DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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den Rabbi"
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT KORACH
Nr. 309
2. Tammus 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Num. 16,1-18,32)
Putschversuch Korachs
und seiner Anhänger gegen Moscheh
und Aharon; harter
Kern versinkt im Erdboden, andere werden
von himmlischem
Feuer verzehrt; deren Räucherpfannen
dienen als Altarüberzug
zum Mahnmal; anschließender Unmut
im Volk wird mit
Seuche bestraft; Aharon heilt; göttliches
Wunder mit Aharons
Stab bestätigt Führung durch Moscheh
und Aharon; Bestimmung
der Priester und der Leviten zum
Tempeldienst und
die ihnen zustehenden Abgaben.
Der
Stand der Dinge...
|
Unser großer Lehrer, Rabbiner Zwi Jehuda Hakohen Kuk sel.
[Sohn des ersten Oberrabbiners Israels und u.a. geistiger Vater
der Siedlungsbewegung] pflegte uns zu erzählen, wie Personen
des öffentlichen Lebens versuchten, eine Begegnung zwischen
ihm und islamischen Würdenträgern und Geistlichen zu
arrangieren. Er war grundsätzlich dazu bereit, machte aber jede
Begegnung von einer Bedingung abhängig: Sie müßten
in aller
Öffentlichkeit das Recht des Volkes Israel auf das Land Israel
anerkennen. Aber, schloß Rabbiner Kuk seine Geschichte, bis
heute warte ich immer noch vergebens auf eine Antwort! Den
Grund dafür kennen wir natürlich alle: Die arabischen
Würdenträger, Geistlichen und Herrscher haben sich niemals
mit der Existenz des Staates Israel abgefunden. Im Gegenteil,
ohne Unterlaß führen sie Krieg gegen uns, der manchmal die
eine und manchmal eine andere Form annimmt, manchmal
vollumfangliche Kriege wie der Unabhängigkeitskrieg,
Sechstage- und Jomkippurkrieg, und manchmal örtliche
Erhebung oder Intifada, und manchmal als "Anfälle von Frieden"
mit dem Ziel, den Staat Israel auf die Knie zu zwingen und zu
zerrütten. Zum Arsenal gehören weiterhin Wirtschaftsboykott,
Terroranschläge usw. Wie wir sehen, erfüllen sich damit die
Worte der Propheten und der talmudischen Weisen, daß im
messianischen Zeitalter die Nichtjuden gegen uns Kriege führen
werden, wie es heißt: "Warum lärmen die Völker und
sinnen die
Nationen Eitles?" (Psalm 2,1), "..im Siebentjahre Kriege, beim
Ausgang des Siebentjahres kommt der Sohn Davids" (Megilla
17b).
Nach dem Stand der Dinge waren alle israelischen Regierungen
bereit, mit den Arabern ohne Vorbedingungen zu reden, d.h.,
ihre Hand war zum Frieden ausgestreckt, obwohl unsere
Gegner nicht bereit waren, unser Existenzrecht anzuerkennen.
Im Gegenteil; unsere Verhandlungsbereitschaft wurde von der
anderen Seite immer als Verzichtsbereitschaft auf unser Land
verstanden. Das kann es nicht geben! Die Zeit ist reif, daß
unsere politischen Führer und Regierungsverantwortlichen
weitere Gespräche mit den Arabern von deren deutlicher und
unmißverständlicher Zustimmung zum Recht des Volkes Israel
auf das Land Israel abhängig machen, wie G~tt es in seinen
Schwur an Awraham, Jizchak und Jakov versprochen hat und
die Worte des Propheten eintreffen: "Und viele Nationen werden
ziehen, und sprechen: Wohlan, lasset uns zum Berge des
Ewigen hinaufgehen, zum Hause des G~ttes Jakovs, daß er
uns von seinen Wegen lehre, und wir auf seinen Pfaden
wandeln... und sie werden ihre Schwerter zu Sicheln stumpf
machen, und ihre Lanzen zu Rebenmessern. Nicht wird Volk
gegen Volk das Schwert erheben, und nicht lernen sie fürder
den Krieg" (Jeschajahu 2,3-4). Wir haben keine andere Wahl,
wir müssen uns spirituell stärken, d.h. die Rechtmäßigkeit
unseres Kampfes lernen und verstehen, und wir müssen
wissen, daß unsere Aufgabe über die Generationen darin
besteht, der ganzen Menschheit Licht und Güte zu bringen, auf
dem Wege über unser Land und Jerusalem, dessen Hauptstadt.
