DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MIKEZ
Nr. 284
4. Tewet 5761
AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Gen. 41,1 - 44,17):
Pharaos Träume
und Josefs Deutung: 7 fette und 7
Hungerjahre,
Josef Vizekönig, Anlage von Vorratsspeichern,
Neuordnung der ägyptischen
Wirtschaft, Josefs Brüder
kommen, Getreide
zu kaufen, erkennen ihn aber nicht.
Der
Stand der Dinge...
|
"Das Licht G~ttes die Seele des Menschen" (Sprüche
20,27).
Die Seele des Menschen wird hier mit dem Licht
verglichen. So
wie eine Leuchte zur Erfüllung ihrer Bestimmung
eines
Brennstoffs bedarf, im Falle der Chanukkalichter
des
(Oliven-)Öls, braucht auch der Mensch spirituelle
Energie, um
sein Licht in der Welt leuchten zu lassen. Das
trifft nicht nur auf
den Einzelnen zu, sondern gilt auch für
die Gemeinschaft.
Der geistige "Brennstoff" des jüdischen Volkes
in allen seinen
Generationen besteht in der heiligen Tora und
der jüdischen
Tradition, die mit reinem Öl verglichen
werden. Zwar
verunreinigten die Griechen alles Öl im
zweiten Tempel, doch
es geschah ein Wunder in Gestalt des einen Kruges
Öl mit dem
Siegel des Hohepriesters, mit dem der Leuchter
im Tempel acht
Tage befüllt wurde.
Nach dem Stand der Dinge braucht der Staat Israel
auch heute
dringendst einen Krug Öl mit dem Siegel
des Hohepriesters, um
die Menora zum Leuchten zu bringen, die
nicht zufällig als
Staatswappen gewählt wurde.
In der Tat erwies uns G~tt eine große Gnade,
indem er in
unserem Zeitalter einen solchen Krug Öl
mit dem Siegel des
Hohepriesters offenbarte, in Gestalt des großen
Kohen
Rabbiner Awraham Jizchak Hakohen Kuk sel., dessen
gute
"Lichter" (Titel einiger seiner Veröffentlichungen)
dem Hause
Israel, dem Staat Israel und der ganzen Welt
den Weg
erleuchten. Besonders in diesen Tagen, da der
Streit um den
jüdischen Charakter des Staates Israel entbrannt
ist, müssen
wir erst recht die Lichter Rabbiner Kuks lernen,
lehren und
verbreiten, wie "Wie köstliches Öl
auf das Haupt, herabfließend
auf den Bart, den Bart Aharons, der herabrollt
auf den Saum
seiner Gewänder. Wie der Tau Chermons, der
herabrollt auf
Zions Gebirge; denn dort hat der Ewige den Segen
entboten,
Leben bis in Ewigkeit" (Psalm 133,2-3), und dann
werden wir
erleben, "wie schön und lieblich ist's,
wenn Brüder
zusammenwohnen" (ebda.1).
In Erwartung der Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Organspenden Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Sollte man Organspenden zustimmen und auch selber
eine Karte bei sich tragen, die einen als möglichen
Organspender ausweist?
Antwort: Das Spenden von Gliedmaßen und Organen ist in
der
Tat mit schwerwiegenden religionsgesetzlichen Problemen
verbunden, wie z.B. das Gebot des Begrabens dieser
Körperteile, die Ehre des Toten und nicht die Verstümmelung
des Toten durch Zerschneiden des Fleisches. Andererseits
können mit Organverpflanzungen ganz einfach Menschenleben
gerettet werden, also ein Fall von Pikuach Nefesch. Oder
Verhinderung eines Lebens in ständigen Qualen, wie eine
künstliche Niere. Pikuach Nefesch verdrängt die genannten
Hinderungsgründe. Manchmal rettet ein einziger Mensch sieben
Menschenleben, einer bekommt das Herz, ein anderer die
Nieren, der dritte die Lunge usw. - ein größerer Mensch
im Tode
als zu Lebzeiten...
Das größte Problem bei Organspenden: Vielleicht ist der
Spender noch nicht wirklich tot, sondern befindet sich in einem
Koma, oder Siechtum. Auch einen Siechen darf man nicht töten.
