DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TOLDOT
Nr. 280
5. Kislew 5761

AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die Sudeten von Palästina
Der Kampf um Israel

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online;
desgleichen auf Französich

Diese Woche in der Tora (Gen. 25,19 - 28,9):
Geburt Jakovs und Eßaws, Verkauf des Erstgeburtsrechtes,
Hungersnot, Jizchak und Riwka bei König Awimelech, Streit um
Brunnen, Friedensvertrag, Jizchak segnet Jakov und Eßaw,
Eßaws Mordabsichten und Flucht Jakovs.
 

Der Stand der Dinge...
Heiligung G~ttes durch Israels Siege
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Und Eßaw war Jakov feind wegen des Segens, womit sein
Vater ihn gesegnet, und Eßaw sprach in seinem Herzen: Laß
nur erst die Tage der Trauer um meinen Vater herankommen,
dann will ich Jakov meinen Bruder erschlagen" (Gen. 27,41).

Unser Vorvater Jakov war fest davon überzeugt, Eßaw hasse
ihn wegen des Segens ihres Vaters Jizchak "sei Herrscher über
deine Brüder, und es beugen sich dir die Söhne deiner Mutter"
(Gen. 27,29). Als Jakov aus Charan zurückkam, versuchte er
daher, Eßaw zu befrieden, indem er ihm sagte, es habe keinen
Sinn mehr, ihn zu hassen, da sich doch der Segen Jizchaks "sei
Herrscher über deine Brüder" nicht erfüllte: "Ich wurde kein
Fürst und Vornehmer, sondern ein Fremder; du hast also keinen
Grund, mich wegen der Segnungen deines Vaters zu hassen"
(Raschikommentar zu Gen. 32,5). Doch Eßaw haßt Jakov ohne
jede logische Begründung: "Rabbi Schimon bar Jochai sagt, es
ist eine Überlieferung, man weiß, daß Eßaw Jakov haßt"
(Raschi zu Gen. 33,4).

Nach dem Stand der Dinge entbehren sowohl der Judenhaß,
der in der letzen Generation durch die furchtbare Schoa seinen
Ausdruck fand, als auch der Antisemitismus in der Welt im
Allgemeinen und die Angriffslust der Araber in diesen Tagen
allesamt einer logischen Basis.

Es ist unmöglich, die Antisemiten der Welt durch Logik zu
überzeugen, von ihrem Haß abzulassen. Jeder Versuch in diese
Richtung ist zum Scheitern verurteilt und kostet einen hohen
und bitteren Preis.

Den einzigen Weg, dem Hasse Eßaws gegen Israel zu
begegnen, gestern, heute und morgen, wird in folgendem Vers
beschrieben: "Und das Haus Jakov wird ein Feuer, und das
Haus Josef eine Flamme, und das Haus Eßaw zu Stoppeln"
(Ovadia 1,18), "ein Funke geht von Josef aus, der alle verzehrt
und verbrennt" (Raschi zu Gen. 37,1). Nur dadurch, daß wir
unsere Feinde und unsere Hasser besiegen, "erweise ich mich
groß und heilig, und tue mich kund vor den Augen vieler Völker,
und sie erkennen, daß ich der Ewige bin" (Jecheskel 38,23). "In
seiner Größe und in seiner Heiligkeit wird sein großer Name in
der Welt erkannt werden..." (Kaddischgebet).

In Erwartung der Erlösung,
Rav Dov Begon
 
 
Frage und Antwort

Nur nicht nachgeben!

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

[Antwort an eine Ehefrau, die wegen ihres brutalen Mannes um
Rat fragte].

Lassen Sie sich auch nicht ein einziges Mal von Ihrem
Ehemann schlagen, selbst wenn er jedesmal hinterher um
Verzeihung bittet - denn so glaubt er bloß, daß seine Sünde
gelöscht wurde und er seine Missetaten wiederholen kann.

Lassen Sie auch nicht zu, daß er Sie erniedrigt und beleidigt.
Ein böses Wort ist manchmal schlimmer als Schläge, wie es in
einem jiddischen Sprichwort heißt: Eine Wunde heilt, ein böses
Wort verweilt.

