DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BERESCHIT
Nr. 275
29. Tischri 5761
AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Die
Sudeten von Palästina
Der
Kampf um Israel
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Gen. 1,1-6,8):
Schöpfung,
Adam und Chawa, Schlange, Vertreibung aus dem
Garten Eden, Kain
und Hewel, die Generationen bis Noach,
Planung der Sintflut.
| Am
Schabbes-Tisch
Imagine, Kain Rav Asri'el Ari'el |
Jedesmal sind wir aufs Neue erschüttert, wenn wir vom
Ansteigen der Mordrate in unseren Straßen lesen. Das hatten
wir uns bei Staatsgründung nicht so erträumt. Für dieses
Verbrechen gibt es allerlei Motive: Geld und Ehre, Liebe und
Ideologie, und leider noch andere Beweggründe.
Ein näheres Betrachten der Worte unserer talmudischen
Weisen über den ersten Mord in der Geschichte der Menschheit
von Kain an Hewel ("Abel") wirft etwas Licht auf diesen
schmerzlichen Sachverhalt. So heißt es im Midrasch (Bereschit
raba 22,7): "Worum stritten sie? Sie sprachen: laß uns die Welt
aufteilen; einer erhält den Boden, der andere die beweglichen
Gegenstände. Da sagte der eine: der Boden, auf dem du stehst,
gehört mir. Und der andere sagte: Was du an deinem Leibe
trägst, gehört mir. Der eine sprach: Lege deine Kleider und
Schuhe ab, und der andere sprach: Erhebe dich in die Luft. Und
dann 'machte sich Kain an seinen Bruder Hewel und erschlug
ihn' (Gen. 4,8)".
In diesem Streit ging es um wirtschaftliche Interessen. Doch das
reicht als Erklärung nicht aus. Wenn die ganze Welt nur zwei
Leuten gehört - fehlt etwa dem einen was, wenn er dem
anderen ein wenig abgibt?! Dieses hartnäckige Bestehen "auf
dem Prinzip" hat keinen ökonomischen Grund, sondern riecht
vielmehr nach eingebildeter Ehre. So auch im weiteren Verlauf:
"Rabbi Jehoschua sagte im Namen Rabbi Levis: Der eine
sprach: In meinem Gebiete wird einst der Tempel gebaut, und
der andere sprach: In meinem Gebiete wird einst der Tempel
gebaut, und dann 'machte sich Kain an seinen Bruder Hewel
und erschlug ihn' (s.o.)".
Hier geht es offensichtlich um ein religiöses Thema, und somit
haben wir das Urbeispiel des Dschihad vor uns. Doch auch in
diesem Fall läßt sich erkennen, daß nicht der Streit
um die
religiöse Wahrheit allein den Stein des Anstoßes bildete.
Keiner
der beiden behauptete etwa, daß er, und nur er, im Besitze der
religiösen Wahrheit sei. Sie stritten nur um ein rein praktisches
Problem: In wessen Anteil wird der Tempel gebaut werden?
Wer wird die Ehre (und nebenbei den Einfluß) des Priestertums
erhalten? Und so geht es auch im nächsten Absatz weiter:
"Rabbi Huna sagte: Zusammen mit Hewel [und seiner
Zwillingsschwester] wurde eine zusätzliche Zwillingsschwester
geboren. Kain sagte: Ich bekomme sie, denn ich bin der
Erstgeborene. Hewel sagte: Ich bekomme sie, denn sie wurde
mit mir geboren. Und dann 'machte sich Kain an seinen Bruder
Hewel und erschlug ihn'".
Hier begegnen wir dem Mord vor romantischem Hintergrund.
Doch auch hier trägt das Streitobjekt, die Frau, keine Schuld
an
der Tat. Jeder wurde mit einer Zwillingsschwester geboren.
Jeder hatte seine eigene Frau. Sie stritten nur um die "Extra-
Zwillingsschwester", deren Erwerb ihrem Ehemann zusätzliches
Ansehen in dieser kleinen Welt verschafft hätte.
Weder Geld noch Romanze, weder Religion noch Ideologie sind
es, die zu den furchtbarsten Mordtaten antreiben - sondern
einzig der Drang nach Ehre...
Darum nützen all die schönen Gedanken nichts, den Trieb zum
Morden ein für allemal aus der Welt zu schaffen, weder
wirtschaftliche Gleichheit oder Freiheit der Liebe, weder
Abschaffung aller Ideologien oder Auslöschung der Religionen,
solange die Ehr- und Geltungssucht tief im Herzen des
Menschen sitzt, "bös von seiner Jugend an" (Gen. 8,21). Das ist
unsere Antwort auf das furchtbare Lied des "Beatles" John
Lennon, "Imagine":
Imagine there's no heaven,
It's easy if you try,
No hell below us,
Above us only sky,
Imagine all the people
living for today...
Imagine there's no countries,
It isn't hard to do,
Nothing to kill or die for,
No religion too,
Imagine all the people
living life in peace...
Imagine no possesions,
I wonder if you can,
No need for greed or hunger,
A brotherhood of man,
imagine all the people
Sharing all the world...
You may say I'm a dreamer,
but I'm not the only one,
I hope some day you'll join us,
And the world will live as one.
Wir brauchen keinen neuen "Turm zu Babel", sondern müssen
hart an der Verbesserung unserer Charaktereigenschaften
arbeiten, vor allem Bescheidenheit. "Und der Ewige, dein G~tt,
wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen,
zu lieben den Ewigen deinen G~tt mit deinem ganzen Herzen
und mit deiner ganzen Seele, auf daß du lebest" (Dt. 30,6).
| Frage
und Antwort
Neues Rauschgift Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Was halten Sie vom Internet?
