DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi"
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT JITRO
Nr. 291
24. Schwat 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Ex. 18,1 - 20,23):
Jitro, Moschehs Schwiegervater, kommt
zum Volk Israel in die
Wüste; gibt Moscheh Rat, Richtervollmachten
zu delegieren;
Bund mit dem Ewigen, ein heiliges Volk
zu sein und seine
Worte zu befolgen; die 10 Gebote am Berge
Sinai; das ganze
Volk Augenzeugen.
Der
Stand der Dinge...
|
"Und Israel lagerte gegenüber dem Berg" (Ex. 19,2) - "wie ein
Mann, einmütig" (Raschikommentar). Wie ein Mann - wie der
Mensch eine Einheit bildet, die sich aus vielen verschieden
Teilen und Kräften zusammensetzt, unterschiedlichen und
einander ergänzenden, so ist auch Israel ein Volk, obwohl
kein
Jude dem anderen gleicht, ebenso wie die politischen
Richtungen der Nation: "In ihren Ansichten gleicht keiner dem
anderen, ebenso wie ihre Gesichter einander nicht gleichen"
(Brachot 58a).
Der Zusatz "einmütig" soll uns lehren, daß die physische
Einheit
des Körpers und seiner Kräfte nicht ausreicht, vielmehr braucht
man auch "Einmütigkeit", ein geeintes Herz, d.h. ein
Geist und
eine Seele für die ganze Vielfalt der Gliedmaßen
und
Körperkräfte.
Nach dem Stand der Dinge befindet sich das jüdische Volk im
historischen Entwicklungsprozeß von Einsammlung der
Zerstreuten und dem Aufbau neuer nationaler Strukturen nach
zweitausand Jahren Exils, in dem wir "ein Volk, zerstreut und
versprengt" (Esther 3,8) waren, das nicht nur einer äußerlichen,
physischen Einheit bedarf, sondern vor allem einer inneren,
spirituellen Einheit des "einen Herzens", das frisches geistiges
Blut in alle Teile der Nation strömen läßt. Wir brauchen
eine
original-israelische Kultur, eine Kultur, die auf dem Fundament
unserer heiligen Tora steht und von den ewigen jüdischen
Werten gespeist wird, und gleichzeitig mit dem Wiedererstehen
des Volkes in seinem Lande und der sich wissenschaftlich und
technologisch fortentwickelnden Welt verbunden ist.
So wie die Wurzeln und der Stamm die Zweige des Baumes
einen, so werden auch die Tradition und unsere jüdischen
Wurzeln die Nation in ihrem Lande einen. Die große Änderung
in der Politik verpflichtet auch zu einer großen Änderung
im
Verhältnis und in der Erziehung zum quellentreuen Judentum in
Liebe und Glauben an die ganze Nation, und dadurch kommen
wir gemeinsam voran auf dem erhabenen Wege zur
vollständigen Erlösung.
| Frage
und Antwort
Die Unbestechlichen Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Ich bin ein junges Mädchen und leide unter einem
bestimmten gesundheitlichen Problem. Die Ärzte sagen mir, es
sei alles in Ordnung und nach einer Weile werde das Problem
von alleine verschwinden; ich müsse nur Geduld haben.
Dummerweise habe ich aber keine Geduld. Darum wandte ich
mich auf Anraten von Bekannten an Rabbiner, die sich auf
solche Probleme spezialisiert haben, um von ihnen Rat und
Segen zu erhalten. Einem jeden zahlte ich einige hundert
Schekel, keine kleine Summe für mich, doch nichts half. Ich
wandte mich an noch einen Rabbiner, der mir sagte, der Geist
eines Toten sei in mich gefahren, und er erklärte sich bereit,
ihn
auszutreiben. Dafür seien 12 Sitzungen (zu je 300 Schekel!)
nötig. Für mich ist das ein Vermögen, und ich bin schon
ganz
verzweifelt.
Antwort: Na, dann ist ja wohl die Zeit gekommen, auf die Ärzte
zu hören und geduldig abzuwarten. Das ist jedenfalls mein Rat.
Der Herr der Welt hat den Menschen mit Weisheit erschaffen,
der Körper ist keine Maschine, sondern ein Organismus, und
manchmal dauert es eine Weile, bis er zu seiner natürlichen
Ausgeglichenheit zurückfindet.