Man darf X nicht ermorden, um Y zu retten, auch wenn X schon
im Sterben liegt.
Darauf gibt es mehrere Antworten.
1. Ärzte sind im allgemeinen keine Mörder, sondern gute
Menschen, die sich für den Nächsten aufopfern, und sie machen
sowas nicht. Es handelt sich um moralische und anständige
Leute, die sich an die Richtlinien halten, die vom israelischen
Oberrabbinat und dem Gesundheitsministerium erteilt wurden.
2. Auch wenn es einen unseriösen Arzt geben sollte, der um
des Erfolges und des Ruhmes willen zu einer Schandtat bereit
wäre, - solche Leute gibt es überall, in jeder
Gesellschaftsschicht. Doch selbst ein unseriöser Arzt wird es
nicht wagen, dieses Risiko auf sich zu nehmen, denn wenn es
herauskommt, müssen er und seine Klinik teuer dafür bezahlen.
Außerdem kann er seine weitere Karriere vergessen.
3. Wenn wir aber annehmen, daß er es dennoch wagt, gegen
die Halacha und gegen das Gesetz zu verstoßen, so wird
diese
Sünde ja nicht dem Organspender angerechnet, sondern nur
dem Arzt, denn die Spende hängt nicht von dieser Sünde ab.
Das gleicht dem Fall, wenn jemand am Freitag eine Geldspende
in die Armenkasse einzahlt, die noch am selben Tag verteilt
werden soll. Der Empfänger fährt jedoch erst am Schabbat
mit
dem Auto los und verteilt das Geld. Begeht der Spender dabei
eine Sünde? Nein, der Spender erfüllte ein Gebot, und der
Verteiler verbucht eine Sünde. So auch in unserem Fall; wenn
der Arzt sich nicht an die Richtlinien hält, so erfüllt der
Organspender dennoch ein Gebot, und der Arzt übertritt ein
Verbot. Es ist wirklich ein Skandal, daß noch immer keine
rabbanitische Aufsicht über Transplantationen geregelt wurde
(oder ärztliche, vom Rabbinat autorisierte Aufsicht). Dieser
Zustand hält Viele vom Spenden ab, sowohl religiöse als auch
nichtreligiöse Juden. Viele Juden leben zwar nicht nach den
Religionsgesetzen, doch im Sterben wollen sie lieber nicht
gegen die Religion verstoßen.
Ich persönlich kenne Fälle von Leuten, die bei Verkehrsunfällen
ums Leben kamen, und ihre Organe retteten vielen anderen das
Leben. Es ist eine große Mitzwa, eine Spenderkarte zu
tragen
und alle Organe zu spenden, einschließlich Bindehaut. Ich
selber besitze so eine Karte. Hoffentlich werden bald die nötigen
Gesetze verabschiedet, damit mehr Menschen zu spenden
bereit sind. Doch auch in der Zwischenzeit, im heutigen
Zustande, ist es eine große Mitzwa zu spenden. Auch
Familienmitglieder können Organe von einem verstorbenen
Verwandten spenden, selbst wenn dieser keine solche Karte
ausgefüllt hatte. Das ändert nichts an der Größe
des Gebotes.
Manche Leute fürchten, daß ihnen bei der Wiederauferstehung
der Toten die gespendeten Körperteile fehlen werden. Natürlich
wird jeder mit allen seinen Gliedern wiederauferstehen, sowohl
der Spender als auch der Empfänger, genau wie auch alle
Kriegsverletzten. Und wie ihm erst die gespendeten Körperteile
zum Lobe gereichen werden...
Und selbst wenn man bis 120 mit so einer Karte in der Tasche
herumläuft und keine Gelegenheit hat, Organe zu spenden - so
gilt man dennoch als ein großer Zaddik.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
| Am
Schabbes-Tisch
Zunehmendes Licht Rav Jakov Ari'el
|
![]() |
In den Konflikten der Tora Israels mit fremden Einflüssen
bestehen zwei Möglichkeiten der Auseinandersetzung. Die eine
befaßt sich hauptsächlich mit der Negierung des Negativen,
bekämpft und verurteilt das Böse, disqualifiziert, verbietet
und
verbannt es. Manchmal gehen durch ein generelles Verbot auch
gute und notwendige Dinge verloren, nur daß man eben den
schlechten Einfluß nicht anders bekämpfen konnte. Diese
Methode ist sicher für Manche nötig, die anderenfalls nicht
standhalten könnten. Zweifellos gibt es Situationen und
Altersgruppen, für die diese Methode das beste Ergebnis bringt.