Fallen Sie nicht auf Toraverse und Talmudzitate herein, die
ihrem Mann scheinbar das Recht zum Schlagen geben, Sie
beherrschen läßt oder sonstige Schikanen gegen Sie
rechtfertigen, nur weil Sie ihm nicht eine ergebene Sklavin sind.
Glauben Sie ihm kein Wort, auch wenn er sich sonst in der Tora
auskennt. Unsere Vorväter Awraham, Jizchak und Jakov
wußten auch alle diese Dinge, und keiner prügelte seine Frau
oder benutzte sie als Dienstmagd. Auch die talmudischen
Weisen verhielten sich nicht so. Glauben Sie auch nicht, daß in
den Ehen der Weisen immer eitel Sonnenschein herrschte.
Einigen setzten die Frauen schwer zu, und trotzdem hielten sie
ihre "bessere Hälfte" in hohen Ehren. Ebenso ehrten die
Rischonim ihre Frauen. Auch heute ehren und lieben alle
Rabbiner ihre Frauen, obwohl sie ganz genau die Torastellen
kennen, die Ihr Mann zum Beweis anbringt. Und wenn Ihr Mann
selber Rabbiner ist und Sie trotzdem schlägt, können Sie ihm
von mir ausrichten, daß er seinen Titel zu Unrecht trägt, und
nach dem Schulchan Aruch die unterste Stufe der sozialen
Rangleiter einnimmt (J.D.243,3).

Noch schlimmer ist es aber, mehr noch als alle Schläge und alle
seine "Beweise" zusammengenommen, wenn Sie anfangen zu
glauben, Sie seien die wahre Schuldige. Anscheinend hat er
Ihnen schon eine Gehirnwäsche verpaßt und Sie von Ihren
"Mängeln" überzeugt. Sie hören ihm geduldig und
widerspruchslos zu, schlucken alle Kröten, und am Ende
glauben Sie ihm. Dann sind Sie verloren! Dann haben Sie sich
mit ihrem bitteren Schicksal abgefunden und können ihm nicht
mehr entkommen. Soweit dürfen Sie sich nicht absinken lassen!
Gehen Sie gegen diese Gehirnwäsche an und sagen Sie ihm:
Du bist hier derjenige, der reumütige Umkehr tun muß.

Ihre Freundin behauptet, dieses Schicksal sei Ihnen
vorbestimmt, und Sie dürften sich nicht dagegen auflehnen.
Wenn Sie Schläge einstecken, so sei dies ein Zeichen vom
Himmel, daß Ihre Seele in einem früheren Leben eine schwere
Sünde beging, bedanken Sie sich noch für die Schläge, denn
wenn Sie ihnen ausweichen, müssen Sie zum Erhalt der Strafe
zu einem weiteren Leben zurückkehren. - Wenn man an solche
Stories glaubt, geht die Rechnung allerdings wunderbar auf: der
Ehemann kann seinen agressiven Charakter an seiner
gutherzigen Frau auslassen, und sie kuscht vor ihm. Glauben
Sie nicht diese abstrusen Dinge! Nach der gleichen Logik kann
man nämlich auch behaupten, mit Lungenentzündung darf man
nicht zum Arzt gehen, vielleicht wurde es ja so vom Himmel
vorbestimmt, und wenn man jetzt Medizin nimmt, muß man
sowieso zu späterer Zeit alles nochmal durchmachen.
Maimonides gibt ein noch besseres Beispiel: Bekanntlich ist die
Hungrigkeit vom Himmel vorbestimmt, und demnach dürften Sie
sich nicht durch Essen gegen den himmlischen Willen
auflehnen! Sie müßten also brav verhungern...
(Mischnakommentar zu Pessachim 4.Kap.). Natürlich ist das
Unsinn. Wer krank ist, geht zum Arzt. Wer Hunger hat, ißt.
Manchmal lassen sich die Probleme nicht lösen; manchmal
stirbt der Patient auch nach der besten Behandlung. Dann bleibt
nichts anderes übrig, als die himmlische Entscheidung G~ttes in
seiner Weisheit zu akzeptieren. In unserem Fall jedoch gibt es
eine Alternative! Der Mann muß aufhören.

Hören Sie nicht auf ihre Mutterstimme, die da fleht: 'Leide um
der Kinder willen'. Auch Sie sind ein vollwertiger Mensch und
nicht die Dienstmagd Ihrer Kinder. Auch Sie sind ein Kind
G~ttes mit dem Recht auf eigenes Glück - und ihr Mann hat die
Pflicht, Sie glücklich zu machen. Viele Frauen leiden unter
Schlägen und Beschimpfungen, um die Familie nicht zerbrechen
zu lassen, wie in der bekannten Talmudgeschichte von der
Frau, die auf Geheiß ihres Mannes Kerzen am Haupte des
weisen Baba ben Buta zerbrach, und die Geschichte von dem
Mann, der seine Frau schickte, Rabbi Me'ir anzuspucken. Diese
klugen Frauen waren bereit, zugunsten der Kinder einen nicht
normalen Gatten zu erdulden. Alles hat jedoch seine Grenzen -
wenn der Vater die Mutter mißhandelt, geht es nicht mehr um
das Wohl der Kinder, die das mitansehen müssen und diese
Eindrücke später in ihr eigenes Eheleben einbringen.