Antwort: Ein neues Rauschgift überzieht die Welt - das Internet.
Große Rabbiner haben es nicht umsonst mit dem Bann belegt.
Sie wußten genau, was sie taten. Nachforschungen haben
ergeben, daß Arbeitnehmer mit Zugang zum Internet 60% ihrer
Zeit aufs Internetsurfen verschwenden, statt zu arbeiten.
Einfach Diebstahl. Das Internet ist doch für die Arbeit bestimmt,
nicht zum privaten Vergnügen. Schlimmer noch - wo surfen sie?
Ein Drittel der Zugriffe erfolgen auf Webseiten mit unzüchtigem
Inhalt. Die Männer sitzen stundenlang vor dem Gerät und
schauen sich unzüchtige, schmutzige Dinge an, Pornografie und
sonstige Perversitäten. Viele sind schon so sehr süchtig
danach, daß ihr Eheleben in die Brüche geht und sie ihre
Arbeit
verlieren. In den USA werden schon etwa 200.000 Leute als
praktisch "internetsüchtig" bezeichnet. Natürlich ist nicht
jeder
süchtig, aber auch bezüglich aller anderen ist die Lage bitter.
Wie zum Beispiel bei einer Pastorenfrau, deren Mann sich nach
24 Ehejahren im Sumpf des Internets verstrickte. Sie sagte:
Früher hatten wir unser Eheleben ganz für uns alleine; jetzt
aber
tummeln sich in seiner Phantasie alle möglichen Männlein
und
Fräulein - wie kann ich damit noch konkurrieren?!
Auch in unserem heiligen Land macht sich die Plage breit.
Diese Einrichtung mag wohl für das Geschäftsleben nützlich
sein, aber in anderen Bereichen muß man seinen Einfluß
beschränken. Das Internet ist noch schlimmer als Fernsehen
[siehe "Betrachtungen" Nr. 257], wo wenigstens nicht
ununterbrochen Unzucht gesendet wird. Auch das Erlangen von
einschlägigen Videokassetten ist nicht ganz so leicht. Man muß
sie bestellen oder ausleihen, was manchmal mit gewisser
Peinlichkeit verbunden ist. Beim Internet jedoch kann man
jederzeit beliebig Webseiten voller Gewalt und Unzucht, oder
beides zusammen, auf den Bildschirm bringen.
In den USA gibt es derzeit 15.000 pornografische Webseiten,
und in Israel 30 auf Hebräisch. Auch Kinder sehen sich das an.
Während der Sommerferien wurde unter Schülern der unteren
Volksschulklassen eine Umfrage abgehalten, was sie sich am
liebsten am Internet ansehen. Die meisten antworteten: Porno
und Gewalt. Mit "Gewalt" ist das sadistische Betrachten
gemeint, wie ein Mensch grausam getötet wird.
Darum haben diejenigen Rabbiner, die diesem Medium einen
Riegel vorschieben wollen, nicht übertrieben, sondern nach den
einfachen Prinzipien des Gesetzes entschieden, und möge uns
G~tt von diesem Tode erretten.
Vielleicht wird jemand sagen: Es reicht nicht, zu verbieten, sie
müssen auch eine interessante und attraktive Alternative
anbieten. Aber sicher, diese Alternative existiert schon, und sie
ist auch unendlich interessanter. Schon Tausende von Jahren
betreiben wir sie und erfreuen uns unbeschreiblichen
Vergnügens. Sie erzeugt sowohl geistiges Vergnügen als auch
gefühlsmäßiges Vergnügen, wie auch sittliches
Vergnügen.
Wegen dieses Vergnügens vergaßen Leute ihre Sorgen,
bewältigten ihre Probleme und lachten nur über das Rennen
nach Geld und Ehre. Diese Beschäftigung paßt für alle
Altersgruppen, alle Kasten, alle Schichten und alle Stände. Sie
benötigt keine Finanzierung, ja sie kommt gratis wie Luft und
Sonnenschein. Sie benötigt auch keine komplizierte
Ausrüstung, man kann ihr im Hause und auf dem Felde frönen,
im Tale und auf dem Berg, auf Reise und Wanderung - und
sogar am Schabbat. Sie ist unendlich vielseitiger, und Jeder
kann dabei sein Glück nach seiner Façon finden. Es gibt
dabei
Stufen über Stufen. Das ist ein original jüdisches Vergnügen,
an
dem die Nichtjuden keinen Anteil haben. Sein Gründer war
unser Lehrer Moscheh; die Rede ist natürlich vom Torastudium.
Lassen wir uns einen "Moscheh-Rabenu Verein" gründen, wo
wir Tora lernen. Ich verspreche Ihnen, wer sich diesem
höchsten Vergnügen verschreibt, wird nur noch mit Verachtung
all diese niederen Zeitvertreibe betrachten, die so sehr dem
"Ebenbilde G~ttes" im Menschen zuwiderlaufen, und wird die
televisionären und internetären Götzen von sich werfen.
"Kostet
und sehet, daß gütig der Ewige ist" (Psalm 34,9).
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
P.S. Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser, wenn
Rabbiner Aviner so sehr gegen Internet ist - wieso erscheint er
dort so prominent? Die Antwort geht aus der 2. Hälfte seines
obigen Artikels hervor: Alle seine Beiträge auf dem Internet
dienen dem besseren Verständnis des Judentums und der
Juden untereinander. Für viele Juden ist das Internet
leider/g~ttseidank die einzige Informationsquelle über ihre
Wurzeln [die Red.].
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch in Russisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige
Anschrift von
Machon Meir
SPENDENKONTO
Postal Bank, Jerusalem, "Machon Meir", Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an obige Anschrift
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 16.19/17.31
Tel Aviv: 16.37/17.33
Haifa: 16.28/17.31