Doch diese Geschichte über Geld und Rabbiner ist ja kaum zu
glauben! Alle meine Tage verbrachte ich mit weisen Rabbinern,
hochgelehrten, heiligen und gerechten Menschen, und sah nicht
einen einzigen von ihnen um Geld bitten, wenn sie jemand um
Rat fragte, um Hilfe oder für ihn zu beten ersuchte. Sie freuen
sich zu helfen. Wenn jemand Schmerz fühlt, schmerzt es sie mit
ihm. Wenn jemand weint, weinen sie mit ihm. Sie helfen ihm
von ganzem Herzen und verlangen kein Geld.
Im Gegenteil, wenn sie jemanden in einer Notlage antreffen,
geben sie ihm Geld, entweder als Beauftragte eines Hilfsfonds
(Zedaka-Kasse), dessen Gelder sie für jede nötige
Ausgabe
verwenden dürfen, oder, wenn das nicht reicht, von ihrem
eigenen Geld.
Ich habe mit eigenen Augen Rabbiner gesehen, die mit ihrer
Familie in den bescheidensten Verhältnissen lebten und sich
nicht einmal das Nötigste gönnten, um mit ihrem Geld anderen
zu helfen.
Ich sah unseren Lehrer, Rabbiner Zwi Jehuda Kuk, der jedem
half, der sich an ihn wandte, Stunden um Stunden ohne auf die
Uhr zu sehen, mit Rat und Tat, mit Gebet und Fürsorge, selbst
wenn er den Menschen noch nie vorher gesehen hatte, ob er
religiös war oder auch nicht, Charedi oder Zionist, Erwachsener
oder Kind, und niemals bat er auch nur um einen einzigen
Pfennig. Er besaß einen abgewetzten Mantel, einen alten Hut,
einen wackeligen Tisch, ein durchhängendes Sofa, und wenn
der Sekretär der Jeschiwa vorschlug, ihm irgendeinen neuen
Gegenstand zur Erleichterung des Lebens zu beschaffen, fuhr
er ihn an: Es gibt Leute, die mehr Hilfe brauchen als ich,
kümmere dich zuerst um jene!
Es ist nicht zu glauben, daß Rabbiner Geld verlangen! Einmal
kam ein Mann zum Rabbiner mit einem Huhn, und der Rabbiner
sah, daß es nicht koscher war. Doch hier steht ein Mann vor
ihm, für den dieses Huhn die gesamte Schabbat-Mahlzeit für
diese Woche für ihn und seine Familie darstellt. Soll er sagen,
daß es koscher ist? Aber es ist doch trefe. Soll er sagen,
daß
es trefe ist? Damit ruiniert er den Fragesteller. Darum sagte
er:
Das Huhn ist trefe, und hier hast du Geld, ein anderes dafür
zu
kaufen. Wenn der Rabbiner jedoch weiß, daß der Mann auf
seiner Ehre besteht und kein Geld annehmen wird, dann schickt
er einen Zettel an die Rebbetzin in der Küche, das Huhn
heimlich gegen ein koscheres auszutauschen, was er dann dem
Fragesteller "zurückgibt". Wir können tausendfach bezeugen,
daß Rabbiner so handelten.
Doch seit wann gibt es sowas, daß Rabbiner für jede Kleinigkeit
Geld verlangen, für einen Rat, für ein Gebet, für die
Ausrichtung
einer Chuppa, für die Anwesenheit bei einer Beschneidung
oder
zur Tröstung von Trauernden?! Nicht zu glauben.
Einmal beschwerte sich die Frau von Rabbiner Awraham
Jizchak Kuk beim Bürgermeister von Jaffo, Disengoff, daß
ihr
Mann schon mehrere Monate kein Gehalt bekommen habe, und
sie komme nur zurecht, weil sie beim Ladenbesitzer noch
anschreiben lassen kann. Der Bürgermeister bestritt jegliche
Schuld. Nach Prüfung der Angelegenheit stellte sich heraus,
daß Rabbiner Kuk nach Empfang seines Gehaltes auf dem
Nachhauseweg von bedürftigen Juden angesprochen wurde:
"Herr Rabbiner, man läßt uns nicht mehr anschreiben, und
wir
sind hungrig". Da verteilte er sein Geld. Als man ihn fragte,
wovon er nun kaufen werde, sagte er nur: "Mich läßt
man noch
anschreiben!".
Ein andermal leitete er die Hochzeitszeremonie eines reichen
Juden, der ihm anschließend mit einem herzhaften Händedruck
dankte, in dem er eine Goldmünze verbarg. Als Rabbiner Kuk
die Münze spürte, zog er erschreckt die Hand zurück,
wobei die
Münze zu Boden fiel, und verließ den Ort auf der Stelle.
