DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi"
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEMIDBAR
Nr. 305
4. Sivan 5761
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Num. 1,1-4,20)
Auflistung der Stammesfürsten
und Musterung der
Kriegstüchtigen
im ganzen Volk; Aufstellung und Anordnung der
Einheiten; Übertragung
der Erstgeborenenpflichten auf die
Leviten; Befreiung
der Leviten vom Armee- und ihre Einteilung
zum Tempeldienst;
Aufteilung der Transport-, Auf- und
Abbaupflichten des
Wüstenheiligtums innerhalb der levitischen
Familien.
| Frage
und Antwort
Schimpf und Schande Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Ich habe gehört, daß das Erleiden von Beschimpfungen
den Menschen von seinen Sünden reinigt, unter der Bedingung
natürlich, daß man dem Schmäher nicht böse ist.
Wenn dem
wirklich so ist - na dann soll man mich nur ordentlich beleidigen,
damit mein großes Sündenkonto endlich auf Null kommt. Die
Frage ist nur, wie stellt man es an, sich nicht über solche Leiden
zu ärgern oder zu beklagen? Auch bin ich mir nicht sicher, ob
es
eine gute Idee ist, einen Juden zu veranlassen, mich zu
beleidigen - was wird dann aus ihm in der kommenden Welt?
Habe ich nicht die Pflicht, jemanden zu ermahnen, der anderen
wehtut, und ihm zu erklären, daß mich das verletzt, was
er tut
oder sagt, damit er es zukünftig unterläßt? Und wenn
ich ihn
ermahne, vermindert das nicht wiederum meine Sühne? Dann
ist es doch besser, wenn ich schweige, um in den Genuß
vollständiger Sühne zu kommen?
Antwort: Im allgemeinen stimmt es sicherlich, daß alle
Leiden
entsühnen, wie es heißt: "Denn wen der Ewige liebt, straft
er"
(Sprüche 3,12), und "An wem der Heilige, gepriesen sei er,
Wohlgefallen hat, den drückt er durch Züchtigungen nieder"
(Brachot 5a). Eine Bedingung gibt es jedoch dafür: daß man
sie
in Liebe erduldet. "Man könnte glauben, auch wenn er sie nicht
aus Liebe aufnimmt, so heißt es: 'wenn seine Seele sich als
Schuldopfer hingibt' (Jeschajahu 53,10); wie das Schuldopfer
gutwillig [dargebracht wird], so auch die Züchtigungen, wenn
gutwillig" (Brachot ebda.), d.h., wie ein Opfer muß es aus freiem
Willen geschehen.
Aber sich über Leiden zu freuen und sich von vornherein welche
zu wünschen, ist ein Zeichen für ein außerordentlich
hohes
spirituelles Kaliber. "Über diejenigen, die gedemütigt werden,
ohne zu demütigen, die ihre Schmähung anhören, ohne
zu
erwidern, die aus Liebe [die Gebote] ausüben und der
Züchtigungen froh sind, spricht die Schrift: 'die ihn lieb haben,
sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht' (Richter 5,31)"
(Schabbat 88b). Das ist eine besonders hohe Stufe der
Frömmigkeit.
Von den talmudischen Weisen gab es aber auch jene, die über
die Leiden sagten: "Weder sie noch ihre Belohnung" (Brachot
5b). Wollten sie etwa ihre Sünden nicht loswerden? Vielmehr
gibt es auch andere Wege, seine Seele zu reinigen, wie z.B.
das Torastudium und mildtätige Werke, sowie die Ausübung
der
religiösen Pflichten mit vollem Einsatz, und vor allem die
schwere Aufgabe der Verbesserung der
Charaktereigenschaften. So sagen wir am Ende des
Sündenbekenntnisses an Jom Kippur: "Und was wir vor dir
gesündigt haben, lösche es aus in deinem großen Erbarmen,
aber nicht durch Leiden und schlimme Krankheiten".
Leiden haben zwar eine demütigende Wirkung, lenken aber
auch ab, verursachen ein Gefühl der Belästigung und können
zerstören. Darum sagten unsere Weisen: "Züchtigungen der
Liebe seien solche, durch die [das Studium] der Tora nicht
vernachlässigt wird, ...durch welche das Gebet nicht
vernachlässigt wird" (Brachot 5a), denn die Tora und das Gebet
sind die wirksamsten Medien, uns mit dem Herrn der Welt zu
verbinden.