Wir müssen unser Land und unsere Armee stärken. Wir
müssen unsere Feinde abschrecken und schlagen, bis sie und
die ganze Welt erkennen, daß der "Ewige, G~tt Israels, König
ist und seine Herrschaft waltet über alles" (Schmone-Esre
an
Rosch Haschana), im Sinne des Segens für Jehoschua ben
Nun: "..sei stark und fest, sei nicht zag und nicht bang; denn mit
dir ist der Ewige dein G~tt überall, wo du gehest" (Jehoschua
1,9).
In Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Sportsgeist Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Ein israelischer Sportverein gewann neulich die
europäische Basketball-Meisterschaft. Gereicht so ein Sieg dem
Staate Israel zur Ehre? Liegt hier vielleicht sogar eine "Heiligung
des göttlichen Namens" (Kiddusch Haschem) vor?
Antwort: Leider ist das alles Unsinn. Der elitäre Wettbewerbs-
Sport hat keinen Wert an sich. Selber Sport treiben, zur
Stärkung des eigenen Körpers, das hat schon einen gewissen
Wert. Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") schrieb,
daß die Gesunderhaltung des Körpers zum Dienst an G~tt
gehört.
Einem schwächlichen und kranken Menschen fällt es schwer,
seinem Schöpfer zu dienen. Außerdem hat man manchmal
einfach das Bedürfnis, aufzuatmen und sich auszulüften. Doch
wenn eine kleine Gruppe von Menschen mit einem Ball spielt,
während Hunderttausende auf passive Weise zuschauen, so
hat das überhaupt keinen Wert.
Diese Erscheinung kommt der religionsgesetzlichen Definition
des "Aufenthaltsortes der Spötter" (Moschaw Lezim; Awoda
Sara 18b) nahe, d.h. die Veranstaltung von geist- und wertlosen
Aktivitäten. Sicher sind wir alle keine Engel, und manchmal
geraten wir in eine sinnlose Beschäftigung. Aber eine sinnlose
Beschäftigung in solchem Umfange und so methodisch zu
organisieren, das nennt man Moschaw Lezim.
Schon zur Zeit der talmudischen Weisen gab es griechische
und römische Olympiaden. Man kann nicht gerade behaupten,
daß sie sich für die Teilnahme begeisterten. Vielmehr schrieben
sie: "Wer Wettkampfplätze und Belagerungsbelustigungen
besucht und da Zauberkünstler, Schlangenbeschwörer,
Musikanten, Possenreißer, Reitkünstler, Bauchredner, Tänzer
und Puppenspieler sieht, befindet sich an einem Aufenthaltsorte
der Spötter" (Awoda Sara ebda.).
Daneben kommt es häufig zu problematischen
Begleiterscheinungen, wie die massenweise
Schabbatentweihung, gottbehüte, für die der Wettbewerbssport
durch seine Organisationsform besonders anfällig ist.
Außerdem werden die Geschehnisse auf dem Spielfeld von
bereits chronischen Gewaltausbrüchen der Anhängerschaft
begleitet. Dies ist keineswegs mehr die Ausnahme, sondern
wird als dazugehörend akzeptiert, ebenso Beleidigungen und
Intrigen. Das hat mit echtem Sportsgeist doch gar nichts mehr
zu tun.
