MACHON MEIR
DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEHA'ALOTECHA
Nr. 201
14. Sivan 5759 (außerhalb
Israels NASSO)
NEU AUF DEUTSCH:
DIE
TOLERANZ
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
NEU AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge
von Rabbiner Schlomo Aviner
zu verschiedenen
Themen
Diese Woche in der Tora (Num. 8,1-12,16):
Dienstweihung der Leviten; 1.Pessach in
der Wüste und
Ersatztermin für Verhinderte; Reise
und Lagern nach der
Wolken-/Feuersäule; die silbernen
Alarmtrompeten;
Zugordnung des Lagers; Trennung von Jitro;
Klage über
einseitige Diät; Wachtelschwemme
und Strafung; Einsetzung
von 70 Weisen zur Unterstützung Moschehs;
2 neue Propheten
im Lager; üble Nachrede von Mirjam
und Aharon über
Moscheh, Aussatzstrafung Miriams.
| Zum
Wahlergebnis
Wir haben einen Regierungschef Rav Schlomo Aviner
|
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Glücklicherweise haben wir einen Regierungschef. Das kommt
vor allem anderen. Vor allem stehen wir nicht mehr unter der
Fuchtel der Türken oder der Briten, sondern wir, das Volk
Israel, herrschen über unser Land. Damit erfüllen
wir ein Gebot
der Tora, "es nicht in der Hand einer der anderen Nationen zu
belassen" (Nachmanides) - d.h., einen Staat zu gründen.
Natürlich hat dieser Staat noch nicht den Gipfel der
Vollkommenheit erreicht, desgleichen nicht sein
Regierungschef, weder der jetzige, noch sein Vorgänger, und
auch nicht der nächste in der Reihenfolge, bis zur Ankunft des
Maschiach ("Messias"). Doch den idealen Staat bekommt man
nicht auf einem silbernen Tablett serviert. Der Weg dorthin ist
mit Krisen und Problemen gepflastert.
Vor allen Dingen müssen wir uns vor Bruderhaß hüten
und im
Gegenteil, Liebe, Brüderlichkeit, Frieden und Freundschaft
mehren.
Wir sind schließlich ein Volk, in dem das Gemeinsame das
Trennende um Unendliches überwiegt.
Wie glücklich können wir uns schätzen, der Rückkehr
nach
Zion und der Wiedergeburt der Nation teilhaftig zu werden. Die
Erlösung hat begonnen. Würde unser Dankgesang alle Meere
füllen, wäre es nicht des Lobes G~ttes genug. Der Zionismus
trägt die göttliche Bestätigung, nur gibt es auf dem
Wege
Höhen und Tiefen. Der Sproß deines Dieners David
[Umschreibung des Maschiach] sprießt langsam.
"Es gleicht mein Geliebter dem Hirsche" (Hohelied 2,9) - wie
ein Hirsch mal sichtbar, mal verdeckt und dann wieder sichtbar
ist, ebenso auch der Erlöser; mal sichtbar, mal verdeckt und
dann wieder sichtbar. Vielleicht erwarten uns schwerere Zeiten,
vielleicht aber auch bessere. Es kann auch sein, daß sie in
mancher Hinsicht besser und in anderer Hinsicht schwerer sein
werden. Wie dem auch sei, so werden wir uns auch
schwereren Zeiten anpassen, so wie wir schon immer mit
schweren Zeiten zurechtgekommen sind. Schließlich geht es
nur um vier Jahre, und was sind schon vier Jahre gegenüber
der Ewigkeit?! Was sind schon vier Jahre in dem gewaltigen
Prozeß der Erlösung Israels? Manchmal kann das Gute etwas
auf sich warten lassen, aber verhindert werden kann es nicht.
Man darf nicht von G~tt erwarten, daß er uns alles sofort mit
einem Höchstmaß an Vollkommenheit präsentiert. So eine
Erlösung hätten wir uns nicht verdient, sondern wäre
bloße
Spekulation auf göttliche Gnade. Und überhaupt wirkt G~tt
im
Verborgenen. Der Herr der Welt schafft das Licht aus der
Finsternis.