Folgende Geschichte wird von Rabbiner David Kohen erzählt,
genannt "der Enthaltsame", ein Schüler von Rabbiner Kuk, der
sich seinem Meister eines Freitags mit folgender Bitte näherte:
"Noch nie erbat ich von Ihnen materielle Dinge, vielmehr erfreue
ich mich an Ihren unerschöpflichen geistigen Geschenken -
doch jetzt benötige ich ein Streichholz zum Anzünden der
Schabbatkerzen". Rabbiner Kuk legte seine Hand
freundschaftlich auf ihn und antwortete: "Dieser wackelige Tisch
gehört mir nicht, er ist nur geborgt, ebenso die Stühle wie
auch
das Sofa; ja sogar mein Mantel. In diesem Haus gehört mir rein
gar nichts - außer der Streichholzschachtel! Und darum gebe
ich dir hiermit ein Streichholz".
Das sind wahre Rabbiner! Aber von einem jungen Mädchen
ohne eigenes Einkommen Gelder zu erpressen, und ihre
Notlage auszunutzen - das ist ein unglaublicher Skandal.
Einfache Leute wissen manchmal nicht, zwischen einem großen
und einem kleinen Rabbiner zu unterscheiden. Die Regel lautet:
Wer Geld verlangt, ist kein großer Rabbiner - und nicht mal ein
kleiner. Unser Lehrer Moscheh setzte Richter ein über jeweils
1000, 100, 50 und 10 Leute. Über 1000 und 100 große
Rabbiner, aber über 10 reicht ein einfacher Religionslehrer.
Doch selbst dieser muß "den Gewinn hassend" (Ex. 18,21) sein,
"sie verschmähen, ihr Vermögen durch einen Prozeß zu
gewinnen" (Raschikommentar). Wer nicht zu denen gehört, die
"den Gewinn hassen", kann noch nicht einmal Rabbiner für
zehn Leute sein.
Ich habe in meinem ganzen Leben keinen Rabbiner gesehen,
der Geld verlangt hätte. Ich sah wohl reiche Leute, die Hilfe
erhielten, und dann dem Rabbiner mit Gewalt Geld geben
wollten, und als dieser die Annahme verweigerte, gaben sie es
in die Zedaka-Kasse oder an Torainstitutionen, und nach
einigen Tagen erhielten sie per Post eine offizielle Quittung für
ihre Spende.
Die talmudischen Weisen sagten: "Die besten der Ärzte
kommen in die Hölle" (Kiduschin 82a). Auf den ersten Blick ein
seltsamer Ausspruch. Der Raschikommentar erklärt dazu: Die
Rede ist von einem teuren Spezialisten, der einen Armen nicht
ohne Zahlung behandeln will. Das ist äußerst bedauerlich.
Und
erst recht, wenn es so einen Rabbiner geben sollte...
Auch wenn ein Rabbiner das Geld nur für eine Jeschiwa
verlangt, so muß auch dieses Geld "koscher" sein. Es geht nicht
an, ein junges Mädchen oder sonstwen hinters Licht zu führen
und für unklare Zwecke unter Ausnutzung der Unerfahrenheit
der Leute Gelder zu kassieren.
Es stimmt wohl, daß bei den Chassidim der Brauch besteht,
dem Rebben ein "Lösegeld" für die Seele zu geben (Pidjon
Nefesch), und im Tanach lesen wir, wie Scha'ul dem Propheten
Schmu'el einen Viertel Schekel Silber als Basis für die
Prophezeiung gab (Schmu'el I 9,8). Das heißt aber nicht, daß
der Rebbe dieses Geld forderte!
Solches Verhalten sah ich weder bei den Rabbinern, von denen
ich lernte, noch bei irgendeinem anderen der großen
Toragelehrten unserer Zeit. Weder gibt es dafür eine Quelle in
der Tora, noch in der Mischna, noch im Talmud, und auch nicht
bei den früheren und den neueren Rabbinern. Das ist einfach
ganz furchtbar.
Das soll dir als Zeichen gelten: Ein wahrer Toragelehrter sucht
weder Geld noch Status, weder Ehre noch Ruhm. Er verhält
sich vielmehr wie ein Vater, liebt dich wie seine eigene Seele.
Würde denn dein Vater von dir Geld für seine Hilfe verlangen?!
Wenn ein Rabbiner Geld von dir verlangt, mach einen Bogen
um ihn! Er wird dir keine Heilung bringen. Und wenn er auch
noch Bargeld verlangt, Schecks aber ablehnt - dann ist hier
etwas oberfaul. Und wenn er keine Quittung ausstellt, so ist das
sehr verdächtig.
In einer Notlage kann dir ein Toragelehrter sicher helfen. Doch
nur ein Toragelehrter, der Geld haßt.
Weitere Kommentare
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