Zu dieser letztgenannten Sorte Leiden gehören die
Beschimpfungen. Von Rabbiner Moscheh Cordovero (lebte vor
ca. 450 Jahren in Zfat, Kabbalist) wurde folgender Ausspruch
überliefert: "Von allen Wegen der bußfertigen Umkehr ist
der
beste zur Abmilderung der Sünden, der Freveltaten und
Verbrechen das Erdulden von Schmähungen, Flüchen und
Beschimpfungen, viel besser noch als alle Hiebe und die
Züchtigung durch Fasten, denn wenn man sich nur züchtigt,
schwächt man sich und hält sich vom Toralernen ab, jedenfalls
jemand, der physisch dazu nicht geeignet ist, und dieser wird
dann ein Sünder genannt, ebenso, wer sich prügeln läßt.
Doch
mit der vorgenannten Eigenschaft kannst du weiter essen,
trinken und arbeiten, und die Sünden werden gesühnt; lasse
dich von deiner Einsicht leiten [wenn du bezweifelst, daß
abstrakte Leiden höher bewertet werden können als physische]:
würdest du akzeptieren, wenn man dir sagte: nimm [zur
Entsühnung, und anstelle von physischen Leiden] Geldverlust
auf dich, z.B. daß deine Häuser einstürzen, so würdest
du
antworten: Nein. Und wenn man dir sagte, nimm den Tod deiner
Kinder auf dich, so würdest du antworten: Auf keinen Fall! Möge
G~tt sie schützen!". Danach zählt er noch weitere Leiden
in
dieser und der kommenden Welt auf, und schließt: "Darum ist
dies der Rat, der vom G~tt der Heerscharen gegeben wurde
und der besagt: "Der seinem Schläger bietet die Wange, sich
sättigt mit Schmach" (Klagelieder 3,30; aus dem Buch "Kol
Bochim", das diesen Vers behandelt).
Entsprechend schrieb Rabbiner Chajim Vital (Schüler des
Ari'sal, dem führenden Kabbalisten der letzten 500 Jahre):
Wenn du Verstand hättest, würdest du dir jemanden suchen,
der dir zusetzt, denn du suchest doch das Leben" (Scha'arej
Keduscha I,6).
Von hier können wir auch die Antwort zu der Frage ableiten, wie
man Leiden in Liebe aufsichnimmt, ohne böse zu werden.
Darüber schrieb der Autor des "Sefer HaChinuch"
(leichtverständliche Erklärungen zu allen 613 Ge- und Verboten)
beim Verbot des Heimzahlens: der Mensch müsse sich
klarmachen, daß alles, was ihm passiert, ob gut oder schlecht,
von G~tt kommt und es nichts gibt, das nicht nach G~ttes
Willen passiert. Darum ist es G~ttes Wille, wenn man ihn quält
oder Schmerz zufügt, und seine Sünden verursachten dies,
und
G~tt hat ihn dazu verurteilt. Darum richte er seine Gedanken
nicht auf Rache, da sein Nächster nicht der wirkliche Grund für
seine Leiden ist, sondern vielmehr die Sünde, wie David schon
sagte: "Lasset ihn, daß er fluche, denn der Ewige hat es ihm
gesagt" (Schmu'el II, 16,11), und er bezog die Beschimpfungen,
die er erhielt, auf seine Sünde, und legte sie nicht Schim'i ben
Gera [seinem Widersacher] zur Last (Mitzwa Nr. 241).
Im Gegenteil, gerade das Erdulden der Beschämung, wie bitter
und böse sie auch sein mag, bewegt ihn dazu, andere nicht zu
beleidigen oder ihnen Schmerz zu verursachen.
Wenn man sich entsprechend seelisch vorbereitet, kann man
Beschämungen in Liebe ertragen und wird nicht böse, wie im
Namen eines Frommen, Schüler des Ba'al Schem Tov
(Begründer des Chassidismus) berichtet wird: "Ein wichtiges
Prinzip: suche Demut; man suche [sie] bei allen seinen
Aktivitäten, und bemühe sich darum, verachtet zu sein, man
sehe es ihm an, und so spreche er auch in seinem Herzen,
wenn man mich doch schmähen und beschimpfen möge, damit
ich verächtlich und elend in meinen Augen und aller Augen sei,
damit meine Sünden vergeben werden; und wenn er sich dies
zu Herzen nimmt, macht es ihm nichts aus, wenn man ihn
beschimpft - im Gegenteil, er freut sich darüber, denn es ist
ganz nach seinem Willen" ("Erech Apajim" §3,8).