Wenn ein Mensch manchmal mit seinen Freunden Sport treibt,
manchmal gewinnt und manchmal verliert, und das Ergebnis
freudig akzeptiert - das kann man sich schon gefallen lassen.
Bei einem Wettlauf stürzte einmal einer der Läufer und blieb
verletzt liegen. Einer der Konkurrenten hielt an und kümmerte
sich um ihn, obwohl er wegen dieser Verzögerung aus dem
Wettbewerb ausschied - aber das ist echter Sportsgeist.
Ein andermal ging ein Läufer als Erster durchs Ziel und fing vor
Freude an zu tanzen. Plötzlich verkündete der Lautsprecher,
daß sein Konkurrent um eine Zehntelsekunde schneller war. Er
hatte zwar das Zielband an seiner Brust gespürt, war aber doch
nur Zweiter. Nach der Durchsage spürte er zwar eine gewisse
Enttäuschung, tanzte aber weiter, jetzt um seinen Kameraden,
den Gewinner herum. Das ist echter Sportsgeist!
Beim Wettbewerbssport geht manchmal im Eifer des Gefechtes
der Sportsgeist ganz verloren. Der Sieg wird zur Hauptsache,
und jede Niederlage wird auf krankhafte Weise zu Herzen
genommen. Der Sport selber wird zur Nebensache, und der
Sieg der Mannschaft zur Hauptsache.
Das ist doch eine Entheiligung des göttlichen Namens, wenn
ein
kluges und weises Volk sich mit Unsinn beschäftigt, und noch in
solch weitem Ausmaß. Hier muß eine einschneidende Änderung
stattfinden, der elitäre Wettbewerbssport muß durch
individuellen Sport ersetzt werden. Leider beschäftigen sich die
Leute nicht genug mit der Körperertüchtigung, und das ist
nicht
gesund.
Natürlich ist die nationale Begeisterung als Folge des Sieges
eine freudige Angelegenheit alleine wegen ihres nationalen
Charakters, aber auch diese Begeisterung muß auf würdigere
Themen überführt werden: eine Begeisterung für gute
Werke,
für wissenschaftliche Entdeckungen, die der Menschheit nützen,
und natürlich über die Existenz des Staates und der Armee
anstelle der Begeisterung für etwas Wertloses oder sogar leicht
Negatives.
Die Bezeichnung "Heiligung des göttlichen Namens" (Kiddusch
Haschem) verdient nur etwas ganz Vorzügliches. Es gibt
normal
gute Sachen, die aber nicht in die Kategorie "Kiddusch
Haschem" fallen. Etwas Gutes, das den üblichen Rahmen
sprengt - das ist ein "Kiddusch Haschem". Aber erst einmal muß
es gut sein! Gibt es denn in Verbindung mit Ballspielen ein
göttliches Gebot, Mildtätigkeit, Erleuchtung, Heiligkeit,
Reinheit?! Bei Selbstaufopferung für G~tt, für die Tora,
das Volk
und das Land Israel - dabei gibt es "Kiddusch Haschem".
Wenn wir ein fremdes Land mit unserer Ethik übertreffen - das
nennt sich "Kiddusch Haschem". Wenn man gegen uns zum
Krieg antritt, um uns zu töten, zu vernichten und auszurotten,
Männer, Frauen und Kinder, und wir erfüllen das große
Gebot
(Mitzwa), Volk und Land zu retten und den Gegner zu schlagen
- das ist ein "Kiddusch Haschem". Erwachsene Menschen aber,
die einem Ball nachrennen - wo ist dabei ein "Kiddusch
Haschem"? Selbstverständlich brauchen kleine Kinder
solche
Spiele, die eine bestimmte Aufgabe bei der
Persönlichkeitsbildung wahrnehmen. Aber Erwachsene?!
Manche Erwachsene sind nun wirklich mit Haut und Haaren
dem Sport verfallen, sie können an gar nichts anderes denken.
Wir werden keinen Stock nehmen und sie dafür verhauen,
damit sie ihre Freizeit vernünftigen und nützlichen Dingen
widmen. Zum Lob gereicht uns das allerdings nicht.
