DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi"
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT
Nr. 310
9. Tammus 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Num. 19,1-22,1)
Wasser mit Asche
der roten Kuh zur Beseitigung von
Leichenunreinheit
im Tempel; Mirjam stirbt, Brunnen versiegt,
Volk murrt; Moscheh
eröffnet neue Quelle, aber nicht genau wie
von G~tt befohlen;
Edom verweigert Durchreise; Aharon stirbt
nach Übertragung
der Hohepriesterschaft auf seinen Sohn
Elasar; Kana'aniter
greifen an und werden geschlagen; Volk will
kein Manna mehr,
Strafung durch Giftschlangen; kupferne
Schlange; Volk singt
Loblied; Eroberung von Moaw und
Baschan (Transjordanien
und Golan).
| Frage
und Antwort
Imperialistischer Frieden Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: In den letzten Jahren werden die Bemühungen der
europäischen Staaten immer intensiver, uns zu einem
Friedensabschluß mit den Palästinensern zu bewegen. Sehen
Sie diese Bemühungen als etwas Positives?
Antwort: Es gibt zwei Sorten Frieden (Schalom).
Die eine Art Frieden hat zum Ziel, daß bei uns niemand getötet.
wird. Das ist natürlich ein erstrebenswerter Frieden. Allerdings
rechtfertigt er keinesfalls die Abtretung von Gebieten, doch die
Bestrebungen, Anstrengungen, Vorkehrungen und Mühen, den
Verlust von Menschenleben zu vermeiden, sind an sich eine
gute und ideelle Sache.
Es gibt aber auch eine andere Sorte Frieden, der nämlich die
Ziele des Krieges verfolgt. Krieg will letztendlich Eroberung
erreichen Wenn man aber ein Gebiet auf friedlichem Wege
erobern kann, warum sollte man dafür Krieg führen? Mit
anderen Worten: Der erstgenannte Frieden entstammt der
Liebe, der Brüderlichkeit, der Freundschaft und dem
Bewußtsein seines großen Wertes. Der andere Frieden ist
eine
Kriegslist zur Eroberung, die auf diese Weise stark verbilligt
wird - man spart alle Granaten und Kanonen. Vor etwa 170
Jahren schrieb der Franzose Michel Chevalier, wirtschaftlicher
Berater König Napoleons III, zu diesem Thema eine Reihe von
Aufsätzen. Er erklärte darin, der Krieg stelle nicht das
geeignetste Mittel zur Eroberung der Welt dar. Es gebe zu viele
Konkurrenten, und selbst wenn man sie besiege, so bleiben sie
doch Konkurrenten, und am Ende gerät die ganze Geschichte
außer Kontrolle. Darum müsse der Westen aufhören, gegen
den Osten anzukämpfen - seiner Ansicht nach der zentrale
Machtkampf in der Welt - sondern vielmehr dessen Gebiete
industrialisieren und dort Banken einrichten - mit deren
Zentralen in Europa, versteht sich. Wir, der Westen, werden
den ganzen Orient in unser Netz bringen, in ein allgemeines
Netz der Kommunikation, durch dessen Adern das Blut
westlicher Kultur pulsiert. Auf diese Weise werden wir den
ganzen Orient erobern, ohne eine einzige Kugel abzufeuern.
Der ganze nahe und ferne Osten wird durch Beeinflussung von
Erziehung, Gesellschaft und Religion einen kulturellen Wandel
erfahren und so zu einem Ableger der westlichen Denkweise
werden. Das ganze Projekt sollte etwa 18 Milliarden Franken
kosten. Für diese Summe könnte Europa nur 12 Jahre lang
Krieg führen. Stattdessen werde sich der westliche
Imperialismus der kulturellen Vereinheitlichung bedienen und
alle unter die Schwingen der absolut herrschenden Kultur des
Westens bringen.