In der Hitze des Wahlkampfes darf man nicht vergessen, daß
eine Sache nicht zur Wahl steht, und das ist das Volk Israel,
dessen Erwählung ewigen Bestand hat - "..der uns aus allen
Völkern erwählte und uns seine Lehre gab" (Segensspruch vor
dem Morgengebet und vor dem Toralesen); "..der sein Volk
Israel in Liebe erwählt" (Segensspruch vor dem morgendlichen
Schma-Gebet). Und weil er uns erwählt hat, rettete er uns
während des ganzen langen Exils und gab uns dann unseren
Staat. Wir herrschen hier, und nicht Briten oder Türken.
Freuen wir uns über unseren eigenen Regierungschef, sei er
nun religiös oder säkulär, links oder rechts. Und wenn
es im
täglichen Leben noch hie und da Probleme gibt, so werden sie
im Laufe der Zeit schon ins Lot kommen. Alles wird sich
einrenken, es ist nur eine Frage der Zeit.
"Ich glaube in vollkommenem Glauben an das Kommen des
Maschiach, und auch wenn es dauert, trotz alledem, erwarte
ich sein Kommen jeden Tag" (aus den 13
Glaubensgrundsätzen des Maimonides). "Trotz alledem" - trotz
aller Komplikationen und Schwierigkeiten. So wie wir sie in der
Vergangenheit überwunden haben, werden wir sie auch in
Zukunft überwinden. Der Herr der Welt lenkt die Geschichte,
unabhängig davon, ob nun dieser oder jener gewählt wurde.
G~tt macht was er will. Natürlich ist uns geboten, möglichst
jene zu wählen, von denen wir nur Gutes bezüglich der
Staatslenkung erwarten. Doch auch wenn wir mit vollendeten
Tatsachen konfrontiert werden, wissen wir, daß G~ttes Wille
lenkend hinter allem steht und wir nur gewinnen können.
Überhaupt gehen wir auf dem Wege der Wiedergeburt nur
gemeinsam mit unserem Volk, unserem geliebten und ewigen
Volk. Wir können uns nicht gegen das Volk auflehnen. Wir
haben kein anderes Volk, und mit ihm gehen wir den ganzen
Weg zuende.
Wir gehen mit der Ewiglichkeit Israels bis zur vollkommenen
Erlösung.
Unserem Regierungschef Barak legen wir die folgenden Worte
Rabbiner Awraham Jizchak Hakohen Kuks ans Herz:
"..diejenigen aber mit einer losen Verbindung zum Glauben, die
dem israelitischen Ursprung entstammen und die in der Einheit
der Nation inbegriffen sind, enthalten einen Blitz ["Barak"]
heiligen Lichtes, einen Funken, der aufsteigen und zu einer
Flamme heiligen Feuers werden kann" (Orot, "Israel
WeTechijato", §20).
Kommentare von Rabbiner
Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
können Sie
jede Woche auf hebräisch im Internet-Radio hören;
eine Programmvorschau
(auch für englischsprachige Sendungen
und Nachrichten
aus Israel) erhalten Sie unter: http://www.a7.org
| Kinder,
Kinder...
Vor der Bar Mitzwa (3) Rav Elischa Aviner
|
In den vorigen Folgen behandelten wir den Start des Bar-
Mitzwa in die Gebotserfüllung. Dieses Mal wollen wir uns mit
den seelischen Veränderungen beschäftigen, die im Alter von
12 Jahren beim Mädchen bzw. 13 beim Jungen auftreten und
es/ihn zur Gebotserfüllung verpflichten.
Die erste prinzipielle Änderung betrifft die seelische Reife. Erst
im Alter von 12/13 Jahren gelangen die Jugendlichen zu
spiritueller und seelischer Reife. Das jüdische Gesetz
(Halacha) benutzt hierfür den Begriff "Da'at" (Wissen,
Einsicht).
Unter diesem Alter zählt ein Kind nicht zu den Einsichtigen. Ein
Mangel an Einsicht beinflußt nicht nur den Bereich der Gebote,
sondern auch alle anderen. Ein Kind wird für seine Taten
rechtlich nicht zur Verantwortung gezogen, weil ihm die
Einsicht fehlt.
Aus dem gleichen Grund unterliegt das Kind nicht der
Gebotspflicht. "Da'at" - das Bewußtsein für spirituelle
Betätigung - gehört zu den Grundprinzipien beim Dienst an
G~tt und ist überhaupt Bedingung für sinnvolle Betätigung.