Was gereicht uns zum Lob? Wenn jemand gute Werke tut,
wenn ein Soldat besonderen Kampfesmut zeigt, wenn ein
Mensch Beschimpfungen anhört und dazu schweigt. Mögen wir
solchen "Kiddusch Haschem" mehren!
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
| Am
Schabbes-Tisch
Im Namen der Freiheit! Rav Jakov Ari'el
|
![]() |
Kleinen Kindern, und manchmal auch Erwachsenen, die im Hinblick auf
seelische und verstandesmäßige Reife nicht ausreichend entwickelt
sind, fällt es
schwer, sich in einen gewissen Rahmen einzupassen, um mit seiner Hilfe
ihre
wahre Freiheit zu verwirklichen. Darum lehnen sie sich gegen diesen
Rahmen
auf und versuchen, dieses Joch abzuwerfen. Auch das Volk Israel mußte
in
gesellschaftlicher Hinsicht diese Leiden der Kindheit durchmachen,
die eine
Prüfung enthielten, die bestehenden Richtlinien im Namen der ersehnten
Freiheit zu unterminieren. So eine Prüfung war die Episode mit
Korach.
Das Einhüllen in einen ganz und gar himmelblau gefärbten Tallit
[wie Korach es
provokativ von Moscheh erfragte; nach dem Gebot der Tora muß
nur einer der
am Tallit in jeder Ecke angebrachten Schaufäden mit dieser
Farbe, dem sog.
"Tchelet" gefärbt sein] hebt diese Art der Auflehnung durch
Korach hervor. Das
reine Blau des Himmels steht für das Streben nach Höherem,
für das Erheben
in höchste Sphären, das Aufschwingen auf den Flügeln
der Begeisterung in das
allumspannende Firmament. Dieser Tallit, so groß und wunderbar
- wozu
braucht er den einsamen, kleinen Faden, der an einer Ecke angeknotet
hängt?
Die Erhabenheit des Himmels, die edle Weite bis in die Endlosigkeit,
ohne
beschränkende Horizonte! Und demgegenüber der in seiner Länge,
seiner Form
und der Art seiner Herstellung eingegrenzte und genau definierte Faden.
Wird
hier nicht die Seele eingeengt, die Persönlichkeit unterdrückt,
ihr die Luft
abgeschnürt und ihre Schwingen gestutzt? Was nützt eine kleine
Kerze bei
hellem Tageslicht?! Wer sich mit großen Themen beschäftigt
- was sollen ihm
"Kleinigkeiten" wie diese?
Wenden wir uns nun von den Eindrücken der innersten Seele zu den
äußerlichen gesellschaftlichen Strukturen. "Die ganze Gemeinde
sind lauter
Heilige, denn unter ihnen ist der Ewige" (Num. 16,3). Standen doch
alle
zusammen am Berge Sinai und hörten "Ich bin der Ewige, dein G~tt"
(Ex. 20,2).
Das Judentum unterscheidet sich von allen seinen armseligen Nachahmern.
Nicht in der Botschaft einiger Weniger wurde es übermittelt, sondern
in einer
Offenbarung vor dem ganzen Volke Israel. Bei uns gibt es keine Mittelsmänner
oder Zubehör. Im Gegenteil, wir sehen in der Vermittlung durch
andere
Personen eine Art Trennwand zwischen dem Menschen und seinem G~tt.
Wozu
braucht man überhaupt eine Obrigkeit über die gesellschaftlichen
Strukturen?
Ohne sie müßte das religiöse Leben doch eigentlich
viel spontaner ablaufen.
Die auf den Schultern eines jeden Einzelnen ruhende Verantwortung würde
ihm
weit größere Aufgaben übertragen und ihm somit das
Erreichen einer höheren
spirituellen Stufe ermöglichen. Wozu ist die religiöse Obrigkeit
also gut?