Diese Idee stammte nicht einmal von ihm, sondern von den
alten Griechen. Schon Alexander der Große wollte die ganze
Welt erobern, indem er die griechische Kultur zur Weltkultur
machte, was auf den ersten Blick sehr tolerant aussieht, wie die
Bereitschaft zum Kulturaustausch, Kultur zu geben und auch
etwas aufzunehmen. Die Juden jedoch weigerten sich
standhaft, aufgesogen zu werden und als Volk zu
verschwinden. Die Römer bedienten sich ebenfalls dieser
Methode, Kaiser Augustus wollte überall den "pax Roma"
(Frieden Roms) durchsetzen, indem alle Rom glichen. Das
Mittelmeer sollte ganz zu Rom gehören, "Mare Nostrum", unser
Meer. Und wieder leisteten die Juden Widerstand gegen diese
Pläne.
Danach die Christen. Das "Bündnis zwischen 'Thron und Altar'",
Bund zwischen Regierung und Kirche mit dem Ziel der
christlich-westlich-europäischen Kulturvorherrschaft über
alle
Völker.
Die Bestrebungen jenes napoleonischen Wirtschaftsberaters,
die ganze Welt der westlichen Kultur zu unterwerfen, dauern bis
auf den heutigen Tag an und wenden sich mit großem
Nachdruck gegen uns. Diese Bestrebungen sind gefährlicher
als Krieg und auch viel billiger für unsere Feinde. Sie investieren
in unserem Lande eine Menge Geld in Bildungsstätten, die ein
Gedankengut verbreiten, nach dem wir Juden nicht mehr Bürger
eines Staates Israels sein werden, sondern "Weltenbürger";
demnach sei der Staat Israel nicht mehr der Staat der Juden,
sondern der "Staat aller seiner Bürger"; und überhaupt wird
dieser Staat nicht mehr für sich alleine stehen, sondern
Bestandteil eines "Neuen Nahen Ostens" sein, eine einzige
große Einflußsphäre des Westens, und darin ein kleines
Territorium für uns. Die Grenzen dieses speziellen Gebietes
haben in Wahrheit keine Bedeutung mehr und man kann es
ohne weiteres halbieren, dreiteilen oder vierteln und unter die
Nachbarstaaten verteilen. Der Staat Israel wird ja sowieso als
solcher in Kürze aufhören zu existieren und stattdessen
Bestandteil des Neuen Nahen Ostens werden, und selbst
diesen wird es bald danach nicht mehr geben, vielmehr wird er
ganz im Westen aufgehen. Das kostet viel weniger als die
kriegerische Eroberung und erfolgt darüberhinaus in einer
angenehmen und sanften Atmosphäre; und wie schon Napoleon
der Erste sagte, man kann auf allem sitzen, nur nicht auf
Bajonetten. Anstelle einer Machtherrschaft der USA und Europa
über den Nahen Osten verwandele sich der Nahe Osten in
wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht selber in eine Art USA
und Europa.
Zu diesem Zwecke muß das besondere Charakteristikum eines
jeden Volkes ausgeschaltet und für die Verbreitung einer
einheitlichen Weltanschauung gesorgt werden. Frederico
Mayor, ehemaliger Generaldirektor der UNESCO sagte einmal,
um der Welt den Frieden zu bringen, müssen alle gleichdenken.
Wir werden Lehrbücher verteilen, die zur Einheitlichkeit führen,
zur Uniformität, und wir werden alle nationalen und religiösen
Symbole herauszensieren. Wir werden Millionen in jede
Bestrebung investieren, die Grenzen zu verwischen. - Das zieht
besonders Juden an und schmeichelt ihnen obendrein, wo sie
doch seit jeher gewohnt sind, ermordet und verachtet zu
werden. Doch auch Verfolgungen und antisemitische
Propaganda gehören zu dieser Auslöschungs-Strategie. Um
israelitische Einzigartigkeit und nationale Identität - das
Judentum - auszulöschen, wird Antisemitismus verbreitet: ein
Jude sei nichts wert und ist ein widerliches und abstoßendes
Geschöpf, bis sich der Jude am Ende selber haßt und lieber
in
der Masse aufgeht und assimiliert, auf keinen Fall aber seinen
eigenen Staat aufmacht. Und plötzlich sagt man ihm, er sei
schon nicht mehr verhaßt und verachtet, nein, 'wir lieben dich,
du bist wie wir alle, du bist in Wirklichkeit kein Bürger Israels
mehr sondern ein Weltenbürger, ein Bürger des Westens, ein
Bürger Europas und Amerikas!' - das ist doch enorm
schmeichelhaft! Das löst doch alle Probleme von Grund auf.