Die
talmudischen Weisen hoben diesen Gedanken in folgendem
Ausspruch hervor: "Ein Mensch begeht nur dann eine Sünde,
wenn ein Geist der Torheit in ihn fährt" (Sota 3a) - fehlende
Einsicht / "Geist der Torheit" => "Sünde".
Außer der beginnenden Einsicht widerfährt der Seele der 12-13
Jährigen eine noch tiefgreifendere Änderung. "Besser ein
Jüngling, bemitleidenswert und weise, als ein alter und törichter
König" (Prediger 4,13) - der Midrasch (Kohelet rabba 4.Kap.)
erklärt, daß mit dem Jüngling der Drang zum Guten gemeint
ist:
"Warum wird er 'Jüngling' genannt? Weil er sich dem
Menschen erst ab dem 13. Lebensjahr zugesellt. Und warum
wird er 'bemitleidenswert' genannt? Weil nicht Alle auf ihn
hören. Und warum wird er 'weise' genannt? Weil er den
Geschöpfen den geraden Weg weist". Der "alte König" steht
für
den Drang zum Bösen. "Warum heißt er 'König'? Weil
Alle auf
ihn hören. Und warum heißt er 'alt'? Weil er sich von der
Kindheit bis zum Alter zugesellt. Und warum heißt er 'töricht'?
Weil er dem Menschen den schlechten Weg weist". Der Drang
zum Bösen wird schon bei der Geburt mitgeliefert, wodurch er
dem Drang zum Guten um 12 bzw. 13 Jahre zuvorkommt, und
so steht es auch in den "Sprüchen der Väter nach Rabbi
Natan": "13 Jahre älter ist der Drang zum Bösen als der Drang
zum Guten. Nach 13 Jahren erscheint der Drang zum Guten"
(16,2).
Am Tage der Bar-/Bat-Mitzwa findet also im Jugendlichen eine
doppelte Revolution statt. Bei ihnen entstehen nun sowohl die
Einsicht als auch der Drang zum Guten. Die eine Umwälzung
betrifft die Ebene der Erkenntnis, und die zweite die Ebene der
Psyche. Diese beiden wesentlichen Bestandteile des
Menschen sind nicht voneinander zu trennen. Rabbiner
Moscheh ben Maimon ("Maimonides") betonte in der Einleitung
zu seinem Kommentar der "Sprüche der Väter" ("8 Kapitel")
die
Einheit der Seele. Darum besteht auch eine fruchtbare
Verbindung zwischen der Einsicht und dem Drang zum Guten.
Mithilfe der Einsicht erkennt der Mensch das Gute und
entscheidet sich dafür, ebenso beherrscht er seine Triebe,
Reize und diverse Verlockungen, die ihn zu Fall bringen
könnten.
Einen Hinweis zu dieser Neugeburt mit 13 Jahren finden wir im
Vers: "Ich habe dich heute gezeugt" (Psalm 2,7) - der 13. Vers
im Buch der Psalmen, und er besteht [im Original] aus 13
Buchstaben! Einen weiteren Hinweis bietet der Vers: "Dieses
Volk habe ich mir geschaffen" (Jeschajahu 43,21), der von den
früheren Kommentatoren mit der Bar-Mitzwa in Zusammenhang
gebracht wurde. Sie wiesen besonders daraufhin, daß das
Wort "Dieses" den Zahlenwert (Gematria) 13 hat. Auch hier
wird von Schöpfung geredet.
Wir lernen also, daß die Verpflichtung zu den Geboten im Alter
von 12/13 Jahren einem fortgesetzten Prozeß geistiger Reifung
entspringt, der dann eine bedeutende Stufe auf dem Wege der
Vervollkommnung erreicht. In diesem Alter verfügen die
Jugendliche bereits über kognitive und seelische Kräfte,
die
ihnen ermöglichen, den Weg des Guten in vollem Bewußtsein
zu wählen und die in ihnen vorhandenen Triebe zu bekämpfen
und zu besiegen. [Ende]
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch in Russisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 18.59/20.19
Tel Aviv: 19.17/20.21
Haifa: 19.12/20.22