Daneben gibt es aber eine andere Methode, die sich
vollkommen auf "Tue Gutes" konzentriert, auf die Verstärkung,
Erweiterung und Bereicherung des Torastudiums sowie das
Eindringen in ihre tiefere Bedeutung, bis der negative Einfluß
keinen Fuß mehr fassen kann und sich in gewisser Hinsicht
sogar zum Guten wandelt. Diese positiven Bestandteile können
nunmehr die Tora begleiten und bereichern, wie Köche und
Gärtner im Palast.
Im Kampf der Tora gegen den Hellenismus gab es auch zwei
Methoden, und zwar die der Schule Schammais und die der
Schule Hillels. Die Schule Schammais "vermindert im Verlaufe"
[die Anzahl der zu zündenden Chanukka-Lichter], entsprechend
der am Laubhüttenfest täglich darzubringenden Rinderopfer
als
Symbol für die 70 Völker der Welt und ihre verderbende Kultur.
Die Schule Hillels "erhöht im Verlaufe" [dito], wie in allen
Angelegenheiten der Heiligkeit [wenn man mit unterschiedlichen
Rangstufen der Heiligkeit zu tun hat, gehe man immer vom
Niederheiligen zum Höherheiligen, aber nicht umgekehrt; siehe
z.B. Joma 12b]. Je mehr der Mensch seinen Charakter auf dem
Wege der Heiligkeit weiterentwickelt, desto mehr entfernt er
sich von schlechten Einflüssen. Wenn er den Höhepunkt
erreicht hat und sich das Böse ganz weit unten befindet, kann
es ihm nicht nur nicht schaden, sondern im Gegenteil,
bestimmte Teile können ihm in seiner spirituellen Erhebung
behilflich sein. - Die Halacha wurde nach einigen Meinungen
nicht zugunsten der Schule Hillels entschieden, weil beide
Methoden ihren Platz und Nutzen haben.
Praktisch wird jedoch nach der Lehre der Schule Hillels
verfahren. Diejenigen, die diese Methode auch in ihrem
geistigen und kulturellen Leben verwirklichen, müssen wissen,
daß nur ein konsequentes Studium der Tora, ständiges
Voranstreben und Vertiefen sowie qualitatives und quantitatives
Erhöhen der Reichweite populären Torastudiums sicherstellen
können, daß die positiven und wesentlichen Inhalte keinen
Schaden durch negative Einflüsse nehmen, sondern im
Gegenteil, nach außen von ihrem Glanz abstrahlen und einen
wünschenswerten Einfluß ausüben.
Diejenigen, die sich mit Wissenschaft und Allgemeinbildung
befassen, mit Kultur und Kunst, müssen in der Tora verwurzelt
sein und sich noch intensiver mit ihr beschäftigen als jene, die
sich von allem fremden Einfluß abschirmen. Die Anzahl der
Toralernenden, ihre Qualität und ihr spirituelles Niveau müssen
in diesen Kreisen um ein Vielfaches größer sein als bei
jenen,
die sich von weltlichen Dingen und dem allgemeinen
Gesellschaftsleben fernhalten. Sie müssen besondere Vorsicht
walten lassen, sich nicht von jeder Mode oder Macke mitreißen
zu lassen, die die säkulare Welt unentwegt hervorbringt. Dazu
gibt es nur einen Rat: Schaffung neuer Möglichkeiten des
Torastudiums. Die Finsternis läßt sich nicht mit Stöcken
austreiben. Das Böse verschwindet nicht durch den Hauch des
Mundes. Nur vermehrtes Licht vertreibt die Dunkelheit, oder wie
es Rabbiner Kuk ausdrückte:
Die reinen GerechtenMACHON MEIR
lamentieren nicht über die Bosheit,
sondern mehren Gerechtigkeit;
lamentieren nicht über die Ketzerei,
sondern mehren Glauben;
lamentieren nicht über die Ignoranz,
sondern mehren Weisheit
[aus "Arpelej Tohar"].
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