Und wer dich verletzt hat, verzeihe ihm, damit er nicht bestraft
werde, so wie man vor dem Nachtgebet sagt: "Hiermit verzeihe
ich jedem, der mich geärgert oder der gegen mich gesündigt
hat, sowohl gegen meinen Körper, mein Eigentum oder meine
Würde, oder alles was mein ist, habe er es unwissentlich,
unabsichtlich oder willentlich getan, unter falscher Annahme
oder geplant, sei es durch Rede oder durch Tat, jedem
Menschen, damit ich nicht Ursache für die Bestrafung eines
anderen sei" [ausgenommen Dinge, die der Betreffende
gerichtlich einklagt].
Was das Gebot von der Ermahnung angeht, so besteht dazu
kein Widerspruch. Man muß seinen Nächsten ermahnen, aber
demütig, und wenn man demütig ermahnt, bleibt der Schmerz
der Beschimpfung erhalten. Wenn wirklich ein Widerspruch
bestünde, hätte wirklich die Demut Vorrang. Schon die
talmudischen Weisen fragten, was besser sei: wohlwollend
akzeptierte Zurechtweisung oder selbstsüchtige Demut (Arachin
16b); letztere liegt hier vor, denn diese Demut erfolgt nicht im
Dienst an G~tt netto, sondern damit einem die Sünden
vergeben werden. Doch auch diese Demut kann uneigennützig
sein, und man kann sie auch mit der Ermahnung verbinden - am
besten dadurch, daß man sich selbst in die Ermahnung mit
einbezieht.
Das ist aber noch nicht alles: Die Ermahnung ist ein wichtiges
Gebot, und wenn man den Nächsten in Liebe ermahnt, damit er
einen Anteil an der kommenden Welt erhalte, so gereicht dies
auch dem Ermahnenden zum Verdienst und verschafft ihm
Sündenvergebung.
Doch wie weiter oben ausgeführt, handelt es sich bei dem
Verlangen, Schimpf und Schande zu erleiden, um eine sehr
hohe spirituelle Stufe, und es ist nicht empfehlenswert,
vorherige Stufen zu überspringen. Vielmehr muß man sich
langsam Stück um Stück zu ihr hocharbeiten und sollte sich
auf
seinem Wege an das Buch "Der Weg der Frommen" ("Messilat
Jescharim", Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto) halten, wonach
jede Anstrengung zur Verbesserung der
Charaktereigenschaften die Sünden ausräumt.
"Er aber vergibt die Missetaten" (Psalm 78,38).
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
HALACHA
Fast Jeder kennt den Brauch, am Wochenfest (Schawu'ot)
"milchig" zu essen. Weniger bekannt ist allerdings das Gesetz,
an den Festtagen grundsätzlich "fleischige" Mahlzeiten
einzunehmen (außer, wer Fleisch nicht verträgt oder kein
koscheres Fleisch bekommen kann). Um nun die Festmahlzeit
nicht unnötig zu verkomplizieren, kann man nach dem Kiddusch
und Hamozi z.B. ein Stück Käsekuchen essen, Hände
waschen
und Mund ausspülen, und dann eine zweite Challe anschneiden
und die fleischige (Haupt-)Mahlzeit beginnen (milchiges und
fleischiges Geschirr nicht durcheinanderbringen!). Man darf
nämlich nicht das Brot einer milchigen Mahlzeit zu einer
fleischigen verwenden, und umgekehrt. Auf diese Weise erfüllt
man das Andenken an die zwei am Wochenfest im Tempel
dargebrachten Brote. (Ebenso legt man auf die Sederschüssel
an Pessach einen Knochen und ein Ei zum Andenken an das
Pessach- und das Festopfer). Als Begründung für den Brauch
des Milchigessens erwähnt die "Mischna Brura", daß
sich die
Juden am Sinai nach dem Erhalt der Tora am Wochenfest nicht
so schnell auf die vielen neuen Gesetze vom koscheren
Schlachten usw. umstellen konnten und daher erstmal milchig
aßen.
Quelle: Schulchan Aruch O.C. §494,3
Kizur Schulchan Aruch §103,7
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