Glauben Sie nicht jenen Moralaposteln, die eine Scheidung auf
jeden Fall ausschließen. Wenn Ihr Mann Sie täglich verprügelt,
sind Sie gefühlsmäßig schon von ihm geschieden, Sie führen
bereits ein einsames Leben. Einmal entschied sich eine Frau,
nach unzähligen Konsultationen mit Rabbinern, Sozio- und
Psychologen für die Scheidung. Daraufhin sprach ein Rabbi zu
ihr: Meine Tochter, lasse davon ab, denn bei jeder
Ehescheidung weint der Tempelaltar. Darauf erwiderte sie: Ich
habe schon so viele Jahre geweint - soll auch er ein bißchen
weinen! - In einem ähnlichen Fall sagte der Rabbi der Frau: Mir
ist der Prophet Elijahu im Traum erschienen und sagte mir,
wenn du dich scheiden läßt, so verzögert sich das Kommen des
Maschiach! - Dazu sagte die Frau, bevor sie die Tür beim
Hinausgehen mit einem Schwung zuschlug: Wenn der Prophet
Elijahu das nächste Mal zu Ihnen kommt, schicken Sie ihn zu
mir, er wird mich schon verstehen!

Natürlich steht die Scheidung am Ende aller Möglichkeiten. Im
Folgenden eine kleine Anleitung für das Vorgehen, wenn Ihr
Mann Sie schlägt und beleidigt:

1) Machen Sie ihn sanft darauf aufmerksam, daß Sie das sehr
verletzt. Vielleicht war er sich dessen nicht bewußt. Wenn es
ihm bewußt wird, kann er reumütige Umkehr tun. Wenn er aber
sagt, er fühle gar nichts dabei, es geschehe Ihnen recht wegen
Ihrer mangelhaften Folgsamkeit -
2) dann sagen Sie ihm: laß uns die Ehe in Ordnung bringen, laß
uns zur Eheberatung gehen; ich gebe zu, ich habe mich nicht
richtig verhalten, und du bist ok; ich möchte dazulernen, laß uns
hingehen. Wenn er nicht will, a) 'ich habe ja keine Probleme, du
bist die einzige, die hier Probleme hat, geh du doch', b) 'selbst
wenn ich ein Problem habe, ich traue den Beratern aber nicht,
ich traue nur mir selber, ich brauche keine Hilfe, ich mache alles
alleine' - ja, soll er nur; das Problem ist nur, daß er nichts
macht.
3) Nächste Stufe: Geh zum Rabbinatsgericht und reiche die
Scheidung ein. Die Dajanim (Richter am Rabbinatsgericht)
werden Ihnen zuhören und Ihrem Mann gehörig die Meinung
sagen. Zum ersten Mal in seinem Leben wird er anhören
müssen, daß er reumütige Umkehr tun und sich mit seiner Frau
versöhnen muß. Die Dajanim kann er nicht mit Bibelversen und
klugen Zitaten an der Nase herumführen. Sie werden ihm
sagen: Geh zur Eheberatung. Vielleicht geht er wirklich.
Vielleicht bessert er sich. Vielleicht ist er kein schlechter
Mensch, sondern nur in Probleme verstrickt. Der derzeitige
Zustand aber muß bereinigt werden.

Sagen Sie nicht: er weiß, daß ich vor der Scheidung Angst habe
oder davor, mein Ansehen zu verlieren und nicht aufmucken
werde. Im Gegenteil! Er wird sein Ansehen verlieren! Sie sind
eine gute Mutter mit Kindern. Er ist ein wichtiger Mann, Direktor;
hält überall große Reden; er achtet sehr auf ein positives Image.

Halten Sie Stand ihm gegenüber, nehmen Sie sich eine
Verbündete, Ihre Mutter, Schwester, Freundin, Nachbarin,
Rebbezin - am besten eine Eheberaterin. Und die Hauptsache:
Lassen Sie sich nicht einreden, ihr Mann habe recht. Sie lassen
sich nicht mehr Beleidigungen an den Kopf werfen wie
Dummerchen, Hohlkopf, dumme Ziege, faules Stück,
vernachlässigst die Kinder, läßt das Haus verkommen und
dergleichen mehr. Wenn er etwas auszusetzen hat, soll er
erstmal fragen, ob Sie darüber reden wollen.

Haben Sie keine Angst um den Hausfrieden. Im Gegenteil, so
verbessert man den Hausfrieden, zum Besten der Kinder, zu
Ihrem Besten, und auch zum Besten Ihres Mannes.
Geben Sie ihm nicht nach!

[Quelle: Schulchan Aruch, Ewen ha'Eser §154, 3 RMA]

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten aus Israel
 

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