Leider durchschauen die Mitläufer diese gründlichste aller
Vernichtungsmethoden nicht. Manchmal kommt Eßaw mit
Waffen, um dich zu töten, doch auch wenn er dir um den Hals
fällt, sieh dich vor, das kann dir noch viel gefährlicher
werden.
Sei auf der Hut vor Frieden, der verschlingen will.
Frieden aus Liebe und Brüderlichkeit, Schalom, ist einer
der
Namen G~ttes. Der andere Frieden jedoch ist nur eine
Maskierung für dunkle Absichten der Beherrschung. Dieser
Frieden, der zu Vereinheitlichung drängt, zu einer einheitlichen
Weltkultur, läuft wirklich auf einen westlichen Imperialismus
über alles hinaus. Alle Länder werden ins wirtschaftliche
und
kulturelle Schlepptau der großen Mächte des Westens
genommen. Dazu muß jede Volkseigentümlichkeit ausradiert
werden, jede spezifische Kultur, jeder besondere Glauben wie
auch das Land. Jerusalem muß wegradiert werden, es darf
nicht auf ewig Israels Hauptstadt bleiben, sondern muß eine
internationale Hauptstadt werden. Auch Religion behindert
diesen Entwicklungsprozeß, und so muß man ihr die
Existenzberechtigung entziehen - weil sie ja den Frieden stört.
Ein israelischer Politiker verkündete einmal vor der
Weltöffentlichkeit: Beinahe gelang uns der Friedensschluß,
nur
die Religiösen standen im Wege, weil sie sich mit allen
möglichen uralten Symbolen verbunden fühlen. Er vergaß
bloß,
daß diese weder Symbole noch uralt sind, sondern die
Lebensgrundlage der Nation bilden! Doch der Prozeß der
weltweiten Verwestlichung löscht unsere Geschichte aus, stellt
sie als etwas Altes und Vergangenes und schon nicht mehr
existierend dar, das der Völkerverständigung im Wege steht.
Lösche die Geschichte aus, vergiß sie einfach! Nimm dir
die
Vergangenheit nicht zu Herzen! Im Rahmen der
Allgemeinbildung sollte man sie natürlich kennen, doch darf
man nicht danach leben! Sage nicht: "Als ob ich selber aus
Ägypten zog"! Jetzt seid ihr hier, in einer neuen Welt auf einem
neuen Blatt. Du bist jetzt geboren und fängst vom Jetzt an, du
hast die gleichen Rechte wie alle Völker.
Das ist Missionswerk, diesmal nicht für die Religion, sondern die
Kultur des Westens, die natürlich ebenfalls vom Christentum
durchsetzt ist. Das ist die große Falle, die doch so harmlos
und
angenehm aussieht. Dieses Bestreben durchdringt alle
kulturellen Instrumente, Film, Fernsehen, Forschung,
Lehrbücher, Literatur - unter dem Wegzensieren nationaler
Prinzipien, der Geschichte und unserer besonderen spirituellen
Werte, um uns langsam aber sicher zu Weltenbürgern zu
machen, d.h. auszulöschen.
Nur daß uns das alles gar nicht interessiert, so wie wir uns auch
von den Griechen und Römern nicht haben verführen lassen.
Wir lieben die Welt und die Menschheit - aber laßt jedem Volk
seinen eigenen Charakter. Macht aus der Menschheit keine
Einheitssoße! Laßt die Babylonier in Ruhe und baut keinen
neuen Turm!
"Kehr' um, kehr' um o Schulammit" (Hohelied 7,1; Schulammit
ist die weibliche Form von Schalom, s.o.) - komme zu uns,
israelitische Nation, "daß wir dich anschauen" (ebda.), wir
wollen sehen, dir einen hohen Status bei uns zu geben. "Was
schaut ihr an Schulammit?" (ebda.), was hast du uns schon zu
bieten? "wie den Tanz der Doppelreihen" (ebda.), den Tanz der
Reihen der göttlichen Präsenz mit den Reihen Israels. Das
ist
es, was uns interessiert - daß die göttliche Präsenz
auf uns ruhe.
Weitere Kommentare
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