niemand hat das
Recht, dich zu schlagen". Aus Ihren Zeilen klingt an, daß diese
Erscheinung wirklich besteht und Ihre Worte nicht nur der
akademischen Betrachtung dienen sollten. Jede öffentliche
Behandlung dieses schmerzlichen Themas trägt dazu bei, den
Schleier des Schweigens und der Scham zu lüften, und somit
wirklich Leben zu retten.
Ich möchte allerdings, mit Verlaub, zu einen Punkt in Ihrer
Anleitung für die Ehefrau, die von ihrem Mann geprügelt oder
erniedrigt wird, Stellung nehmen. Im zweiten Absatz schrieben
Sie wie folgt:
"Wenn er aber sagt, er fühle gar nichts dabei, es geschehe
Ihnen recht wegen Ihrer mangelhaften Folgsamkeit - dann
sagen Sie ihm: laß uns die Ehe in Ordnung bringen, laß
uns zur
Eheberatung gehen; ich gebe zu, ich habe mich nicht richtig
verhalten, und du bist ok; ich möchte dazulernen, laß
uns
hingehen".
Eine solche Antwort der Frau auf Gewaltanwendung ihr
gegenüber öffnet nur Tür und Tor für den nächsten
Gewaltausbruch. Alle Nachforschungen ergaben, daß die
Frauen, die sich "brav" zu verhalten gelernt hatten und ihren
Ehemännern entgegenkamen, nicht nur nicht aus dem
Teufelskreis der Gewalt ausbrechen konnten, sondern noch
tiefer hineingerieten, sowohl in bezug auf Häufigkeit als auch
Intensität der Gewaltausbrüche.
Eines muß man sich immer vor Augen führen: Die Gewalt
resultiert nicht aus dem Verhalten der Frau, sondern aus dem
gewalttätigen Charakter des Ehemannes, und wer hier eine
Änderung durchmachen muß, ist der Gewalttätige von
den
beiden. Wenn sie heute wegen einer versalzenen Suppe
verprügelt wurde und zur Antwort gibt, "ja, du hast recht und
ich
habe einen Fehler gemacht", dann erhält sie morgen wieder
eine reingewürgt, weil sie nicht genug Zucker in seinen Kaffee
tat. Und so weiter, der Phantasie sind hier keine Grenzen
gesetzt.
Die Idee, zur Eheberatung zwecks Herstellung des Ehefriedens
zu gehen, bedeutet in der Praxis die Übernahme der Schuld und
der Verantwortung für die Gewalt durch die Ehefrau. Das ist
absolut unakzeptabel. Eine Beratung des Paares hat überhaupt
keinen Sinn, solange die Brutalitäten andauern. Zuerst muß
man das Leben retten. Die Gewalt muß erst mir Stumpf und
Stiel ausgemerzt werden, bedingungslos, und erst dann kann
man versuchen, die Verhältnisse zu normalisieren.
Antwort: Vielen Dank für die Anmerkung und wichtige
Belehrung. Mit meinen Ausführungen wollte ich deutlichmachen,
wie wichtig es ist, den Ehemann um jeden Preis zum Gang zur
Eheberatung zu bewegen, und auch ein Ausspruch wie der
genannte könnte ein taktisches Mittel zu diesem Zwecke
darstellen.
Ich stimme allerdings zu, daß ein gewalttätiger Ehemann häufig
zu manipulieren versteht und es ihm gelingt, den Psychologen
zu täuschen und seine Frau als Ursache der Probleme
glaubhaft darzustellen.
Darum sollte man nicht einen x-beliebigen Eheberater
aufsuchen, sondern einen Fachmann für eheliche Gewalt gegen
Frauen.
Möge es uns vergönnt sein, gemeinsam den Stand unserer
geliebten Ehefrauen zu verbessern.
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