Die Behauptungen Korachs enthalten demnach ein hohes Maß an
Berechtigung. Selbst Moscheh sagte ja: "daß doch das ganze Volk
des Ewigen
Propheten wären!" (Num. 11,29). Er hatte sich doch fast selber
der Einrichtung
einer institutionellen Obrigkeit widersetzt. Sein unmittelbarer Kontakt
zum Volk,
und des Volkes zu G~tt, waren ihm lieber. Und der Prophet Schmu'el,
von den
Nachkommen Korachs, äußerte sich unmutig über den Wunsch
des Volkes,
eine feste politische Herrschaftsstruktur zu schaffen, und schilderte
dem Volk
die damit verbundenen Gefahren.
Und trotz alledem gebot die Tora die Unterhaltung einer institutionellen
Gerichtsbarkeit, und auch das Königtum gehört zu den Geboten
der Tora. Denn
wie gesagt, ohne geregelte Strukturen gibt es keine geordnete Gesellschaft,
sondern ein jeder tut was recht ist in seinen Augen. Wahrscheinlich
war Korach
selbst gescheit genug, um sich auf sich selbst verlassen zu können.
Läßt sich
jedoch ein auserwähltes Volk und ein priesterliches
Königtum auf einem
Fundament von totaler Anarchie erbauen? Kann sich wirklich jedermann
in
einen vollkommen himmelblauen Tallit einhüllen und sich
begeistert in höchste
spirituelle Höhen aufschwingen? Oder wird vielleicht genau das
Gegenteil
passieren, wenn ihn seine unbeherrschten Triebe in immer größere
Verdorbenheit absinken lassen? Nicht von ungefähr tat die Erde
ihren Schlund
auf und verschlang Korach. Das war nur die natürliche Folge seines
Bestrebens, sich ohne festen Rahmen und ohne geordnete Strukturen in
spirituelle Höhen aufzuschwingen. Die notwendige Folge war der
Sturz in den
Abgrund!
Korachs Irrtum und Fall bezeichnen noch eine andere Erscheinung. Natürlich
möchte jeder Mensch so autonom wie möglich sein. Das ist
seinen großen
Begabungen und Fähigkeiten nur angemessen. Allerdings hängt
dies von einer
objektiven Selbsteinschätzung ab: Ist er wirklich zu vollständiger
Autonomie
fähig und geeignet? Benötigt er tatsächlich keine Anleitung,
keine Ratschläge,
keinen stützenden und richtungsgebenden Rahmen? Aufgeblasene Eitelkeit,
Arroganz, Überheblichkeit und gesteigerte Selbstsicherheit können
selbst den
Gescheitesten der Gescheiten verblenden. Unser Lehrer Moscheh, die
Antithese zu Korach, wird als "demütiger als irgend ein Mensch
auf dem
Erdboden" (Num. 12,3) beschrieben. Nur ein Demütiger wie er, der
sich nicht
der Autonomie für würdig hält, ist ihrer wirklich würdig.
Korach muß seinen
wahren Platz kennenlernen. Sein Platz ist nicht in den himmlischen
Höhen, wie
ihm sein begehrlicher Blick weismachen wollte. Sein wahrer Platz ist
auf dem
Boden der Tatsachen. Hochmut kommt vor dem Fall.
Hätte Korach seine Karriere in Demut begonnen und sich nicht für
würdiger als
Staub und Asche gehalten, hätte er alle Ehre verdient, alles Lob
und alle
Erhöhung. Da er sich aber für etwas Besseres hielt, für
nicht geringer als
Moscheh und Ahron, nicht geringer als die Ältesten Israels - war
er des Falles
würdig. Dieser Sturz enthält eine Lehre für alle Generationen,
den richtigen
Standpunkt zu wahren im weiten Feld zwischen ehrlichem Streben nach
Selbständigkeit und persönlichen Ambitionen, und andererseits
der
Selbstaufwerfung und Überheblichkeit, die jede Autorität
verächtlich machen.
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